#219: Das Große und Kleine Pohlshorn in der Sächsischen Schweiz

Das Große und Kleine Pohlshorn bietet in der Sächsischen Schweiz die Möglichkeit für eine fantastische Rundwanderung. Für mich war es ein Ausflug, der zwiespältige Gefühle hinterlassen hat. Einerseits war die Tour zum Großen und Kleinen Pohlshorn ganz cool und hatte definitiv ihren Reiz. Andererseits… naja, aus fotografischer Sicht war der Tag eher enttäuschend. Das Licht war ziemlich launisch – mal zu grell, mal zu flach – was es mir schwer gemacht hat, die Stimmung der Landschaft einzufangen. Und ehrlich gesagt: So richtig warm bin ich mit der Tour nicht geworden. Vielleicht lag’s am Wetter, vielleicht an meiner eigenen Erwartungshaltung. Aber fangen wir erstmal ganz am Anfang an.

Startpunkt Parkplatz Sturmbauers Eck

Los ging’s vom Wanderparkplatz zum Zätzschenhornstein – so zumindest der Plan. Hätte ich vorher mal einen genaueren Blick auf die Wanderkarten geworfen, hätte ich wohl gleich gesehen, dass man von dort aus keine nennenswerte Aussicht hat. Aber hey, manchmal muss man die Erfahrung eben selbst machen. Also stapften wir los, erst motiviert, dann zunehmend irritiert, einen zugewucherten Pfad entlang, der sich schnell als Sackgasse mit Naturdeko in Form von reichlich Totholz entpuppte. Nach ein paar Minuten innerem Ringen hab ich mir dann auch eingestanden: Okay, das hier führt nirgendwo hin – außer vielleicht zu einem matschigen Umweg und einem leicht genervten Seufzer. Und tatsächlich: Fototechnisch wollte ich die Kamera schon wieder im Rucksack verschwinden lassen. Aber dann waren da plötzlich diese kleinen, stillen Schönheiten am Wegesrand. Nichts Spektakuläres, aber genau das machte es irgendwie besonders. Manchmal sind es eben nicht die weiten Panoramen, sondern die kleinen Dinge, die einen Moment retten.

Der Wanderweg war anfangs ziemlich breit und wenig idyllisch. Ich mag es ja, wenn sich kleine Pfade durch den Wald winden, man ein bisschen klettern, balancieren oder auch einfach nur mitten durchs Grün laufen kann. Doch bei dieser Tour hieß es: durchhalten. Geduld war gefragt – nicht gerade meine Stärke auf Wanderwegen, die eher an Forststraßen erinnern.

Du merkst schon: So richtig wollte der Funke nicht überspringen. Irgendwie war es einfach nicht mein Tag. Aber dann – endlich, nach etwa einer Stunde – kam die Erlösung. Der Wald wurde dichter, der Weg schmaler, und langsam kehrte auch meine Wanderfreude zurück. Es war, als würde der Weg mich doch noch einladen, als hätte er sich erst mal ein bisschen bitten lassen. Und genau das liebe ich: Wenn aus einem eher mäßigen Start plötzlich ein kleines Abenteuer wird.

Aussicht Großes Pohlshorn

Kurz darauf erreichten wir die erste Aussicht des Tages. Dass es gleichzeitig auch die einzige bleiben würde, wusste ich da noch nicht. Aber egal – der Moment war schön. Rucksäcke absetzen, durchatmen, akklimatisieren (es war wirklich ordentlich warm an diesem Sommertag) und den Blick schweifen lassen. Nebenbei ein paar Fotos machen – nicht, weil es spektakulär war, sondern weil es sich einfach gut anfühlte, dort zu stehen.

Und dann war da dieser eine kurze Moment der Ruhe. Kein Reden, kein Denken – nur schauen. Genau deshalb lohnt es sich immer wieder, auch an Tagen loszuziehen, an denen irgendwie alles etwas unrund wirkt. Denn manchmal ist es nicht die große Aussicht, die in Erinnerung bleibt – sondern die kleinen, stillen Zwischenmomente.

Aussicht Kleines Pohlshorn

Der Weg zum kleinen Pohlshorn war teilweise sehr idyllisch, doch die Aussicht an diesem Tag nicht wirklich lohnenswert. Durch den umliegenden Wald war sie sehr zugewuchert. Aber halb so wild, es war kein großer Umweg und was auf dem Weg liegt, kann man sich auch anschauen.

Rückweg zum Parkplatz

Auf dem Rückweg zum Auto gab’s dann noch ein richtig cooles Highlight. Ein schmaler, verwunschener Pfad zog sich durch das dicke Farn, und zack – hatte ich wieder Lust, die Kamera zu zücken. Der Tag war zwar insgesamt eher so mittel, aber dieser kleine Moment war wie ein kleines Geschenk. Und als wir dann am Parkplatz ankamen, sprang mir noch eine Mini-Kaskade ins Auge, die einfach zu perfekt war, um sie nicht festzuhalten. Also nochmal schnell ein paar Shots gemacht, bevor es dann wirklich Zeit war, ins Auto zu steigen.

Ich hoffe, die kleine Rundwanderung zu den Pohlshörnern hat dir trotzdem gefallen. Was mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, war die Ruhe auf dem Weg. Am Wochenende kam uns fast niemand entgegen, was echt eine Seltenheit ist. Für die nächste Tour geht’s mal wieder in den Harz, nach langer Zeit. Ich war ja zum ersten Mal im Sommer am Achtermann – und was soll ich sagen, es war einfach fantastisch. Wenn du also diese Runde nicht verpassen willst, dann lass dir das nächste Abenteuer nicht entgehen und abonnier den Blog.

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