#93: Wanderung Kirnitzschtal

Seit längerem plante ich mit Stefani einen Trip in die Sächsische Schweiz, doch leider kam uns ein 35°C Wochenende dazwischen. Bei so einem Wetter kann man nicht nur aus fotografischer Sicht wenig erwarten, auch der Drang nach Bewegung hält sich in Grenzen. Die einzigen Schritte, die man machen möchte, sind zum Pool oder an den Kühlschrank. Also verschoben wir unser Vorhaben und wurde dafür belohnt. Es war einfach nur geil, aber dazu später mehr.

Die Planung unseres Foto-Trips:

…war bereits das reinste Chaos. Ursprünglich wollten wir von Freitag zu Samstag fahren, doch irgendwie verriet mir mein Bauchgefühl, dass wir von Donnerstag bis Freitag fahren sollten. Oder vielleicht sogar bis Samstagfrüh? Es ging hin und her und rauskam, dass wir von Donnerstagabend bis Samstagfrüh blieben. Zwei Nächte im Auto, mal sehen, was das wird.

Los geht’s nach Hinterhermsdorf:

Wir trafen uns am Skeuditzer Kreuz und fuhren mit unseren Autos Richtung Hinterhermsdorf. Dort fanden wir einen kostenlosen Parkplatz (sogar mit Sitzbänken), an dem wir unser Lager aufschlugen, um den Tag mit einem Gin Tonic und einem Radler ausklingen zu lassen. Bereits jetzt verfärbte sich der Himmel düster, ein gutes Zeichen für unser morgiges Vorhaben.

Der nächste Morgen im Kirnitzschtal:

Ich drehte mich die halbe Nacht von links nach rechts und war sogar schon vor dem Wecker wach. Schöne scheiße, aber was soll’s. Die Vorfreude auf die Wanderung war größer, als meine Müdigkeit. Die Zahnbürsten schrubbten unsere Knabberleisten, als das Frühstück bereits am Verdauen war. Der Tag kann beginnen.

Nachdem wir uns zweimal verfahren hatten, bzw. Google Maps unerklärliche Routen raussuchte, starteten wir anders als geplant von der Buchenparkhalle. Begrüßt wurden wir mit einem Schild, keine Wertgegenstände im Auto zu lassen… das macht ja Mut. Wir verpackten alles sicher im Kofferraum und starteten unsere Wanderung, um den hintersten Teil der Sächsischen Schweiz zu erkunden.

Das Hermannseck:

Unser erstes Ziel für den Tag war das Hermannseck. Gehört habe ich vorher noch nichts von der Aussicht, aber da sie auf dem Weg lag, kann man ja mal gucken, was es da so gibt. Und das hat sich mal wieder gelohnt. Auch wenn der Borkenkäfer hier ordentlich gearbeitet hat, ist die Aussicht trotzdem ein Traum. Wie schön muss es erst gewesen sein, als die Fichten noch alle grün waren?

Untere Schleuse:

Die ersten Bilder fielen mir an dem Tag etwas schwer, manchmal dauert es, eh ich warm werde. Als wir dann aber an der unteren Schleuse ankamen, lief es wie geschmiert. Die Landschaft war malerisch. Es kam mir nicht mehr vor, als stünden wir in Deutschland. Ich habe keine Ahnung, warum so viele Menschen immer hunderttausende Kilometer weit wegfliegen, wenn das Schöne doch so nah ist.

Von der unteren zur oberen Schleuse:

Der Regen an dem Tag ließ einfach nicht nach. Die Hände sahen mittlerweile aus, als ob ich zu lange in der Badewanne gelegen hatte. Die Kamera ist zum Glück spritzwassergeschützt, genau wie mein Handy. Dank der Firma REELOQ nutzte ich sogar mein Handy mehr und konnte das kostenlos zur Verfügung gestellte Gadget bei den Wetterbedingungen perfekt testen. Ich habe mein Handy normalerweise immer in der Jackentasche und hole es kaum raus, damit es nicht irgendeinen Hang herunterfällt. Nun hängt es an einem Seil und ist sicher in einer Tasche am Rucksack verstaut. Und da die beiden Erfinder super sympathisch sind (wir konnten uns beim MDR persönlich kennenlernen) und das Teil einfach geil ist, möchte ich es hier kurz erwähnt haben.

Der Weg zur oberen Schleuse ist einfach ein Traum. An jeder Ecke kam ich mir vor, wie in einer anderen Welt. Das Grün war so unglaublich, obwohl zwischendurch immer wieder tote Bäume zu sehen waren… Aber bevor ich hier alleine in Erinnerungen schwelge, teile ich die Bilder lieber mit euch.

Zurück zum Auto:

Mittlerweile hatte ich die Nase voll von dem Regen und der Wärme. Beides voneinander getrennt ist ok, aber in Kombination die Hölle. Ziehst du die Kapuze über den Kopf schwitzt du, lässt du sie weg, wirst du nass. Zum Schluss war es mir egal und ich habe die Nässe bevorzugt. Generell war das Wetter zu der Zeit in Deutschland sehr tropisch. Feucht-warme Luft ist einfach nicht mein Ding. Man schwitzt, ohne sich großartig zu bewegen, bäh. Auch eine kurze Rast in einer Wanderhütte half nicht wirklich weiter.

Zurück am Auto angekommen planten Stefani und ich erstmal eine warme Suppe im Restaurant zu essen. Nass bis auf die Knochen kroch die Kälte allmählich durch die Jacke. Als wir auf dem Rückweg aber die Nebelschwaden im Tal sahen, entschieden wir uns doch noch ein paar Stunden zu fotografieren. Wo es uns hin verschlagen hat, zeige ich euch im nächsten Beitrag. Wenn ihr das nicht verpassen wollt, abonniert gern meinen Blog.

24 Kommentare zu „#93: Wanderung Kirnitzschtal“

  1. Die Bilder sind wieder super geworden, aber das ist auch wirklich ein schönes Fleckchen. Mich verblüfft es immer, wie nass es da ist (im Vergleich zur brandeburgischen „Steppe“). Diese Tour habe ich auch schon gemacht, alledings bei 0815-Wetter.

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  2. Bin ich froh, dass diese Wälder einen die Knochen anfeuchten. Wie gut tut dem Anblick das satte grün, wenn ich in diesen Tagen an die Waldbrände im Norden Amerikas und Kanadas denke. Wie gern habe ich diese gigantischen Wälder der Westküste und wie würde ich diesen doch die schöne Feuchte und Kühle Deiner Fotos wünschen. In einem Deiner Fotowanderung schriebst Du einmal, dass Du erschrocken warst, über den Zustand der Wälder, den die Trockenheit der vergangen Jahre verursacht hat. Ich hoffe, diese Jahre sind vorbei, denn Deinen Fotos zeigen strotzendes Grün übersatter Wälder, einfach herrlich.

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    1. Die einen haben zu viel Regen, die anderen zu wenig – leider. Die Wälder haben sich bisher noch nicht erholt und im Harz/ in der Sächs. Schweiz wird es immer schlimmer, aber er kommt auch viel Neues nach. Zum Glück bleiben diese grünen Oasen, die einem den Tag verschönern.

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  3. Hallo wie waren heute auch dort und es war eine sehr interessant Tour, auch mit unserm Hund Fred( Parsson Terrier) Es waren zwar viele andere Menschen unterwegs , aber nch der Kahnfahrt haben wir versucht andere Wege zufinden wo wenige unterwegs sind und die haben wir auch gefunden und die Stille und Ruhe genossen.
    Wir haben nun hier schon einige Touren gemacht und man kann hier sehr viel Ruhe und Stille finden.

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