Smaragdrünes Wasser, steile Felswände, die fast senkrecht in die Tiefe stürzen, und ein Echo, das dir Gänsehaut verpasst. Nicht ohne Grund wird der Königssee und Obersee im Berchtesgadener Land oft als der bayerische Fjord bezeichnet. Er ist unbestritten eines der schönsten Ausflugsziele Deutschlands. Aber wie holt man das Beste aus seinem Tag dort heraus, ohne im Massentourismus unterzugehen? Wir haben den Trip gewagt und mein Fazit steht fest: Es war eine herrliche Wanderung mit unzähligen grandiosen Fotomotiven. Sowohl auf der Fahrt als auch an Land. Damit dein Ausflug genauso unvergesslich wird, teile ich hier meine ganz persönlichen Erfahrungen und die besten Tipps mit dir.




Der wichtigste Tipp vorab: Der frühe Vogel fängt den See
Wenn du mich nach meinem absolut wichtigsten Ratschlag für den Königssee fragst, dann ist es dieser: Nimm unbedingt das erste Boot des Tages. Ja, das bedeutet frühes Aufstehen, aber glaub mir, es lohnt sich jede Sekunde. Die Elektroboote gleiten morgens noch fast majestätisch und in aller Ruhe über den spiegelglatten See. Der Hauptgrund für den Frühstart wartet allerdings ganz hinten: die Endstation Salet.


Wenn du das erste Boot nimmst, hast du den anschließenden Spaziergang zum legendären Obersee noch fast für dich allein. Hier spiegeln sich die Berge im glasklaren Wasser. Ein traumhafter Anblick, der komplett verloren geht, wenn sich später die Menschenmassen an den Ufern drängen. Wir hatten verdammt viel Glück und konnten die Aussicht fast alleine genießen, bevor die Massen kamen. Auf dem Rückweg sah das dann schon ganz anders aus.
Anreise, Preise, Öffnungszeiten & Wanderroute: Das musst du wissen
Die Schifffahrt auf dem Königssee wird ganzjährig betrieben (außer bei dickem Eis oder extremem Hochwasser), allerdings gibt es einen Sommer- und einen Winterfahrplan. Wenn du ganz nach hinten zum Obersee und zur Fischunkelalm möchtest, geht das nur im Sommerhalbjahr (meist von Mitte April bis Mitte Oktober), da die Boote im Winter die Endstation Salet nicht anlaufen. Die ersten Boote starten in der Hauptsaison morgens bereits gegen 8:30 Uhr. Schau am besten am Vorabend deines Ausflugs kurz auf die offizielle Website der Bayerischen Seenschifffahrt, um die exakte Abfahrtszeit für das erste Boot zu checken. Denk auch unbedingt daran, rechtzeitig die Uhrzeit für die allerletzte Rückfahrt am Nachmittag im Blick zu behalten – sonst wird es ein sehr langer, ungeplanter Fußmarsch.




Anreise, Wanderroute und Einkehrmöglichkeit
- Parkplätze findest du hier: Königssee Pkw-Parkplatz
- Details zur Wanderung: Obersee
- Länge: ca. 5 km (Hin- und Rückweg)
- Preise: 29,80 € p.P. & 5,00 € für die Fellnase
- Möglichkeit zur Einkehr: Fischunkelalm
Mein Highlight: Wanderung zur Fischunkelalm
Vom Obersee aus führt ein wunderschöner Wanderweg am rechten Ufer entlang bis ans andere Ende des Tals. Ziel ist die urige Fischunkelalm. Nach dem Marsch gibt es dort nichts Besseres, als sich auf die Holzbank zu setzen, tief durchzuatmen und ein traditionelles, leckeres Butterbrot mit frischer Almbutter zu genießen. Die Kulisse ist einfach Postkarten-Feeling pur: Vor dir der glitzernde See, hinter dir der mächtige Röthbachfall, Deutschlands höchster Wasserfall. Und ja, ich gebe es zu, wir waren zu faul bis dort hinter zu laufen.




Warum wir unseren Hund nicht noch einmal mitnehmen würden
Wir hatten auf unserer Tour unseren Hund dabei und um es kurz zu machen: Das würden wir so nicht noch einmal tun. Obwohl Hunde auf den Booten erlaubt sind (Maulkorbpflicht), war es für unseren Vierbeiner purer Stress. Die Boote werden bis auf den letzten Platz vollbesetzt, es ist eng, wuselig und auf den Wegen rund um den See herrscht gerade ab dem späten Vormittag extremer Trubel. Wenn du deinem Hund einen Gefallen tun willst, lass ihn für diesen Ausflug lieber in der Unterkunft. Für ihn ist der Tag im dichten Gedränge leider kein Vergnügen.
Fototipps für den Königssee
Der Königssee ist ein absolutes Paradies für Fotografen. Damit deine Bilder genauso spektakulär werden wie die Realität, hier meine Tipps:
Für die perfekte Foto-Ausbeute am Königssee packst du am besten ein Weitwinkelobjektiv und ein Standardzoom ein. Damit bist du für fast jedes Motiv ideal aufgestellt. Während das Weitwinkel die gewaltigen Dimensionen der steilen Felswände und die Weite des Obersees einfängt, kannst du mit dem Zoom die feinen Details der Wallfahrtskirche St. Bartholomä oder die vorbeigleitenden Boote nah heranholen. Ein perfektes Hilfsmittel, das ich an diesem Tag leider zu Hause vergessen und mich danach grün und blau geärgert habe, ist ein Polfilter. Er nimmt die störenden Reflexionen von der Wasseroberfläche und lässt das weltberühmte, smaragdgrüne Leuchten des Sees auf deinen Bildern so richtig knallen.


Was das Licht angeht, hatten wir übrigens Glück: Wir waren an einem bewölkten Tag unterwegs, mit leichten Nebelschwaden, die zwischen den Bergen hingen. Der bedeckte Himmel wirkte wie eine riesige Softbox und sorgte für ein wunderbar diffuses Licht. Dadurch mussten wir uns nicht mit harten, unschönen Schatten in den Bergen herumschlagen, was dem Look unserer Landschaftsaufnahmen eine stimmungsvolle Atmosphäre verliehen hat.
Fazit: Lohnt sich der Königssee?
Oh ja. Wenn du den Tag clever planst, die frühen Morgenstunden nutzt und dich auf die Natur einlässt, erlebst du hier einen der schönsten Flecken Erde, die Bayern zu bieten hat. Pack die Wanderschuhe ein, lad den Kamera-Akku auf und ab zum bayerischen Fjord. Für uns war es ein unvergesslicher Wandertag, den wir in vollen Zügen genossen haben.
Wenn dir diese Tour gefallen hat und du Lust auf weitere Wanderungen, Fotospots und Tipps aus der Praxis hast, dann abonnier gern meinen Blog. Für die Bildbearbeitung danach habe ich ebenfalls vorgesorgt: Meine Lightroom Presets sind für genau solche Outdoor-Momente gemacht. Vielleicht helfen sie auch dir weiter.




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Ich habe es bei mir angezeigt.
Danke 🙂