#01: Goldene Stunde auf dem Brocken

22:45 Uhr, der Wecker klingelt. Völlig übermüdet watschelte ich ins Bad und schob mir die Zahnbürste in den Mund. Die Nacht war kurz, die Wärme zu dieser Jahreszeit wie in der Hölle. Was soll’s, denn 23:45 Uhr geht es los: Wir wollen auf den Brocken.

Gesagt getan: Ich sackte Janine ein, um gemeinsam zu Alex zu fahren. Er war unser heutiger Fahrer. Ein paar Kilometer später saßen Flo und Sven ebenfalls mit im Auto –  wir waren vollzählig. 02:20 Uhr kamen wir in Oderbrück an. Ursprünglich wollten wir am Ehrenfriedhof starten, jedoch sah der Weg versperrt aus. Wie sich später herausstellte, war dem nicht so. Die Absperrung schien standardmäßig zu sein, damit kein Auto durchfährt. Aber alles halb so wild.

10 Minuten später ging es Richtung Brocken. Ich dachte schon wir sind verrückt, aber es gab noch weitere Menschen, die den Sonnenaufgang auf dem Brocken erleben wollten.  Der Aufstieg war (für meine Verhältnisse) kräftezehrend. An sich ist der Weg für Anfänger wunderbar. Es gibt nur 3-4 Steigungen, aber der Rest ist entspannt zum Laufen, auch ohne große Übung. Alex, Flo und meine Wenigkeit hatten einen guten Schritt drauf (so habe ich mich auch gefühlt). Flo ist wie eine Elfe hoch gelaufen, ihm schien das gar nichts auszumachen. Sven und Janine fiel der Weg glaube etwas schwerer. Nach einer kurzen Rast an den Stichwortfahnen am Goethebahnhof waren die Kräfte gestärkt und es konnte weiter gehen.

2 Stunden haben wir es geschafft.  Die Wetterstation vom Brocken blitzte hervor. Ich war verwundert, dass es so schnell ging – wir sind aber auch förmlich „hochgerannt“. Oben angekommen fegte ein ordentlicher Wind über uns hinweg. 12 Grad zeigte das Thermometer an, gefühlt waren es -10 Grad (ich bin eine Frostbeule). Umgehend wurden die Stative ausgepackt und ein paar Testaufnahmen auf den Sensor gebrannt. Janine’s Stativ stand nicht sehr stabil und landete eine Etage tiefer. Zum Glück hatte sie einen Filter auf der Linse, es konnten ernstzunehmendere Schäden verhindert werden. Der erste Schreck war verdaut und es ging direkt weiter. Wir überlegten, wo man sich am besten positioniert, um das perfekte Bild hinzubekommen. Wir entdeckten ein passendes Fleckchen – die Aussicht war einfach fantastisch. Die Sonne kam hoch und wärmte allmählich unsere eingefrorenen Hände und Gesichter.

 

Nach 2 Stunden ging es langsam bergab. Die erste Euphorie war verflogen und der Aufstieg machte sich in den Beinen bemerkbar. Das Licht war zum Glück wunderschön, sodass wir unsere Kameras in die Hand nahmen und weiter fotografierten. Die beste Ablenkung überhaupt. Wir haben den Rückweg in vollen Zügen genossen. Ich hatte das Gefühl, Sven und Flo rasten den Berg herunter. Mehr als eine Staubwolke haben wir von ihnen nicht gesehen. Wir anderen schlenderten mit unseren Kameras in der Hand ganz in Ruhe hinterher.

 

Ich glaube es war wieder am Goethebahnhof, wo beide auf uns gewartet haben. Den letzten Abschnitt bestritten wir gemeinsam und überlegten, ob wir nicht gleich nochmal hoch wollen… ;o) Gegen 09:00 Uhr sind wir wieder am Auto angekommen. Wir waren alle froh zu sitzen. Der Parkplatz war gut gefüllt, es wurde also voller auf dem Brocken. Wir hatten mal wieder den perfekten Zeitpunkt gewählt.

Mein Fazit: Ich werde definitiv nochmal im Herbst oder Winter auf den Brocken gehen. Mein Traum wäre es, die Landschaft einmal im Nebel mit der Brockenbahn festzuhalten. Vielleicht habe ich ja Glück…ich werde euch auf jeden Fall darüber berichten ;o)

3 Kommentare zu „#01: Goldene Stunde auf dem Brocken“

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