Leistenklippe – es kann nicht immer alles klappen

Mein Wecker klingelte mitten in der Nacht, 00:30 Uhr. Geschlafen habe ich nicht viel, denn ich bekam den Rotz. Damit auf die Leistenklippe, war keine gute Idee, dazu später mehr. Zu diesem Zeitpunkt war die Vorfreude viel zu groß, ich wollte die Tour nicht verschieben. 02:00 Uhr fuhr ich zum Hauptbahnhof in Halle (Saale) um Niklas einzusacken. Auf dem Weg zu Sven und Flo unterhielten wir uns über seinen Camperurlaub in Schweden – wie geil muss das bitte sein?! Eigentlich wollte Sven diesmal fahren, jedoch verabschiedete sich einen Tag vorher der Nachschalldämpfer an seinem Auto. Nur gut das er das vorher bemerkt hat, bis in den Harz hätte der wohl nicht durchgehalten. 

04:00 Uhr sind wir in Schierke angekommen und in meiner ersten Taschentuchpackung verbreitete sich gähnende Leere, das kann ja was werden. Wir parkten unser Auto und gingen schnurstracks zum Bahnhof. Der 1,3 km lange Weg hat sich durch den Anstieg extrem gezogen. Am Bahnhof angekommen, ging es weiter Richtung Spinne. Der Weg war felsig, die Investition in neue Wanderschuhe hat sich gelohnt. Von der Spinne aus liefen wir den Moorstieg entlang. Wie schön dieser ist, bemerkten wir auf Grund der Dunkelheit erst auf dem Rückweg. Die letzten Meter fielen mir extrem schwer und ich fragte mich erneut, warum ich das mache. Mir tat alles weh, die Taschentücher neigten sich dem Ende und ich bat um eine kurze Pause. Der Kreislauf wollte einfach nicht mehr mitmachen. Ich erwähnte ja bereits am Anfang, clever war das nicht von mir ;o) Sven kam nur noch ein „Wir wollen doch nicht zum Brocken…“ über die Lippen. Ich glaube, ihm kam die Pause auch sehr gelegen. Ich schmunzelte und wir gingen weiter.

 

Nach 70 Minuten kamen wir gegen 05:00 Uhr an der Leistenklippe an. Sonnenaufgang war eine Stunde später. Hier habe ich mich dezent verschätzt, wie lange wir hoch brauchen. Oben angekommen, fegte auf der Aussichtsplattform ein ordentlicher Wind. Es waren nur ein paar Grad über Null und ich fühlte mich wie im tiefsten Winter. Innerhalb der nächsten Stunde schaute immer wieder einer von uns zur Plattform hoch um abzuschätzen, ob es sich lohnt, die Kamera rauszuholen. Die Hände waren mehr als eisig, da überlegt man sich dreimal, ob man fotografiert. Meine Handschuhe lagen natürlich gut verstaut im Auto. Wer kommt aber auch auf die Idee, Handschuhe im August mitzunehmen?

Kurz nach 06:00 Uhr war das Licht einigermaßen ok, um Bilder zu schießen. Für mein Stativ war es allerdings viel zu windig, bzw. habe ich auf dem Felsen nicht wirklich Halt damit gefunden. Also fotografierte ich aus der Hand und somit zog sich die Pechsträhne weiter. Der Sonnenaufgang war nicht wirklich gut, es war arschkalt, um aus der Hand zu knipsen zu dunkel – ich war leicht genervt ;o) Der Großteil der Bilder ist nichts geworden, zumindest bin ich nicht zufrieden damit. Nach einer knappen halben Stunde brachen wir auf Grund der Wetterverhältnisse ab und haben uns auf den Rückweg gemacht.

Auf dem Weg nach unten hatten wir endlich etwas Glück: Das Licht war klasse, es wurde wärmer und die Laune besser. Die Hände tauten langsam auf und dadurch machte das Fotografieren viel mehr Spaß. Wir hielten immer wieder an, um noch ein paar Eindrücke der Umgebung festzuhalten. Sven hatte seine neue Drohne dabei und die musste natürlich getestet werden. Es ist schon sehr geil, was diese kleinen Dinger alles können. Leider hatte sie einen relativ schlechten GPS Empfang im Wald, weshalb es nur ein kleines Gruppenfoto geworden ist – aber für die Erinnerung an diesen nicht ganz so perfekten Tag, hat es allemal gereicht.

Mein Highlight bei dieser Tour war die Bergwachthütte am Schierker Bahnhof. Die sieht echt super aus, weshalb ich hier auch nochmal im Winter hin möchte. Die Hütte gibt im Schnee bestimmt ein perfektes Motiv ab.

Zur Leistenklippe werde ich definitiv nochmal fahren, aber dann im Sommer, oder wenn ich wärmere Klamotten dabei habe. Die Aussicht dort oben war sensationell, ich kann es nur jedem empfehlen.

Und zum Schluss noch die Moral von der Geschicht – Wandern solltest du mit Rotznase nicht ;o)

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