Du kennst das sicher – so ein bisschen Instagram, ein bisschen Google Maps, Wetter-App checken und zack: Da steht er, der Plan für den Traumtrip zu den legendären Drei Zinnen inklusive Wanderung. Der Plan war eigentlich ganz einfach – und ehrlich gesagt auch ziemlich romantisch: Im Dachzelt schlafen, davor den Sonnenuntergang genießen, nachts unterm Sternenhimmel liegen und morgens mit dem ersten Licht des Tages aufwachen, während sich die Zinnen rosa färben. Klingt nach Alpenmagie pur, oder? Was wir bekommen haben: Sturm. Gewitter. Und – Trommelwirbel – Schnee. Im September. Das Dachzelt blieb geschlossen, der Sternenhimmel hinter dicken Wolken versteckt und wir landeten spontan in einem Hotelzimmer mit festem Dach über dem Kopf. Aber aufgeben war keine Option. Am nächsten Morgen wagten wir es trotzdem.
Der erste Eindruck: Breakfast without a view
Mit dem Auto ging’s über die Mautstraße hoch zur Auronzo-Hütte. Das Gewitter sollte laut Vorhersage bereits in der Nacht gewesen sein, also hofften wir auf ein paar regenfreie Stunden und wenigstens ein paar dieser sagenhaften Ausblicke. Doch als wir oben ankamen, ließen sich die Drei Zinnen leider nur erahnen. Aber hey, optimistisch wie wir waren, dachten wir: „Wird sich schon legen.“ Spoiler: Tat es nicht, zumindest vorerst.
Trotzdem machten wir uns auf den Weg zum Aussichtspunkt Cadini di Misurina – der Spot, bei dem man eigentlich denkt, man sei mitten in einem Gemälde. Nur dass unser Gemälde aktuell aus 37 Grautönen bestand, mit Soundeffekten: Donnern. Erst in der Ferne, dann ziemlich nah. Und schneller als du „Wetterschutzjacke“ sagen kannst, wurde aus dem leichten Nebel eine ziemliche Wand aus Wind, Sprühregen und… naja, Drama.




Wir drehten um. Sofort. Und das war, wie sich herausstellen sollte, die beste Entscheidung des Tages. Denn keine fünf Minuten später, zurück an der Auronzohütte, brach das Gewitter richtig los. Und zwar nicht mit ein paar harmlosen Tropfen, sondern mit voller Berggewalt. Ein Schneesturm fegte über die Dolomiten und machte jede Sicht auf die Zinnen endgültig zunichte. Doch nach einer Stunde Wartezeit, in der es heißen Bombardino gab, verzog sich der Schneesturm und sobald wieder etwas Sicht war, starteten wir doch noch unsere Wanderung.






Was kann man an den Drei Zinnen so machen?
- Rundwanderungen & Spaziergänge: Die Drei Zinnen sind nicht nur ein absoluter Hingucker, sondern auch ein echtes Wanderparadies. Wer keine lange Tour will, kann gemütlich um die berühmten Zinnen spazieren – so wie wir das gemacht haben. Der Weg ist gut ausgebaut und bietet immer wieder fantastische Ausblicke auf die beeindruckenden Felsgiganten. Für alle, die Ruhe suchen und die Natur genießen wollen, ist das der perfekte Ausflug.
- Kletterabenteuer & Bergsteigen: Für alle, die es gerne etwas actionreicher mögen, bieten die Drei Zinnen jede Menge Kletterrouten. Ob Anfänger oder Profi – hier gibt’s Routen für jeden Schwierigkeitsgrad. Wer mal ganz oben auf den berühmten Gipfeln stehen will, erlebt nicht nur Nervenkitzel, sondern auch eine Aussicht, die einem den Atem raubt. Profi-Tipp: Führungen mit erfahrenen Bergführern machen das Erlebnis sicherer und intensiver.
- Kulinarik mit Aussicht: Nach der Tour lädt die Auronzo-Hütte oder die Lavaredo-Hütte zum Einkehren ein. Hier kannst du dir typische Südtiroler Spezialitäten schmecken lassen – mit einem Panorama, das seinesgleichen sucht. Perfekt, um Kraft zu tanken und das Bergfeeling noch einmal so richtig zu genießen.
- Sternenhimmel über den Dolomiten: Die Drei Zinnen sind dank der abgeschiedenen Lage auch ein toller Spot für Sternengucker. Bei klarem Himmel funkeln hier die Sterne so klar, dass man glaubt, sie greifen zu können. Wer nachts mit Stirnlampe unterwegs ist, kann so ein echtes Natur-Spektakel erleben, das einen Tag in den Dolomiten perfekt abrundet. Ich hoffe du hast mehr Glück als wir.


Ehrlich gesagt war ich so gar nicht bereit für Schnee – noch nicht mal ansatzweise. Trotzdem wurde die Stimmung mit jeder Minute besser. Die Berge kämpften sich langsam durch den Nebel und plötzlich wurde aus der trüben Suppe ein richtiges Fotoparadies. Klar, ein Sonnenaufgang wäre der absolute Traum gewesen, aber mal ehrlich: Im Urlaub lässt sich so manches einfach nicht planen. Also haben wir das Beste draus gemacht. Egal ob Sonne oder Schnee, die Dolomiten verzaubern einfach immer.


Und was soll ich sagen? Die letzten anderthalb Stunden hat sich tatsächlich noch Klärchen zu uns gesellt, als hätte das Wetter extra für uns nochmal einen draufgelegt. Kaum war der Nebel weg, fühlten wir uns plötzlich wie auf einem Grillrost – Sonne pur und volle Power. So ein krasses Wetter-Spektakel habe ich echt noch nie erlebt. Die Runde war auf jeden Fall ein voller Erfolg, auch wenn sie ganz anders lief, als geplant.
Gut zu wissen
- Lage: Südtirol, Naturpark Drei Zinnen, eingebettet zwischen den Tälern Sextental und Pragsertal, Italien
- Beste Jahreszeit: Frühling bis Herbst – besonders schön im Frühling, wenn die Almwiesen blühen.
- Anreise: Mit dem Auto über die mautpflichtige Straße zur Auronzo-Hütte, dem Startpunkt der Wanderungen. Alternativ mit dem Bus von Toblach oder Sexten aus.
- Parkplatz: 46°36’47.4″N 12°17’33.9″E






Beim nächsten Mal wollen wir im Juni wiederkommen, dann hoffentlich bei schön frühlingshaftem Wetter, wenn die Berge blühen und alles in sattem Grün erstrahlt. Ich freu mich schon. Ich hoffe jedenfalls, dass ich dir mit dieser Drei Zinnen Wanderung eine kleine Inspiration geben konnte. Dieser Beitrag reiht sich in meine kleine Dolomiten-Serie ein. Ich verspreche dir, es warten noch viele weitere Highlights.
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Ich habe es einmal bei mir angezeigt.
Danke ☺️
Na, so ein Wetter. Bin froh, dass es bei meinem Wandertrip von Sexten-Moos aus netter war.
In meiner Blog-Chronik sah ich entsetzt, dass es schon 11 Jahre her ist.
https://tarzanberlin.wordpress.com/2014/07/15/dolomiten-uberall/
Dein Bericht macht Appetit auf einen weiteren Besuch.
Wir werden das nochmal irgendwann im Juni testen ☺️
Wir werden es auch nochmal im Juni testen 🤭