#54: Märchenhafter Lilienstein und Basteibrücke

Was für eine geile Wanderung ihr Lieben, anders kann ich es nicht ausdrücken. Nebel, Regen, Aussichten… Der Beitrag könnte etwas länger werden, weil der Kamerasensor an diesem Tag besonders glühte. Aber eins nach dem anderen, beginnen wir erstmal von vorne.

Wanderparkplatz am Lilienstein

Der Wecker klingelte, glücklicherweise nicht 01:10 Uhr wie letzte Woche, sondern erst 03:30 Uhr. Im Wetterbericht stand Schmuddelwetter, 3 Kreuze, so komm ich gar nicht in die Versuchung, zum Sonnenaufgang vor Ort zu sein. Ein weiterer Pluspunkt, weshalb ich dieses Scheißwetter so liebe.

04:30 Uhr ging es mit meiner Freundin Franzi los. Sie wollte mich begleiten, schluckte allerdings ein wenig, als sie erfuhr, wann wir losfahren. Wie sag ich immer, schlafen kannste, wenn de tot bist 🤭 Ich überlegte, wo man mit jemandem hinfährt, der noch nicht im Elbsandsteingebirge war. Am besten eignen sich die typischen Touri – Ziele, also auf zum Lilienstein und zur Basteibrücke.

Wir plauderten die ganze Zeit, meist über Männer und ihre Macken und bekamen gar nicht mit, wie schnell die Fahrt verging 😅 Gegen 06:30 Uhr stellten wir das Auto am Waldparkplatz direkt vor dem Lilienstein ab. Während der Regen fröhlich auf die Windschutzscheibe plätscherte, kaufte ich ein Parkticket, warf mir die Regenjacke über, zurrte die Schnürsenkel fest und zog die Kapuze über dem Kopf – startklar.

Aufstieg an der Südseite

Mit einem mulmigen Gefühl startete ich meine Wander-App. Auf der letzten Tour hielt sie einige Überraschungen für mich bereit. Es gibt 2 Aufstiege zum Lilienstein, einen über die Nord- und einen über die Südseite. Der Weg über die Südseite schien laut App kürzer, also nahmen wir einfach den.

Nach dem Aufstieg wusste ich, warum er kürzer war.

Als die Steigung begann, fühlte ich mich zum Frienstein zurückversetzt. Es war zwar nicht ganz so schweißtreibend wie beim letzten Mal, aber die Pumpe hatte trotzdem einiges zu tun. Wenn man aber weiß, was einen oben erwartet, nimmt man jede Hürde auf sich.

Der Regen prasselte nach unten, als gäbe es kein Morgen mehr. Franzi bezwang den Aufstieg mit Gummistiefel und Regenschirm – Respekt. Ich wäre vermutlich permanent auf den Hintern gefallen, aber sie hielt sich wacker. Knapp 15 Minuten später erblickte ich die langersehnten Stufen. An sich ist der Aufstieg über die Südseite wunderschön, nur bei Regen gab es 2-3 Stellen, die etwas schwieriger zu bewältigen waren.

Knapp 20 Minuten mussten wir überstehen und kamen tief prustend auf der Gipfelspitze angekrochen. Wasser, schniefte ich zu Franzi und nahm erstmal einen großen Schluck aus der Flasche, bevor es weiter ging. Nachdem der Hals mit Feuchtigkeit versorgt war, vergisst man den schweißtreibenden Aufstieg sofort, vor allem wenn Mutter Natur solche fantastischen Bilder parat hat.

On the top

Die Luft an diesem Tag war genial. Der nasse Wald verströmte einen Duft, himmlisch. Schon alleine deswegen lohnt sich eine Tour bei Regen. Auch wenn sich jetzt einige von euch Fragen, ob das mein Ernst ist, probiert es einfach mal aus – schlechtes Wetter gibt es nicht 😉

Einer der ersten Spots für heute, die berühmte Wetterkiefer. Die meisten Fotografen fangen die wohl bekannteste Kiefer in der sächsischen Schweiz aus der gleichen Perspektive ein. Klar war, dass ich auch ein Bild mitnehmen wollte, also musste erstmal eine Position gefunden werden, die ich noch nicht kannte 😜

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Das Wetter veränderte sich von Minute zu Minute und wenn man Pech hatte, verpasste man den Moment, in dem der Nebel ganz kurz zur Seite wich. Was an diesem Tag jedoch blieb, war der Regen und die Tropfen auf der Linse 😂

Nachdem wir von Felsen zu Felsen kletterten und Franzi dezent mit ihrer Höhenangst zu kämpfen hatte, zog es uns weiter Richtung Bastei. Bevor ich euch zeige, wie es dort an diesem Tag aussah, gibt es erstmal noch ein paar weitere Aussichten vom Lilienstein.

Kleine Gans

Es ist selten, dass ich am frühen Morgen unterwegs bin und der Nebel so lange in den Wäldern hängt. Der Vortag war relativ warm und es regnete die ganze Nacht bei angenehmen Temperaturen durch. Einfach alles harmonierte perfekt. Wie ihr euch vorstellen könnt, bekam ich nicht genug vom Nebel 😁

Wieder konnte ich mich nicht erinnern, wie ich genau zu dem Aussichtspunkt an der kleinen Gans kam. Aber wenn ich erstmal die Pavillonaussicht gefunden habe, läuft der Rest wie geschmiert 😅

Einer der schönsten Orte, an denen ich bis jetzt gewesen bin. Stundenlang könnte ich hier verweilen und in die Ferne sehen. Vielleicht könnt ihr das ja nach den folgenden Bildern ein bisschen nachvollziehen.

Auf der Basteibrücke

Zu guter Letzt wollte ich Franzi natürlich noch DIE Sehenswürdigkeit schlechthin zeigen. Wenn man in der sächsischen Schweiz ist, sollte man einen Ausflug zur Basteibrücke einplanen. Bis jetzt war ich bei Sonnenaufgang hier, im Winter bei Regen und leichtem Schnee, aber noch nie während so einer dicken Nebelsuppe.

Als wir die Brücke betraten, schaute ich mir verdutzt ein Plakat an. Ich musste nicht mal anfangen zu lesen, die Bilder mit der 😷 haben gereicht. Man macht ja in den letzten Wochen echt viel Quatsch mit und zeigt Verständnis. Aber das ich jetzt bei strömendem Regen, an der frischen Luft, mutterseelenallein, eine Maske trage, können sie vergessen. Und die 2-3 Leute, die uns entgegenkamen, dachten sich wohl genau das Gleiche.

Die Bastei ist wohl eines der besten Beispiele, das man hier 100x hinfahren kann und trotzdem immer andere Bilder mit nach Hause bringt. Ich hoffe, euch hat die kleine Reise in den wunderschönen Osten Deutschlands gefallen. Wenn ihr nichts verpassen wollt, abonniert gern meinen Blog. Es wird bestimmt nicht langweilig.

14 Kommentare zu „#54: Märchenhafter Lilienstein und Basteibrücke“

  1. Hallo Christiane,

    mir blieb auch die Spucke weg, einfach wunderbare Bilder und die Stimmung in zauberhaften Farben eingefangen.

    Bei diesem Wetter und bei den Umständen wird Fotografie auch spürbar. Der Wind, der Regen alles lässt einen den Moment viel bewusster empfinden.

    Das Aufstehen hat sich auf jeden Fall gelohnt, leider sind es für mich 600km und nicht so spontan geplant.

    Viele liebe Grüße Andreas

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    1. Ich danke dir Andreas 😍

      600 km sind natürlich eine ordentliche Strecke 😉 Aber du hast bestimmt in deiner Region auch viele schöne Ecken, die mich zum Träumen einladen 😃 Viele Grüße

      Liken

  2. Also mein Wetter wäre das ja nicht, aber Deine Bilder beweisen, dass es das auf jeden Fall wert war. Sehr schön, seeehr stimmungsvoll. Und diese Orte mal fast für sich allein zu haben, ist sicher auch toll.

    Gefällt 1 Person

  3. Hallo Christiane,
    Wunderbare Bilder von einer Wunderbaren Tour !!
    Sooo tolle Eindrücke und Fotos, da wünscht man sich babei gewesen zu sein. 😉

    Liebe Grüße
    Burkhard

    Gefällt 1 Person

  4. Geil! Die Bilder sind der absolute Wahnsinn geworden!!! Jetzt hab ich richtig Lust meinen Freund und unsere Kameras einzupacken und direkt loszufahren 😄 Da hat sich das frühe Aufstehen zweifelsohne gelohnt 😉💪🏼

    Gefällt 1 Person

    1. Ganz lieben Dank. Genau deswegen mache ich das glaube auch, bei schlechtem Wetter hat man zu 90% an jedem Hotspot seine Ruhe 🥰 Klar ist ein fantastischer Sonnenaufgang auch was feines, aber ich mags halt lieber düster 😅

      Gefällt 1 Person

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