Wie du vielleicht weißt, liebe ich es, an grauen Tagen fotografieren zu gehen. Wenn der Himmel tief hängt und die Luft feucht ist, verwandelt sich die Natur in eine traumhafte Kulisse. Genau die richtige Stimmung, um mit einer analogen Kamera im Rucksack loszuziehen. Gemeinsam mit meiner Freundin habe ich mich an so einem nass-grauen Tag auf den Weg gemacht. Unser Ziel: eine Wanderung zum Grumbacher Teich im Harz. Im Gepäck hatte ich diesmal ein Duo, das den Kontrast aus trüber Melancholie und analoger Spielfreude perfekt einfängt – die Lomo LC-Wide und den LomoChrome Color ’92 Sunkissed.


Das Equipment: Ein Hauch von Sonne im nebligen Harz
Die Lomo LC-Wide ist eine Kamera, die man einfach gernhat. Mit ihrem extrem weitwinkligen 17mm-Objektiv zwingt sie einen förmlich dazu, die Welt anders zu betrachten. Sie fängt nicht nur die Landschaft ein, sie saugt das graue, mystische Ambiente des Waldes regelrecht auf. Kombiniert habe ich die kleine leichte Kompakte mit dem LomoChrome Color ’92 Sunkissed (ISO 400). Ein Film, der eigentlich dafür bekannt ist, Fotos in ein warmes, nostalgisches Leuchten der 90er-Jahre zu tauchen.


Ein Emulsion, die nach „Sonne“ benannt ist, mitten im neblig-nassen Harzwald? Genau das macht für mich den Reiz aus. Analoge Fotografie ist kein starres Abarbeiten von technischen Regeln. Es ist ein Experiment, bei dem der Spaß und vor allem die unbändige Vorfreude im Vordergrund stehen. Das Gefühl, den Film zurückzuspulen, ihn zum Labor zu schicken und Tage später zu sehen, wie die Chemie die Realität interpretiert hat – das kann kein Display der Welt ersetzen.
Der Weg zum Grumbacher Teich
Wir wanderten über die nassen, von Nadeln bedeckten Pfade. Ich mag die Ruhe, die ein grauer Tag ausstrahlt., immer wieder gern. Entlang des Grumbacher Grabens, bot sich uns eine märchenhafte Kulisse. Hier kam die LC-Wide voll zum Einsatz. Einfach die Klappe auf, grob die Distanz schätzen und abdrücken. Keine ewige Menüführung und kein Kontrollblick auf das fertige Bild. Nur der Moment, meine Freundin und das spielerische Klick des Verschlusses. Der Wald hätte an diesem Tag kaum schöner sein können.






Gerade bei dem trüben Licht zeigt der Sunkissed-Film übrigens eine faszinierende Eigenschaft: Statt strahlendem Orange dominieren in den schattigen und dunstigen Kulissen oft sanfte Grüntöne und ein wunderbar ausgeprägtes, körniges Finish. Er hat die graue Stimmung meiner Meinung nach nicht zerstört, sondern ihr eine eigene Tiefe verliehen.
Tipps für deinen analogen Ausflug im grauen Dunst
Wenn du dich das nächste Mal über schlechtes Wetter ärgerst, lass die Kamera nicht zu Hause. Hier sind ein paar Gedanken, warum der graue Himmel dein bester Freund sein kann:
- Nutze das weiche Licht: Grau in Grau bedeutet keine harten Schatten. Gesichter, Rindenstrukturen und feuchte Oberflächen wirken unglaublich plastisch und sanft.
- Mut zum Farbexperiment: Pack bewusst einen Film ein, der eigentlich für anderes Licht gemacht ist. Der Sunkissed-Film bringt selbst in das tiefste Grau eine eigene Farbcharakteristik, die das Monotone aufbricht.
- Konzentration auf das Wesentliche: Ohne blendende Sonne und harte Lichtkanten lenkt nichts vom Motiv ab. Nutze den extremen Weitwinkel der LC-Wide bodennah, um neue Perspektiven zu entdecken.




Abschied von der Perfektion
Wenn die Bilder aus dem Labor kommen, ist vielleicht mal ein Bild leicht unscharf, die Vignette der LC-Wide schlägt in den Ecken kräftig zu oder das Korn ist dominanter als gedacht. Und weißt du was? Das ist völlig egal. In der analogen Fotografie geht es mir nicht um fehlerfreie Perfektion, denn dafür habe ich meine Systemkamera. Es geht um das Einfangen eines Gefühls. Wenn ich mir die Scans vom Grumbacher Teich anschaue, spüre ich wieder die kühle Luft auf der Haut, sehe das Lächeln meiner Freundin und erinnere mich daran, warum ich diese grauen Tage im Wald so sehr liebe. Die Bilder müssen technisch nicht perfekt sein, denn genau diese Ecken und Kanten machen die Erinnerung lebendig.


Fazit: Leicht unterwegs mit der Lomo LC-Wide & dem LomoChrome Color ’92 Sunkissed
Graues Schmuddelwetter ist kein Grund, die Kamera zu Hause zu lassen. Unsere Tour zum Grumbacher Teich hat mal wieder bewiesen, dass gerade nass-kalte Tage mit dem richtigen Film im Rucksack eine richtig coole, mystische Stimmung zaubern können. Vergiss einfach mal den Perfektionswahn von digitalen Kameras. Hier geht es nicht um scharfe Pixel, sondern um den Spaß am analogen Knipsen. Also: Schnapp dir deine Kamera auch bei schlechtem Wetter und hab Mut zum Experiment, denn gerade im Unperfekten liegt oft die größte Magie. Wenn du Lust hast, mich öfter auf meinen analogen Streifzügen zu begleiten, freue ich mich, wenn du den Blog abonnierst, so verpasst du keine neuen Filmtests oder Tourenberichte.
Falls auch du deine Erlebnisse genauso gern festhältst wie ich: Schau gern mal in meine Lightroom-Presets rein. Damit bekommst du genau diesen atmosphärischen, leicht magischen Look hin, der Wanderfotos sofort lebendig wirken lässt – perfekt für Tage voller Wald, Felsen und ein bisschen Abenteuer.


Tolle Bilder! Liebe Grüße von fernweh.family
Danke 🙂