Sächsische Schweiz – ein Nebelparadies

Ausschlafen zum Samstag? Fehlanzeige…  02:00 Uhr aufstehen war mal wieder angesagt. Aber wenn es heißt, dass es in die Bastei geht, springt man förmlich aus dem Bett. Ich denke, jeder von euch kann das nachvollziehen (oder zumindest der Großteil). Beginnen wir erstmal ganz von vorne.

Ich saß Mittwochabend auf unserer Couch und mir kribbelte es in den Händen: Ich wollte meine Kamera an diesem Wochenende ausführen. Mein Mann musste eh von früh bis abends arbeiten und bevor ich den ganzen Tag Netflix schaue, ist das eine gesunde Alternative. Ich fragte in unserer Fotowalker Gruppe, ob jemand etwas geplant hat. Sven überlegte zur Saaleaue zu fahren – das war nicht ganz mein Geschmack. Also habe ich ein paar Vorschläge gebracht: Wernigerode oder Stolberg mit dem Josephskreuz? Eigentlich konnte ich mir nicht vorstellen, das jemand Lust auf eine kurzfristige größere Tour hätte. Als ich dann jedoch die Bastei bei Sonnenaufgang erwähnte, war Sven direkt Feuer und Flamme „Bastei, da bin ich dabei.“  schrieb er sofort. Flo und Niklas entschieden sich ebenfalls mitzukommen. Wir kennen uns fast alle nur durch Facebook/ Instagram, es ist unglaublich, was sich da im letzten Jahr entwickelt hat. Ich find‘s mega, nicht alleine loszuziehen. Schnell stand die Planung fest. Sven kannte sich dort bereits aus und war unser Fahrer und Reiseführer für den Tag. Nochmal ein riesengroßes Dankeschön dafür 😉 Halb 4 sollte es im Osten von Halle/Saale losgeheb.  Sven brachte Flo mit und ich holte Niklas am Bahnhof ab. 03:15 Uhr wollte er dort sein…. es wurde 03:20 Uhr…03:25 Uhr und von Niklas keine Spur. Gerade fing ich an, ihm eine Nachricht zu schreiben, da tippte er bereits fleißig bei Whatsapp etwas ein: „Ich hab leider verschlafen.“ Meine Vermutung bestätigte sich. Aber alles halb so wild, natürlich haben wir auf ihn gewartet. 20 Minuten später kam das Auto seines Bruders im Eiltempo  angefahren und er sprang heraus.

Die Tour konnte beginnen.

05:45 Uhr kamen wir auf dem Parkplatz in der Bastei an. Es war dunkler, als wir vermutet hatten. Man merkt allmählich, dass der Herbst mit leisen Schritten näher rückt. Zum Glück hatte Niklas zwei Taschenlampen dabei – das wäre sonst echt interessant geworden, nur mit unseren Handyfunzeln bewaffnet durch den Wald zu stolpern. Immer wieder schauten wir nach oben, wie sich der Himmel entwickelt. Die Wolken sahen vielversprechend für einen Sonnenaufgang aus, aber zu viel Euphorie wollten wir nicht verbreiten. Man lernt mit der Zeit, dass man als Landschaftsfotograf mit dem zufrieden sein muss, was vorhanden ist. Aber ich sage euch, das muss sich nicht immer negativ äußern 😉 Sven hatte einen kleinen Geheimtipp, die Basteibrücke abseits der anderen Fotografen abzulichten. Wir gingen genau in die entgegengesetzte Richtung durch den Wald. Es war stockfinster und die Geräusche wurden (für mich als Angsthase No. 1) immer unheimlicher. Hier war in der Tierwelt ganz schön was los am frühen Morgen. Als die Eulen ihre Rufe in den Wald entließen, war die Gruselstimmung perfekt ;o)

Ein paar Meter später stiegen wir über eine Begrenzung, es ging immer weiter nach oben. Ich fragte Sven, ob er sich sicher ist, dass das der richtige Weg sei, den wir einschlagen. Keine 5 Minuten später standen wir an einem herrlichen Aussichtspunkt. Es war fantastisch. Mit dem Teleobjektiv konnte man sehen, wie sich die anderen Fotografen auf der Aussichtsplattform mit ihren Stativen ins Gehege kamen – ich konnte mir ein grinsen nicht verkneifen. Wir hatten jede Menge Platz und unsere Ruhe. Ein paar Minuten später kam ein weiterer Fotograf aus Magdeburg mit seiner Freundin. Sein Ziel das gleiche wie unseres: Die Bastei im perfekten Licht erwischen.

Das Wetter war großartig, Nebel, dramatischer Himmel und im späteren Verlauf, Sonne. Wir schossen unbemerkt ein paar Bilder von uns beim Fotografieren. Manchmal ist uns gar nicht bewusst, wie nah wir am Abhang stehen. Umso überraschter sind wir, es direkt auf einem Foto zu sehen. Die ersten Bilder waren im Kasten, weiter geht’s zur Basteibrücke. Wir wollten dort unbedingt ein paar Spots mitnehmen.

Ich stand auf der Brücke und bei dem was ich sag, blieb mir glatt die Spucke weg: So eine dichte fluffige Nebeldecke habe ich noch nie gesehen. Schnell waren ein paar hundert Bilder mehr auf der Speicherkarte. Man wusste teilweise gar nicht, wo man anfangen soll – sitzt einem doch die Zeit etwas im Nacken, weil man genau weiß, das Licht hält nicht ewig an.

Die Sonne wanderte immer weiter nach oben, also auf zum Locationscouting. Der Papstein und die Waitzdorfer Höhe standen auf dem Programm. Im Herbst wollen wir hier eventuell zum Sonnenauf- und -untergang hin. Meine Beine brannten nach den ersten Stunden und somit wurde der Aufstieg zum Papstein nicht leichter. Oben angekommen, wurden wir mit einem tollen Ausblick belohnt. Sehr lange waren wir aber nicht hier, denn das Farbenspiel am Himmel ließ nach. Also weiter ging es zur Waitzdorfer Höhe. Das war nicht mein Geschmack, denn der Ausblick unterschied sich zum Papstein kaum.

Nach ein paar Minuten kehrten wir zum Mittagessen in der Waitzdorfer Schänke ein – und das hat sich gelohnt. Gute deutsche Küche zu einem unschlagbaren Preis. Die Gerichte gab es dort in großen und kleinen Portionen. Für mich war die Kleine völlig ausreichend, geschafft habe ich es trotzdem nicht, genau wie Sven. Gut, dass wir Flo dabei hatten. Er hat zu seiner großen Portion noch unsere Reste geschafft. Der, der am wenigstens tragen muss (Flo fotografiert mit seinem IPhone), verputzt das meiste 😉 Aber so musste nichts weggeschmissen werden, das ist immer gut. Nachdem wir völlig vollgefressen zum Auto liefen, ging es nach 6 Stunden Richtung Heimat. Wie immer, völlig ausreichend. Flo fand die Rückfahrt so spannend, das er glatt eingeschlafen ist – er sah, nach dem vielen Essen, aber auch fertig aus 😉

Für mich steht fest, dass ich definitiv dieses Jahr nochmal in die Ecke fahre. Die Edmundsklamm bei Hrensko reizt mich extrem, am liebsten im Herbst. Mal sehen, wann es so weit ist, ihr dürft gespannt sein.

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