#49: Schierke versinkt im Nebel

Startpunkt Halle (Saale)

Samstag, 06:00 Uhr morgens: Auf Halle’s Straßen war es noch finster. Ich wartete auf meinen Kumpel David, während ich ein scheinbar frisch gekauftes altes Brötchen  vom Backwerk aß. Nachdem der Herr mich 10 Minuten im Auto warten ließ, ging es endlich los 😋 Da soll nochmal einer sagen, Frauen würden immer länger brauchen… David wollte ein paar Probevideos im Harz drehen, kennt sich dort aber nicht so gut aus. Klar das ich ihn mitnehme (…und etwas quäle). Ich glaube nicht das er wusste, worauf er sich da einlässt.

Bahnhof Schierke

Anderthalb Stunden später parkten wir das Auto am Bahnhof Schierke und ihr glaubt nicht, was mein Herz für Freudensprünge machte. Nebel, Nebel und noch mehr Nebel. So schnell wie die Vorfreude kam, verflog sie, als mir auffiel, dass keiner von uns Kleingeld für den Parkscheinautomaten dabei hatte. 5 Euro kostete hier das Ticket, was man passend in Form von Münzen zahlen musste – willkommen im 21. Jahrhundert. Egal, dann parken wir halt doch unten im Dorf und laufen die 1,5 Kilometer zum Bahnhof. Was ich darüber denke, dass dort ein Parkticket 8 Euro kostete, verkneife ich mir an der Stelle – immerhin akzeptierte der Automat sämtliches Bargeld und Kartenzahlung.

Das Ticket war gezogen, die Sachen gepackt und wir auf dem Weg nach oben. Schon nach den ersten paar Metern fing David an, tief zu schnaufen. Er sagte mir, dass er zwar auf Arbeit viel läuft, aber nicht bergauf. Hätte er gewusst, was noch kommt, wäre er direkt wieder umgedreht 😂

Start unserer Wanderung

Wer meine älteren Beiträge verfolgt hat, wird ihn kennen – den Schierker Bahnhof. Keine Ahnung warum, aber er gefällt mir immer wieder aufs Neue. Gerade bei dieser dunklen, fast gruseligen Stimmung.

DSC07054

Auch die Hütte der Bergwacht blitzt mir mit dem Nebel und Schnee besonders ins Auge. Klar, dass wir uns hier erstmal etwas austobten, bevor es weiter ging.

Schierker Feuerstein

Der eigentliche Grund, warum ich nach Schierke wollte, waren die Feuersteinklippen. Der ein oder andere wird den Kräuterlikör Schierker Feuerstein kennen, benannt nach einer der Klippen. Das einzig schwierige an dem Tag war, dass man nicht wirklich erkannte, wo genau der Wanderweg entlang ging. Der ganze Schnee hat es einem nicht einfach gemacht.

Tief im Wald

Nachdem die Klippen hinter uns lagen, überlegte ich, wohin uns der Weg noch führen könnte. Ein Blick auf die Karte ergab, dass ganz in der Nähe ein kleiner Teich sein sollte.

Ungefähr auf der Hälfte des Weges ging es nur noch nach oben. David war jetzt schon etwas fertig . Seine Schuhe waren bereits nach den ersten 20 Minuten durchnässt und bergauf war ja von Anfang an nicht sein Ding. Aber er hat durchgezogen 👍🏼

Bevor wir am Teich ankamen, wurde es immer nebliger. Die Vorfreude auf die nächsten Motive wuchs mit jedem Meter. Als wir dann allerdings an dem…, ich nenne es mal Tümpel, ankamen, musste ich etwas lachen. David ackerte sich durch den tiefen nassen Schnee, für nichts. Aber wie sagt man so schön, der Weg ist das Ziel 🤭

Da dieser Spot nicht wirklich spektakulär war und an dem letzten Wegweiser die Leistenklippe ausgeschildert war, fragte ich David, ob wir die noch auf uns nehmen wollten. Völlig überraschend stimmte er zu, ohne zu wissen, was jetzt noch auf ihn zukommt 🤭

Die Leistenklippe

Der Wanderweg war selbst für mich mächtig anstrengend. Keine Ahnung wie oft wir überlegt haben, umzudrehen. Ich laufe den Weg im Sommer schon nicht besonders gern, aber mit dem ganzen Tauwasser und Schnee, war das nochmal eine andere Nummer. Aber jetzt sind wir schon so weit gekommen…

Erfolgreich kamen wir auf der Klippe an und uns fegte ein ordentlicher Wind um die Nase. David ist nach ein paar Sekunden wieder heruntergegangen, ich ließ mir ein klein wenig mehr Zeit. Endlich mal kein Sonnenschein, wenn ich hier oben bin, das musste ich ausnutzen 😂

Über den Glashüttenweg zurück nach Schierke

Der Weg nach unten war nicht wirklich entspannter als nach oben. Wenigstens erkannten wir, wohin wir diesmal treten mussten. Mittlerweile waren einige Fußspuren im Schnee sichtbar, dieses „Luxus“ hatten wir auf dem Weg nach oben nicht. So erkannten wir schneller, wo man besser nicht hintritt.

Nach über einer Stunde kamen wir endlich am Bahnhof Schierke an. Nun trennten uns nur noch anderthalb Kilometer vom Auto. Die Luft war raus, selbst bei mir. Einen großen Respekt an David, dass er durchgehalten hat und das mit nassen Füßen 😉 Direkt im Anschluss ließen wir den Tag bei einem leckeren Mittagessen ausklingen, das hatten wir uns verdient 🤤

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17 Kommentare zu „#49: Schierke versinkt im Nebel“

  1. Einmal habe ich mich da hoch gemacht und oben gab es vor lauter Nebel so gut wie Null zu sehen.. Dann im Regen runter.. In Abwandlung eines bekannten Werbespruchs: Das ist dann schon ein paar Feuersteine wert! Aber schön war’s doch☀️☀️

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  2. Tolle Bilder ! Und dieser Bahnhof …da gab es doch mal diesen Deutschen Schnulzensänger…Es fährt ein Zug nach Nirgendwoooooo…(Christian Anders,gerade mal nachgeschaut) Also ich dachte immer das ist purer Kitsch aber wenn ich mir das Bild vom Hauptbahnhof 🙂 Schierke anschaue….er hatte doch recht, der Schlagerstar… Das Leben hat einfach die besseren Geschichten, Ausnahmen wie im Moment bestätigen nur die Regel. Bleib gesund, herzlicher Gruss, Jürgen

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