#139: Kleiner Winterberg

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Endlich trudelte mein neues Teleobjektiv zu Hause ein und es musste natürlich sofort getestet werden. Auch wenn das Wetter mich nicht wirklich überzeugte, versuchte ich mit Sven mein Glück in der Sächsischen Schweiz. Auf Regen oder Nebel brauchte ich nicht hoffen, also peilten wir einen Sonnenaufgang an.

Wir fuhren mitten in der Nacht los und hatten kein genaues Ziel vor Augen. Lilienstein ohne Nebel am Morgen reizt mich nicht, also mussten wir weiter überlegen. Vielleicht der kleine Winterberg? Gesagt, getan – wir fuhren zum Parkplatz am Beuthenfall. Dort war zwischen 22:00 Uhr und 06:00 Uhr Parkverbot – das fängt ja super an. Ich suchte mithilfe der Wander-App eine alternative Route und wurde in Schmilka fündig. Auch parken war hier problemlos möglich. Dann gehts halt dort hin 😅

Ankunft in Schmilka:

Wir schnappten unsere Sachen und begannen den steilen Aufstieg. Knapp 1,5 Stunden lang zog es uns immer tiefer in den dunklen Wald hinein. Und mit jedem weiteren Höhenmeter kam ich mehr und mehr ins Schwitzen. Der Lehnstieg hat uns einiges abverlangt. Um ehrlich zu sein, nach oben muss ich den nicht unbedingt nochmal laufen. Ich dachte der direkte Weg zum kleinen Winterberg ist schon nervig, aber das…. Ich hatte das Gefühl, die Stufen sind unendlich. Als wir uns wenig später auch noch ein bisschen verlaufen hatten und bereits die Dämmerung einsetzte, war mir klar, das wird wohl nicht dein Morgen…

Am kleinen Winterberg:

Die letzten Meter verliefen zum Glück entspannter und wir konnten einen Zahn zulegen. Was wir aber dann an der Aussicht erlebten, setzte dem Morgen die Krone auf. Gefreut hatte ich mich auf einen entspannten Start in den Tag, an dem man nichts anderes hört, außer Vogelgezwitscher und einen furzenden Käfer. Bekommen habe ich eine Fotografen-/ Wandergruppe aus mindestens 10 Leuten, die die beste Stelle mit ihren Stativen so belegten, dass man wirklich keine Chance hatte, ein freies Plätzchen zu ergattern.

Auch die Lautstärke, in der sich die Gruppe unterhielt, ließ meine Hoffnung auf einen ruhigen Morgen direkt verpuffen. Jetzt weiß ich wieder, warum ich diese typischen Hotspots nicht wirklich mag – das nächste Mal fahre ich wieder zu einem weniger besuchten Ort.

Wir entschieden uns kurze Zeit später weiterzulaufen. Ich hatte anfangs schon eine Stelle entdeckt, die auch schick war und wo es etwas ruhiger ist – zumindest waren wir dort komplett alleine, konnten die Aussicht in aller Ruhe genießen und unsere Bilder schießen. Hier fehlte nur dieser markante Felsen im Vordergrund – aber es geht auch ohne. Auch wenn das Licht nicht ganz so extrem leuchten wollte, wie ich es gern gehabt hätte, bekam ich ein paar passende Bilder zusammen.

Doch mit der Ruhe hielt es nicht lange an, denn auch die Gruppe begann weiterzuziehen und sprang uns nun vor der Linse herum. Es sollte an diesem Tag einfach nicht sein, dachte ich mir. Die Ruhe bekam ich nicht, das Licht war nicht so intensiv golden und kurz darauf zog eine Wolke vor die Sonne… also akzeptierte ich es einfach wie es war und entschied mich gemeinsam mit Sven, zum Auto zurückzulaufen. Vielleicht war das anfangs mit dem Parkplatz am Beuthenfall auch ein Zeichen, dass wir nicht zum kleinen Winterberg laufen sollten, man weiß es nicht 😂

Auf dem Rückweg hielten am Carolafelsen an, bevor es über die Heilige Stiege zurück zum Auto ging. Jetzt lohnte es sich zwar nicht mehr, Bilder zu schießen, dafür waren wir komplett alleine, es war angenehm ruhig und ein paar Sonnenstrahlen wärmten unsere Gesichter. So schmeckt das Frühstück doch am besten. Einfach herrlich, wenn man auf dem Felsen sitzt und in die Ferne schaut – dabei lässt sich alles andere vergessen.

Eins bisschen Wilde Hölle:

Auch wenn ich sie bisher nur einmal durchlaufen bin, das letzte Stück der Wilden Hölle gefällt mir immer wieder sehr. Jedes Mal, wenn ich zum Carolafelsen laufe, muss ich hier ein paar Bilder schießen. Alles ist so schön grün und wild, vielleicht ringe ich mich doch nochmal dazu, das gesamte Stückchen zu laufen. Wer die Geschichte von meiner bisher ersten und letzten Tour durch diese Schlucht noch nicht kennt, wird hier aufgeklärt.

Wenn ich die Bilder so im Nachgang betrachte, bin ich doch ganz zufrieden. Manchmal denkt man nach einer Tour, dass nicht ein Bild zufriedenstellend sein wird und stellt dann zu Hause fest, dass zwei bis drei doch ganz gut geworden sind. Umgekehrt geht das natürlich auch. Dann denkst du vor Ort, wie geil war das bitte und vor dem Rechner kommt dann die Ernüchterung.

Beim nächsten Mal wird es endlich wieder richtig wild, urig und grün. Eigentlich wollte ich mit Stefani in die Sächsische Schweiz fahren, aber eine fette Gewitterfront machte uns einen Strich durch die Rechnung. Dafür zeigte sie mir eine wunderschöne grüne Oase mitten in Dessau – ihr dürft gespannt sein. Wer das nicht verpassen möchte, kann gern meinen Blog abonnieren.

10 Kommentare zu „#139: Kleiner Winterberg“

  1. Episch!!!! Einfach episch!! Herr der Ringe hätte genauso gut dort spielen können, was Du aus deutschen Wäldern so raus holst ist einfach nur noch schön!!!
    LG von Astrolady

  2. Grüß dich, das sind wieder super Fotos, das dunkle mystische gefällt mir und das Elbsandsteingebirge eignet sich hervorragend als Motiv, dort gibt es ja hinter jedem Baum oder Strauch was zu entdecken. Die Aussichten sind toll. Möchte dort auch gerne mal wieder Urlaub machen und paar Foto-Touren, waren 2019 das letzte mal dort , sind ebenfalls durch die Wilde Hölle gewandert und waren sofort begeistert von der urigen Schlucht. Also danke für die super schönen Fotos und lass es dir gut gehen 🙋🏻‍♀️ Gruß gehpaeck

  3. Schmilka! Richtig schön am Ende der Welt. Im Januar war ich für einige Tage da, inkl. Füße wundlaufen. Meine Laien-Fotos im Blog sind mit Deinen aber nicht vergleichbar.

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