#233: Panorama-Abenteuer am Passo di Giau in den Dolomiten

Unser letztes Ziel auf dieser Reise war der Passo di Giau in den Dolomiten – und mal ehrlich, ich hatte keine Ahnung, worauf ich mich da eingelassen hatte. Irgendwo in meinem Kopf hatte ich noch die vage Erinnerung, dass es ein paar Kurven nach oben gehen würde. Aber als wir dann an dem Schild vorbeifuhren, das unten schon vor der „ein oder anderen Kurve“ warnte, wurde mir schnell klar: Für unseren kleinen Opel Corsa würde das heute definitiv kein Spaziergang werden. Augen zu und durch, den Weg zur Seiser Alm habe ich immerhin auch geschafft.

Der erste Eindruck: Da merkst du erst, wie klein du eigentlich bist

Ich muss zugeben: Ich habe wieder geflucht im Auto. Nicht ganz so schlimm wie damals auf der Seiser Alm, aber immer noch heftig genug, um Denise nervös werden zu lassen. Klar, ich war mittlerweile etwas geübter im Serpentinenfahren, aber das, was uns hier erwartete, war echt eine andere Liga. Die schlimmsten Kurven waren zwar nummeriert, aber ehrlich gesagt waren es locker doppelt so viele auf dem Weg nach oben. Motorradfahrer haben da bestimmt jede Menge Spaß – für mich war es eher ein Workout für Nerven und Nacken. Aber hey, am Ende hat es sich sowas von gelohnt. Die Aussicht, das Gefühl, oben angekommen zu sein… unbezahlbar. Würde ich es nochmal machen? Absolut. Nur vielleicht lieber mit einem größeren Auto, etwas mehr PS und einer Automatikschaltung. Dann wird es wenigstens ein bisschen entspannter.

Ich konnte einfach nicht mehr aufhören zu staunen. Klar, wir haben schon jede Menge in den Dolomiten gesehen, aber diese Aussicht hier? Einfach unglaublich. Diese gigantischen Berge rund um einen herum lassen sich auf einem Foto nur schwer einfangen. Das musst du einfach live erleben. Die meiste Zeit saßen wir nur da, tranken Tee und genossen unser Frühstück. Wobei ich gestehen muss: Ich hatte permanent Hummeln im Hintern und hopste nebenbei von einer Ecke zur nächsten, nur um ein paar Fotos zu schießen. Jeder Blickwinkel schien besser als der vorherige und ich konnte einfach nicht genug bekommen von diesen spektakulären Gipfeln und den steilen Felswänden.

Was kann am Passo di Giau in den Dolomiten machen?

  • Rundwanderungen & Spaziergänge: Hier starten zahlreiche Wanderungen, die sowohl für gemütliche Spaziergänger als auch für erfahrene Wanderer geeignet sind. Von kurzen, entspannten Runden mit traumhaften Panoramablicken bis hin zu ausgedehnten Tagestouren durch die Dolomitenlandschaft – hier kommt jeder auf seine Kosten.
  • Kulinarische Hüttenrast mit Aussicht: Nach all der Bewegung lädt die urige Hütte am Passo di Giau zu einer gemütlichen Pause ein. Ob ein frisch gebackenes Stück Kuchen, eine deftige Polenta oder einfach ein Getränk auf der Sonnenterrasse. Hier kann man das Dolomitenpanorama bei einer kleinen Stärkung so richtig aufsaugen.
  • Radfahren und Mountainbiken: Der Passo di Giau ist ein Paradies für Radfahrer. Straßenradfahrer lieben die Herausforderung der Serpentinen und Steigungen, während sich Mountainbiker auf den Trails rund um den Pass austesten können.
  • Fotografie & Natur genießen: Selbst ohne sportliche Ambitionen lohnt sich ein Besuch. Der Passo di Giau ist ein Traum für Fotografen und Naturliebhaber. Morgens im Nebel, nachmittags bei Sonnenschein oder beim Sonnenuntergang – die Lichtstimmungen verändern die Landschaft ständig und bieten immer neue Perspektiven.

Wir schlenderten ewig umher, der Nebel kam und ging, und dadurch eröffnete sich immer wieder ein neues Motiv, das man unbedingt festhalten wollte. Doch nach ein paar Stunden zogen die Wolken so dicht über den Pass, dass fast alle Berge im Nebel verschwanden. Zeit für uns, wieder nach unten zu fahren. Und selbst auf der Fahrt bergab gab es noch so viel zu entdecken. Auf dem Weg nach oben war ich ja hauptsächlich mit mir selbst und dem kleinen Auto beschäftigt, aber nach unten wurde alles plötzlich entspannter. Also hielten wir immer wieder an, um kleine Schnappschüsse zu machen. Ich liebe ja diese kleinen wunderschönen Motive abseits der Hotspots.

Gut zu wissen

  • Lage: Belluno, Dolomiten, zwischen Cortina d’Ampezzo und Selva di Cadore, oberhalb des Valle di Zoldo, Italien.
  • Beste Jahreszeit: Frühling bis Herbst – in diesen Monaten sind die Straßen in der Regel schneefrei, die Serpentinen gut befahrbar und das Wetter mild.
  • Anreise: Mit dem Auto erreicht man den Passo di Giau am besten über die A27; von der Ausfahrt Belluno fährt man über die SS203 Richtung Cortina d’Ampezzo und folgt dann der SP638 bis zum Pass.
  • Parkplatz: 46°28’56.7″N 12°03’12.3″E

Ich muss zugeben, an diesem Tag hatten wir uns fest vorgenommen, es etwas ruhiger angehen zu lassen. Die letzten Tage hatten mehr Spuren in unseren Knochen hinterlassen, als wir gedacht hätten – schließlich soll Urlaub ja auch Urlaub bleiben. Eine große Wanderung haben wir daher erstmal verschoben, auch wenn die Landschaft geradezu danach gerufen hätte. Wir haben aber schon beschlossen: Beim nächsten Mal holen wir das definitiv nach. Ein perfekter Grund, irgendwann wieder zum Passo di Giau in den Dolomiten zurückzukehren.

Dieser Beitrag ist übrigens vorerst der letzte aus meiner kleinen Dolomiten-Reihe. Ich hoffe, sie hat dir gefallen und ein bisschen Fernweh ausgelöst Im nächsten Beitrag geht es dann mal wieder in den Harz. Dort durfte ich an einem spannenden Creator Camp teilnehmen, von dem ich dir unbedingt mehr erzählen will. Also: Wenn du nichts verpassen willst, abonnier gern den Blog – ich verspreche, es wird wieder spannend.

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3 Kommentare

  1. Ja das ist wirklich „gigantisch“!

  2. Pingback:„Panorama-Abenteuer am Passo die Giau in den Dolomiten“/ „Wanderblende“ – Brücke 13 LEIT-SÄTZE

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