#90: Hexentanzplatz

Die Temperaturen auf dem Thermometer klettern nach oben, die Sonne blickt zeitiger über den Horizont und alles erstrahlt in einem satten Grünton… der Sommer ist nach längerer Wartezeit angekommen und meine Sehnsucht nach ein paar düsteren Bildern wurde größer und größer.

Ankunft in Thale auf dem Hexentanzplatz

Schon auf dem Weg zum Tanzplatz konnte ich sehen, wie sich die Scheinwerfer durch einen leichten Dunst kämpften, der über der Straße hing. Die Vorfreude wuchs mit jedem weiteren Kilometer. Oben angekommen bereitete ich mich auf die Wanderung vor und wartete gemütlich auf Patrick, Kathrin und Stefani.

Keine zehn Minuten später waren wir vollzählig und liefen zur Aussichtsplattform mit Blick ins Bodetal. Und da war er endlich, Nebel, der zwischen den Felsen festhängt. Wie in Zeitlupe durchzog er das Tal. Eine magische Stille setzte der Szenerie die Krone auf. Nur das morgendliche Zwitschern der Vögel und das Klicken des Kameraauslösers unterbrach die unendliche Ruhe. Weit und breit keine Menschenseele, was will man mehr?

Die Stimmung war überwältigend und unser dritter Anlauf, die Mystik des Harzes einzufangen, ein voller Erfolg. Der Nebel legte sich im Laufe des Morgens um den gesamten Platz und hüllte den Wald in ein fantastisches Licht. Jetzt war der Moment, wo man einfach nur noch draufhalten musste. Das Bild entstand wie von selbst.

Während ich auf der Suche nach Motiven war, entdeckte ich eine seltsam aussehende Baumreihe und dachte mir, das sieht aus wie auf Madeira… Patrick posierte für mich neben einem Baum, während ich auf dem Boden kauernd nach der richtigen Perspektive suchte. Die Bilder, die dabei rauskamen, sind unglaublich.

Der Nebel versetzte uns in einen kleinen Rauschzustand. Ich weiß nicht, ob die Fotografen unter euch das Gefühl kennen, aber wenn eine Lichtstimmung so unglaublich geil ist, würde man sich am liebsten zweiteilen, um überall gleichzeitig sein zu können. Und genauso fühlten wir uns. Man weiß genau, dass der Nebel irgendwann vorüber ist und man sich genau überlegen muss, wo man sich wie lange aufhält, um das bestmögliche herauszuholen.

Mittlerweile wurde der Nebel so dicht, dass von der anfänglichen Aussicht nichts mehr zu sehen war. Nachdem wir (vermutlich) jeden Winkel des Waldes abgelichtet hatten, zogen wir weiter zum nächsten Spot. Hier wurde die Sicht auf das Tal wieder besser. Was für eine Kombination aus saftigen Grüntönen, harten Felskanten und leichtem Nebel…. Ich untertreibe nicht, wenn ich sage, wir standen sabbernd auf der Aussichtsplattform 😆

Über Stock und Stein – Rund um den Hexentanzplatz

Patrick entdeckte ein paar Tage zuvor einen interessanten Wanderweg, den er uns zeigen wollte. Ich habe keine Ahnung mehr, wo er uns genau entlang führte, aber es war unglaublich schön. Hätte ich gewusst, dass es in Thale so geniale Ecken gibt, wäre ich in den vergangenen Jahren öfter hergekommen. Aber irgendwie hatte ich nur das Bodetal auf dem Schirm.

Gesucht und gefunden: die Feuersalamander

Als Kathrin wenig später auch noch einen Feuersalamander entdeckte und sich ein zweiter dazu gesellte, hätte der Tag nicht mehr besser werden können. Auf Knien hingen wir an einem steilen Wegesrand, um die kleinen Kumpels in Szene zu setzen. Die ließen sich von uns nicht weiter beirren und watschelten fröhlich weiter.

Die letzten Kilometer lagen vor uns

Die Highlights bei dieser Wanderung wurden innerhalb weniger Minuten immer wieder aufs Neue abgelöst. Erst der dichte Nebel am Morgen, dann saftige grüne Wälder, Feuersalamander und zum Schluss markante Felsformationen.

Auf der Suche nach dem Zielfoto

Unser letztes Ziel war eine ganz bestimmte Aussicht. Nachdem wir ewig gesucht hatten, war Patrick der einzige der sich zutraute, dorthin zu klettern. Erst haben wir einen steilen Abhang überwunden, um dann festzustellen, dass wir an einer Felswand hochkraxeln müssten. Wir Mädels waren da eindeutig raus. Ich versuchte es zwar, war mir aber zu unsicher und in solchen Momenten geht die Sicherheit vor. Der Tag hatte sich auch ohne dieses Foto mehr als gelohnt.

Ich hoffe, euch hat der kleine Ausflug gefallen. Ich fand die Ecke so klasse, dass ich 14 Tage später direkt zur Roßtrappe wollte. Diesmal zwar ohne Nebel, dafür mit sensationellen Aussichten auf das Bodetal und märchenhaftem Blick auf die reißende Bode. Ihr wollt das nicht verpassen? Dann abonniert gern meinen Blog:

16 Kommentare zu „#90: Hexentanzplatz“

  1. Wow, was für Fotos. 👍👍👍 Ich war dort zum letzten Mal als kleines Kind und da hat man natürlich Augen für andere Dinge. Zumindest habe ich es nicht so in Erinnerung 😁. Jetzt wird es doch langsam Zeit für einen Kalender ☝️😉!
    Liebe Grüße Anja und Charly 🙋‍♀️🐶

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  2. Dazu sollte man das Lied „Federkleid“ von der Gruppe „Faun“ hören. Ein solch idealer Ort für Neo-Heiden-Hochzeiten. Der Feuersalamander war ja eine Hexe, sie hat Euch begrüßt.
    Unübertroffen romantisch, diese Fotos!!!
    LG von Astrolady

    Gefällt 2 Personen

  3. Sie haben wieder einen schönen Spaziergang gemacht und der Feuersalamander, den Sie gesucht haben, wurde wunderschön fotografiert. Ich mag die etwas mysteriöse Atmosphäre auf deinen Fotos, frage mich aber auch, ob es dort so oft regnet und neblig ist.
    Aber es tut deinen Fotos keinen Abbruch, vor allem für einen Hexentanzplatz 🙂
    Viele Grüssen,
    Rudi

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  4. Ich war vor einigen Jahren im Bodetal und kann mich an viele Stellen auf Deinen Fotos erinnern. Du hast mich nochmal zurückgebracht. 😊
    Ich liebe Nebel ebenso sehr und könnte stundenlang jede einzelne Stimmung aufsaugen.
    Phantastische Aufnahmen sind Dir gelungen!!

    Gefällt 1 Person

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