Manchmal muss es nicht der steilste Gipfel oder der extremste Klettersteig sein. Manchmal reicht ein Tal, um dem Kopf freizubekommen und die Natur zu genießen. Genau so ein Ort ist das Klausbachtal in Berchtesgaden. Das Wetter an diesem Tag war ein typisch bayerisches Wechselspiel mit einem Mix aus Sonne und Wolken. Die Landschaft wurde dadurch alle zehn Minuten in ein völlig neues Licht getaucht. Nicht so ganz mein Ding, aber ich will gar nicht meckern. In diesem Beitrag nehme ich dich mit auf eine der entspanntesten, aber gleichzeitig beeindruckendsten Touren im Nationalpark: Eine Wanderung im Klausbachtal in Berchtesgaden.

Der Start: Ab ins „Tal der Adler und Geier“
Das Klausbachtal wird nicht umsonst auch als das Tal der Adler und Geier bezeichnet. Wer hier die Augen offen hält, kann mit etwas Glück Steinadler oder Bartgeier kreisen sehen. Wir hatten an dem Tag kein Glück, aber das ist auch gar nicht so wild. Für die Tierfotografie fehlt mir eh die Geduld, weshalb ich mich in der Landschaftsfotografie deutlich wohler fühle. Aber über einen kleinen Schnappschuss hätte ich mich natürlich trotzdem gefreut. Unsere Wanderung startete ganz entspannt vom Wanderparkplatz Klausbachhaus in Hintersee (Ramsau).


Die ersten Highlights der Wanderung
Das Schöne am Klausbachtal ist, dass es nie langweilig wird. Der Weg ist zwar breit und technisch absolut unkompliziert, aber die Natur sorgt wie so oft für bestes Entertainment. Mein erstes kleines Highlight war die Lahnwald-Diensthütte. Idyllisch gelegen befindet sie sich am Fuße des Hochkalters und ist hauptsächlich ein historisches Betriebsgebäude.
Doch mein absoluter Lieblingsspot auf der Tour war die knapp 55 m lange Hängebrücke. Was hätte ich hier Stunden damit verbringen können, um ein Foto nach dem anderen zu schießen.




Das Alm-Panorama auf der Bindalm
Nach der Hängebrücke hieß es kurz Zähne zusammenbeißen, denn der Weg führte uns noch ein paar Höhenmeter weiter nach oben. Doch wenig später öffnete sich der Wald und die Sonne ballerte genau im richtigen Moment los. Fotografen wissen: Pralle Mittagssonne ist der Endgegner und der absolute Horror für jedes Bild, weil die Schatten knallhart werden. Aber ganz ehrlich? Es sah trotzdem verdammt gut aus, wie die Reiteralpe da im Scheinwerferlicht stand. Also Scheiß auf die perfekten Kamera-Einstellungen, kurz ein paar Bilder geschossen und dann ab auf die Holzbank, Füße hoch und den Moment genießen.




Fototipps fürs Klausbachtal
Für die Hängebrücke lohnt es sich, ein Weitwinkelobjektiv aufzuschrauben, um die Tiefe der Schlucht und die Brücke in ihrer vollen Länge einzufangen. Versuche hier ruhig auch mal eine tiefere Perspektive, um mehr Dynamik ins Bild zu bringen.
Oben auf der Bindalm angekommen, wartet dann das mächtige Panorama der Reiteralpe auf dich. Wenn du wie ich zur prallen Mittagszeit dort bist und die Sonne gnadenlos knallt, ärgere dich nicht über die harten Schatten. Nutze das grelle Licht stattdessen für kontrastreiche Landschaftsaufnahmen oder schraube einen Polfilter (CPL) auf, um das saftige Grün der Almen zum Leuchten zu bringen. Mein Tipp für den Rückweg: Pack die Kamera nicht zu früh in den Rucksack. Weil du denselben Weg zurückgehst, verändert sich der Blickwinkel komplett. Plötzlich erwischst du die Lahnwald-Diensthütte oder die Gipfel im Hintergrund in einem ganz anderen Licht und entdeckst Motive, an denen du beim Hinweg vorbeigelaufen bist.



Anreise, Wanderroute und Einkehrmöglichkeit
- Parkplätze findest du hier: Parkplatz Hirschbichlstraße
- Details zur Wanderung: Klausbachtal
- Länge: ca. 14 km
- Möglichkeit zur Einkehr: Bindalm (saisonal bewirtschaftet)
Fazit: Lohnt sich die Wanderung im Klausbachtal in Berchtesgaden?
Unbedingt nachwandern. Lass dich nicht davon abschrecken, dass Hin- und Rückweg identisch sind, das tut dem Erlebnis absolut keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil: Durch die umgekehrte Gehrichtung und den neuen Blickwinkel entdeckt man auf dem Rückweg plötzlich Motive und Details, an denen man zuerst vorbeigelaufen wäre. Warum diese Tour auf deine Bucket List gehört? Das Klausbachtal bietet dir ein wirklich grandioses Panorama mit Postkarten-Idylle, kommt aber völlig ohne alpine Gefahren aus. Das macht die Wanderung herrlich entspannt. Von mir gibt es eine absolute Herzensempfehlung, denn ich würde die Tour sofort wieder genau so wandern.
Wenn dir diese Tour gefallen hat und du Lust auf weitere Wanderungen, Fotospots und Tipps aus der Praxis hast, dann abonnier gern meinen Blog. Für die Bildbearbeitung danach habe ich ebenfalls vorgesorgt: Meine Lightroom Presets sind für genau solche Outdoor-Momente gemacht. Vielleicht helfen sie auch dir weiter.






Ich habe es bei mir angezeigt.
Danke
Nationalpark Berchtesgaden! Da kommen Erinnerungen hoch. Lang, lang ist’s her:
https://tarzanberlin.wordpress.com/2021/10/23/unter-geiern/