#121: verschneiter Hohnekamm

Bevor es richtig losgeht, möchte ich mich bei euch allen bedanken. 2021 war ein extrem aufregendes Jahr, doch 2022 wird (hoffentlich) noch besser. Es stehen viele Fototouren auf dem Plan, ein neues Auto wartet demnächst auf mich (in dem ich nachts endlich mehr Platz finde) und ich bin mitten drin, ein kleines Nebengewerbe zu gründen. Darüber werde ich in den kommenden Monaten noch genauer berichten. Ich hoffe, dass ihr mich auch in diesem Jahr fleißig auf meinen Touren begleiten werdet und freue mich auf das, was die Zukunft bringt.

Winterwonderland:

Das Jahr 2021 begann bei mir mit einem gebrochenen Zeh und endete mit einer zweiwöchigen Quarantäne im November. Schöne scheiße dachte ich mir. 2022 – ich bin bereit für dich. Während ich knapp 8 Tage mit meinem Mann flach lag und nicht mal Bock auf Instagram hatte, fieberte ich dem Tag der Freitestung entgegen. Würde der Test negativ ausfallen, dürfte ich sofort wieder raus. Auch wenn die Zeit zuhause (für mein Empfinden) mit Netflix und Co. ganz entspannt war, freute ich mich auf eine kleine Fotorunde im Harz.

Nebelsuppe am Bahnhof Schierke:

Der Test war negativ und ich keine 24h später in Schierke. Auch wenn die Kondition noch nicht wieder ganz zurück war, freute ich mich auf eine kurze entspannte Runde. Im Gepäck gab es warmen Tee und frisch geschmierte Sandwiches (auch wenn der Geschmack zu wünschen übrig ließ, denn der war noch nicht zurück). Und als ich mit Sven auf dem Parkplatz ankam, wartete nicht nur jede Menge Schnee auf uns, sondern auch eine ordentliche Portion Nebel. Ich atmete tief ein und genoss die frische kalte Luft. Der Tag bot sich perfekt an, um eine Runde zum Hohnekamm zu laufen. Also suchte ich mit der Wander-App eine passende Route aus. Mal sehen wie weit wir kommen.

Gerade in Schierke fällt einem der Wandel des Harzes mit am meisten auf. Das beginnt aktuell direkt am Bahnhof. Es gibt nicht nur eine direkte Sicht zum Feuerstein, die einem vorher verborgen blieb, auch die Hütte der Bergwacht steht komplett frei. Damit ihr euch ein Bild davon machen könnt, hier ein Beispiel, wie es noch vor einem Jahr dort aussah. Traurig ist gar kein Ausdruck, wie schnell sich alles verändert.

Die Veränderung war diesmal sogar so krass, dass ich den Wanderweg Richtung Leistenklippe beim besten Willen nicht wiedererkannte. Die ganzen Baumstüpfe wirkten mit dem Nebel aber schon wieder fast apokalyptisch und nach meiner zweiwöchigen Quarantäne kam ich mir vor wie Rick Grimes in der ersten Folge The Walking Dead. Für alle, die die Folge nicht kennen: Rick wacht nach einer Verletzung auf dem Koma auf und als er sein Krankenhauszimmer verlässt, ist nichts mehr wie es war. Aber bevor meine Fantasie nun gänzlich mit mir durchgeht, zeige ich euch die nächsten Bilder.

Ankunft Spinne:

Ich nahm mir fest vor, mehr Pausen als sonst einzulegen. Man muss es ja nicht gleich übertreiben. Die erste Hütte lag am Wegekreuz Spinne. Zeit für ein kleines Frühstück. Auch hier erkannte ich den Ort nicht wieder. Schaut gern mal in diesem Beitrag vorbei. Relativ mittig findet ihr die gleiche Hütte 1,5 Jahre zuvor…. viel kann man dazu nicht mehr sagen.

Nach der kurzen Stärkung ging es weiter zum Trudchen. Eigentlich sollte uns dort ein direkter Weg zum Hohnekopf führen. Doch als wir ankamen, lagen unzählig gefällte Baumstämme mitten auf dem Wanderweg. Prima, am Wegweiser wurde nichts markiert, dass man dort nicht entlang kommt. Umkehren kam für mich nicht in Frage, als hieß es einen Umweg in Kauf nehmen.

Entlang des Hohnekamms:

Je höher wir kamen desto kälter und eisiger wurde es. Der Wind pfiff uns um die Ohren und hüllte die Bäume mit einer leichten Eisschicht ein. Richtig cool ist dieses Schauspiel auf dem Brocken zu beobachten. Der winterliche Brocken steht in diesem Jahr übrigens auch noch auf dem Plan, aber dann zum Sonnenuntergang.

Glücklicherweise sah man hier oben nichts von den Schäden, die der Borkenkäfer weiter unten angerichtet hatte. Eigentlich wäre die Runde an einem verregneten Herbsttag auch sehr interessant. Gerade diese riesigen Gesteinsformen wirken im Nebel teilweise mystisch.

Der Winter bietet nicht nur wunderschöne Landschaften und kaschiert das ein oder andere weg, sondern er hüllt auch kleine Details ein und lässt sie sichtbar werden. Vor allem Spinnnetze kommen mit der leichten Puderzuckerschicht besonders gut zur Geltung. Vielleicht wäre die Anschaffung eines Makroobjektives auch mal was für die Zukunft. Falls jemand eins sponsern möchte, meine Adresse findet ihr im Impressum 😂

Die Runde neigte sich allmählich dem Ende zu, aber ein Motiv durfte natürlich nicht fehlen, wenn man in Schierke unterwegs ist. Es dampft, ist groß und verdammt alt.

Die Harzer Schmalspurbahn:

Im Herbst ist die Bahn schon ein Highlight, doch im Winter wird es erst so richtig cool. Wenn sie den Berg hochfährt und alle Power benötigt, um vorwärts zu kommen, gibt es besonders viel Rauch. Und der bildet mit der weißen Umgebung einen perfekten Kontrast.

Ich erwähnte ja am Anfang, dass es eine kurze entspannte Runde werden sollte. Dass wir dann doch 14 Kilometer geschrubbt haben, war so nicht ganz geplant. Aber dafür wusste ich, dass Corona zum Glück keine schlimmen Schäden zurückgelassen hatte.

Das nächste Mal geht’s ins Erzgebirge. Um genau zu sein, zur Fuchsbrunnbrücke. Mein Ziel war es, die Bilder von vor 2 Jahren zu optimieren. Man entwickelt sich ja weiter und ich wollte die Bilder gern nochmal in besserer Qualität haben. Ob das geklappt hat, zeige ich euch im nächsten Beitrag. Lasst mir gern Abo da, um das nicht zu verpassen.

16 Kommentare zu „#121: verschneiter Hohnekamm“

  1. Oh ja, ein Makroobjektiv zahlt sich aus und eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Auch wenn ich meines viel zu wenig nutze, kann ich es nur empfehlen.
    Die zwei Wochen im November kommen mir übrigens bekannt vor… 😉
    Eine 14 Kilometer-Tour hätte ich mir danach allerdings nicht gleich zugetraut. Man wird ja ganz träge durch die verordnete Netflix-Zeit auf der Couch… 😉
    Viel Erfolg für deine Pläne in diesem Jahr!

    Gefällt 1 Person

  2. Zum Glück komplett erholt und das beweist auch dein schöner Bericht von deinem Spaziergang durch den Schnee. Der Dampfzug ist hier ein echter Hingucker!
    Hoffentlich werden deine Geschichten 2022 genauso fesselnd wie letztes Jahr 🙂

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s