#95: Farbexplosion an der Basteibrücke

Last but not least: Heute zeige ich euch den dritten Teil meines Kurztrips in die Sächsische Schweiz. Wer den Anfang verpasst hat, findet hier Teil 1 und Teil 2.

Der Wecker klingelte mal wieder viel zu zeitig. Die Touren vom Vortag steckten noch in den Knochen und ich tat mich echt schwer damit, eine Vorfreude auf den Lilienstein zu entwickeln. Wenn ich nur an den Aufstieg denke, vergeht mir alles. Der ist zwar mit ca. 25 min. erträglich, aber trotzdem ätzend. Hmm, die Basteibrücke wäre auch eine Option, Stefani war noch nie bei schönem Licht dort oben. Ich bin zwar schon öfter zum Sonnenaufgang dort gewesen, aber bisher hat das Licht nur einmal gepasst. Den Beitrag dazu findet ihr hier. Wir sprachen uns kurz ab und entschieden zur Bastei zu fahren.

Blöd nur, dass wir für die Bastei viel zu zeitig aufgestanden sind. Wir waren viel zu früh vor Ort und ich mal wieder zu faul, mein Stativ mitzuschleppen. Also hatte ich knapp anderthalb Stunden nichts weiter zu tun, als zu warten, dass es endlich hell wird. Der Nebel zog zwar schon fleißig über die Elbe, aber auf der anderen Seite der Brücke tat sich nichts. Als allmählich die Dämmerung begann, nahm ich ein paar (lieblose) Bilder auf, um sie im Nachgang doch wieder zu löschen. Kurz vor 05:00 Uhr entdeckte ich am Horizont ein rotes Band, davor den erhofften Nebel. Vielleicht schafft es Klärchen ja doch noch, sich durch die dicke Wolkendecke zu kämpfen.

Keiner wusste, wie lange das Licht und der Nebel so blieb, also wollte ich möglichst viele Motive einfangen. Ich huschte von einer Ecke zur anderen, eilte Stufen hoch und wieder runter und meine Laune wuchs mit jeder weiteren Minute.

Und dann, keine 30 Minuten später knallte die Sonne dermaßen durch die Wolken, dass ich vor Freude fast Pippi in den Augen hatte. Ich glaube jeder Fotograf kann es nachvollziehen, dass der Körper bei diesem Anblick nur einen Ausweg kennt, das Gefühl zu verarbeiten: Gänsehaut von Kopf bis Fuß.

Das sind glaube die besten Bilder (in meinen Augen), die ich bisher geschossen habe. Ich könnte mir zu Hause alle Wände damit voll tapezieren und würde mich nie satt sehen. Was meint ihr? Als die Sonne wieder hinter den Wolken verschwand, blieb ein graues Nebelmeer übrig. Es ließ sich nur noch leicht erahnen, dass vor kurzem der Sonnenaufgang war.

Der Nebel zog noch eine ganze Weile durchs Tal, aber für uns waren die letzten 30 h so erfolgreich, dass jetzt nur noch ein Outdoor – Frühstück irgendwo im Wald infrage kam. Ich war völlig übermüdet und wollte einfach nur eine warme Suppe essen. Also ließen wir den Tag auf einem kleinen Stellplatz ausklingen, bevor es zurück in Richtung Heimat ging.

Ich hoffe, euch haben die drei Beiträge zum Kurztrip gefallen. Keine Woche später stand ich schon wieder in Sachsen auf einem Berg. Diesmal hatten wir zwar nicht ganz so viel Glück mit dem Nebel (um genau zu sein gar nicht), aber der Sonnenaufgang musste sich trotzdem nicht verstecken. Ich hoffe, ihr seid dann wieder mit am Start. Abonniert gern meinen Blog, um nichts zu verpassen.

44 Kommentare zu „#95: Farbexplosion an der Basteibrücke“

    1. Freut mich total, dass sie dir so gut gefallen 😍 Ich habe schon so viele Bilder, für den diesjährigen Kalender, muss die erstmal sortieren 🤭 Und da kam der Herbst noch nicht 😱😅 Liebe Grüße

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      1. Liebe Anja, ich habe meinen Kalender gerade in den Druck gegeben. Erreiche ich dich irgendwie, um dir zu zeigen, wie er aussieht? Falls er dir gefällt, kannst du gern eins haben, ich habe einfach 3-4 zusätzlich bestellt, falls er gut ankommt. LG

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    1. Hallo Peter, falls du noch Interesse an einem Kalender hast, er ist gerade fertig geworden und ich habe einfach mal 3-4 mehr bestellt. Gib gern per Mail Bescheid, falls du einen davon möchtest bzw. dass ich dir den erstmal zeigen kann (wanderblende@gmx.de).

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  1. Dein Blog bist eine Neuentdeckung für mich. Deine wunderschönen Fotos sind sehr berührend und gefallen mir sehr. Fotografie und Malerei haben etwas gemeinsam: man braucht dazu ein gutes Auge, um besondere Stimmungen einzufangen. Darüber verfügst Du gewiss!
    Ich habe Dein Blog abonniert, um nichts mehr zu verpassen. Liebe Grüße, Gisela

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  2. unglaublich meditative Bilder, absolute Wertarbeit !!!! Knochenarbeit – Selbstbeherrschung und letztendlich wahres Können stecken darin. Kunstwerke sind das, keine Knipserei. Ich bin sehr angetan, für solch einen Anblick wäre jeder deutsche Dichter auf allen Vieren da hoch gekrochen.
    mit tiefen Kotau grüsst Astrolady

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    1. Vielen, vielen Dank. Diesmal war es tatsächlich nicht viel Knochenarbeit, zumindest was die Anstrengung betrifft. Denn die Brücke erreicht man relativ schnell und einfach, dass muss auch mal sein 🙂

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  3. Da kann man nur sagen, das hat sich mal richtig gelohnt 😊. Bei richtig Glück mit dem Nebel und so, sind Dir wirklich grandiose Aufnahmen gelungen und ich freu mich schon mehr von Dir zu lesen und bestaunen zu können. Dein Blog hier find ich sehr gelungen und macht Lust mal wieder selbst ein paar Abenteuer zu erleben. Mach weiter so und hab noch viele solcher tollen Momente. Falls Du aus diesen ganzen wundervollen Aufnahmen 12 aussuchen kannst, die Du in einen Kalender stecken möchtest, würde ich auch gern ein Exemplar erwerben. 😊
    LG aus Leipzig

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    1. Vielen lieben Dank Tilo 😊 Freut mich immer wieder zu hören, wenn andere durch die Bilder Lust bekommen, rauszugehen. Bei dem Kalender werden es nicht nur Bilder von dieser Tour sein, sondern von allen Touren die (in meinen Augen) schönsten. Ich werde vorher zeigen, wie er aussehen wird und dann kannst du dich gern melden, wenn er dir gefällt. Dann kann ich ihn ja fast persönlich vorbei bringen, du wohnst ja nicht weit weg 😊 Liebe Grüße aus Halle (Saale)

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