#96: Sonnenaufgang Lilienstein

Der Lilienstein… eigentlich mag ich die Location zum Sonnenaufgang gar nicht. Sie ist überlaufen, ausgelutscht und naja, ich habe am Morgen lieber meine Ruhe. Bisher war ich nur dort, wenn es neblig und verregnet war – da kann ich den Spot nur empfehlen. Einen ausführlichen Beitrag darüber gibt’s hier. Aber irgendwie hatte ich gehofft, ein ähnliches Nebelmeer zu erwischen, wie in der Vorwoche an der Bastei. Das Wetter war zumindest vielversprechend, na mal sehen.

Rakotzbrücke:

Doch bevor es mit Sven und Niklas losging, stand ursprünglich die Rakotzbrücke auf dem Plan. Ich wollte dort den Sonnenaufgang knipsen und mit Glück, vorher den Sonnenuntergang in der Sächsischen Schweiz. Doch das Wetter war zu schlecht und Sven hatte mich bzgl. der Planung falsch verstanden. Also fuhren wir direkt zur Rakotzbrücke und entschieden vor Ort, wie es weitergeht.

Als wir ankamen, war ich vom Spot ziemlich enttäuscht. So schön wie die Brücke ist, so öde ist der Weg dorthin. Keine 5 min. brauchten wir vom Parkplatz. Gerade Leute wie ich, die Spots gern mit einer schönen Wanderung verbinden, werden hier nicht sehr glücklich. Das Licht war auch nicht mehr da und deswegen entschieden wir, am Morgen lieber ins Elbsandsteingebirge zu fahren, um dort den Sonnenaufgang zu fotografieren.

Auf zum Lilienstein:

Respekt an Sven, der uns unermüdlich zum Parkplatz fuhr. Niklas hinter mir fing bereits an zu schnarchen, als wir in Bad Schandau ankamen. Wir alle waren an diesem Tag seit morgens arbeiten und lange auf den Beinen. Als wir dann aber vor dem Lilienstein parkten, musste noch ein Bier geköpft werden. Plötzlich waren wir wieder topfit und der Meinung, 2 Stunden schlaf reichen erstmal aus. Dummerweise war ich dann viel müder als vorher, aber egal.

Der Wecker klingelte 02:30 Uhr und bereits zu der Zeit zuckten am Lilienstein die ersten Taschenlampen durch die Bäume. Da hat es aber jemand eilig, dachte ich mir. Wir packten unsere Sachen zusammen und starteten den von mir gehassten Aufstieg.

Oben angekommen stellte ich fest, dass wir viel zu früh losgelaufen sind. Ich hätte locker noch eine Stunde schlafen können, ohne etwas zu verpassen. Tja und das Wetter? Das war so gar nicht, wie erhofft. Der Himmel bedeckt und kein Nebel in Sicht.

Viel hatte ich an dem Morgen nicht erwartet, doch im Harz musste ich mit Sven lernen, gib die Hoffnung nie zu früh auf, wenn es um Sonnenaufgänge geht. Wir waren einmal in der Situation, dass wir zu zeitig vom Spot losfuhren und die Sonne knapp 30 min. später ein unglaubliches Schauspiel zeigte… während wir bereits im Auto saßen.

Und was soll ich sagen, ähnlich war es an diesem Tag. Erst ließ sich nicht ein Sonnenstrahl blicken und dann, für etwa 15 Minuten, zeigte sich Klärchen von ihrer schönsten Seite. Auch wenn es mit dem Nebel nicht klappen wollte, bekam ich trotzdem ein paar tolle Bilder.

Gerade die kleine Kiefer hat es mir angetan. Direkt dahinter wurden die Wolken so wunderschön angestrahlt, das für den Moment alles perfekt war. Wir schlenderten noch ein wenig auf dem Lilienstein entlang, doch als die Sonne wieder verschwand, war es Zeit für uns, die Heimreise anzutreten.

Nach dieser Tour hatte ich erstmal genug von strahlend sonnigen Bildern. Beim nächsten Mal durfte es gern wieder etwas düster werden. Ich kann euch jetzt schon sagen, es hat geklappt. Ich nehme euch mit in ein verregnetes Nebelparadies. Wenn ihr das nicht verpassen wollt, lasst mir gern ein Abo da.

21 Kommentare zu „#96: Sonnenaufgang Lilienstein“

  1. die kleine Kiefer gibt dem Foto den letzten Schliff zur vollkommenen Harmonie. Ein Zen-buddhistischer Garten hätte nicht meisterlicher gestaltet werden können. Tja, der goldene Schnitt! Du hast ein Auge dafür. Ist der Regenbogen ein Artefakt oder echt? Dass der da so in der Landschaft erscheint ist ja auch ein Geschenk des Himmels.
    LG von Astrolady

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  2. P.S. mir fällt noch was ein. Kaspar David Friedrich hat auch Kiefern auf Felsen gemalt und in weiter Ferne dann die Flusslandschaft…könnte das wohl dieser Ort gewesen sein? Es erinnert mich an dieses Ölgemälde.“Ausblick ins Elbtal“. Aber dort sind es Fichten. Auch er hat ein Bild gemalt – Wanderer über dem Nebelmeer – und hat sich wohl abgemüht zu seiner Zeit, dort oben den Nebel zu erleben, der den Blick einhüllt und nur noch stehen lässt, was wesentlich ist, die Felsen, sie sprechen dann zu einem. Deshalb sind deutsche Philosophen diesem Gemälde auch so verfallen gewesen und es hat Dichter und Maler in Scharen dorthin gezogen.

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      1. 🙂 OK, nehmen wir mal ein Bild im Querformat. Lange Kante 1600 pix. das sind bei mir bei 72 dpi ca 200kb. Bei den senkrechten nimmst du dann 1024pix als längste Kante und kommst auf noch weniger. Wenn Du bei WordPress bloggst dann wird es so schon sehr lange dauern, bis du 3 GB voll hast. Nur mal so als Anregung. Die Qualität leidet nicht darunter.

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  3. Muss nochmals ein Lob zu Deinem Blick ins Elbtal loslassen: ein solches Kraftbild, ich habe es als Lockscreen-Bild hochgeladen und wenn ich den PC anmache, dann kommt mir die Kraft der Stille so geballt entgegen, es wirkt so sehr auf die Seele, einfach wundervoll, eine helle Freude dieses Foto!!! Nochmals ein Lob und grosses Dankeschön an Dich!!

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