#140: Die Everglades in Dessau

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Endlich stand mal wieder Regen auf dem Plan… das fand ich so lange gut, bis sich die ersten Gewitterwolken dazugesellten. Da freust du dich monatelang auf verregnete Waldbilder und dann kommt ausgerechnet ein Gewitter mit Starkregen dazu. Ich entschied mich spontan gegen eine Tour in der Sächsischen Schweiz oder im Vogtland und bevorzugte eine kleine Runde in der näheren Umgebung. Safety first.

Stefani schwärmte so oft von dem Park in Dessau und jetzt wäre ein idealer Zeitpunkt, diesen zu erkunden. Bis dorthin fahre ich nur 45 Minuten, im Gegensatz zu sonst liegt der Spot quasi gleich um die Ecke. Perfekt für eine kurze Runde am frühen Morgen.

Beckerbruch Park:

Als die Polizei auf der Landstraße versuchte, eine Horde Schafe zurück zur Weide zu bringen, kam ich mit leichter Verspätung in Dessau an. Ich sackte Stefani unterwegs ein und sie lotse uns zu einer grünen Oase mitten in der Stadt.

Wir stiegen aus dem Auto und stellten fest, dass der Himmel nur teilweise bedeckt war – hoffentlich lässt uns die Sonne so lange wie möglich in Ruhe. Ich schnappte mir meinen Rucksack und folgte Stefani in den Wald. Tja und was soll ich sagen, sie hat nicht zu viel versprochen – die Anlage war unglaublich schön. Es reihte sich ein Motiv an das nächste und die vielen verschiedenen Grüntöne waren der Knaller. Gepaart mir dem Wasser ein wahrer Augenschmaus.

Die Everglades in Dessau:

Mein besonderes Highlight an dem Tag waren drei Sumpfzypressen am Ufer. Hier hätte ich mit tot fotografieren können. In einem Moment stehst du mitten in Dessau und ein paar Minuten später fühlst du dich, als würdest du durch die Everglades in Florida wandern. Wenn es jetzt noch geregnet hätte, wäre das Urwaldfeeling perfekt gewesen – aber ich will nicht meckern.

Ich bin gespannt, was ihr zu den Bäumen sagt, vielleicht kann ich euch ja mit den Bildern genauso begeistern. Ich war an dem Tag jedenfalls hin und weg. Unser Weg führte uns weiter in Richtung Sonne, zumindest blitzte am Himmel immer mehr blauer Himmel durch. Das Problem mit den Sonnenstrahlen ist, dass sie viele Teile im Bild super aufhellen und andere Stellen dafür extrem dunkel bleiben. Dadurch wirkt es nicht mehr ästhetisch. Aber zum Glück war es ordentlich windig – dadurch zogen im Minutentakt Wolken vor den gelben Stern am Himmel und im passenden Moment drückte ich auf den Auslöser – so wurde doch noch was, mit dem ein oder anderen Motiv.

Weiter durch den Urwald:

Auf dem letzten Stückchen wurde es nochmal so richtig wild – Achtung Zeckenalarm, dachte ich mir. Wir befanden uns mitten in einer grünen Oase. Egal wohin man sah, es war grün – oben, unten, an der Seite – einfach überall. So muss es sein, wenn man ein Waldbad nehmen möchte, perfekt.

Die Bilder haben mir mal wieder gezeigt, dass es so viele schöne unentdeckte Orte in Deutschland gibt, fernab von irgendwelchen HotSpots. Man kennt sich einfach nur viel zu wenig aus. Ich konnte die Anzahl der Menschen an einer Hand abzählen, die uns hier über den Weg liefen. Definitiv muss ich bei richtig schönem Shietwetter nochmal herkommen, dann dürfte das grün noch viel saftiger wirken. Durch die Sonne mussten wir die Runde leider nach knapp 1,5 Stunden abbrechen, obwohl es noch viel mehr zu entdecken gab.

Ich hoffe, euch hat die Tour ins Grüne gefallen. Beim nächsten Mal wird es endlich neblig und regnerisch – der Wettergott hat mein Flehen erhört. Ich war im Uttewalder Grund und im Felsengebiet Rathen unterwegs und es war einfach nur geil. Über 500 Bilder habe ich mitgebracht, die ich allerdings erstmal durchschauen, bearbeiten und hochladen muss – es wird also noch ein paar Tage dauern. Aber wie sagt man so schön, was lange währt, wird gut. Ihr dürft also gespannt sein. Lasst gern ein Abo da, wenn ihr das nicht verpassen wollt.

20 Kommentare zu „#140: Die Everglades in Dessau“

  1. Wow, deine Fotos sind klasse, richtiges Märchenwaldfeeling. Die abseits der Hotspots gemachten Fotos, die wir bei Insta und Co. hundertfach gesehen haben, finde ich so viel wertvoller und inspirierender. Danke dir dafür. Dein Bericht hat mich ganz neugierig gemacht, denn ich hab dort mal gewohnt, bin aber über den Parkbereich beim Georgium und Tierpark nie hinaus gekommen. Danke auch dafür.

  2. Bahh, ich spüre die Schwüle glucksen!!! Unglaublich, dass in Deutschland …. welch ein Gegensatz zum Reich der feuchten Kühle nun im Reich der drückenden Schwüle. Dieser Baum könnte bei Nichtkennern als Magrove durchgehen. Interessant.
    LG von Astrolady

  3. Hallo Christiane,
    Das Schöne liegt oft so nah.
    Die Sumpfzypressen sind große Klasse und die bilder sehen überhauptnicht nach einer Notlösung wegen „schlechtem Wetter“ aus.
    Wie immer ein Genuss!
    Liebe Grüße
    Dagmar

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