#221: Wanderung zur Achtermannshöhe im Harz

Es ist schon eine Weile her, dass ich das letzte Mal auf einer Wanderung zur Achtermannshöhe im Harz unterwegs war. Als ich dann unter der Woche sah, dass es im Harz regnerisch wird, war sofort klar: Urlaub nehmen und raus. Also hab ich kurzerhand den Rucksack gepackt und zusammen mit Denise und Murphy ging es ab ins feuchte Abenteuer. Ein regenreiches Programm stand auf dem Plan – genau das, was wir brauchten.

Zwischenstopp Radau Wasserfall

Auf dem Weg nach Torfhaus führt die Route immer am Radau Wasserfall vorbei. Der steht schon seit einer ganzen Weile auf meiner Liste, besonders, weil ich ihn unbedingt mal im Nebel fotografieren wollte. Das Problem? Entweder war es nicht neblig genug oder einfach nicht der richtige Moment. Aber an diesem Tag hat alles gepasst. Also hab ich mich direkt am Wasserfall ausgetobt und mit ein paar verschiedenen Perspektiven rumgespielt. Meine beiden Begleiter waren noch etwas müde, weshalb sie es sich währenddessen im Auto gemütlich machten.

Rund um das Torfhausmoor

Die Bedingungen hätten wirklich nicht besser sein können, als wir in Torfhaus ankamen. Über uns hing eine hübsche Nebelsuppe und der Nieselregen hatte gerade erst angefangen. Also zogen wir uns die Kapuzen über und machten uns auf, die ersten Meter zu erkunden. Ich liebe es, wenn der Sommer so aussieht – irgendwie magisch und fast ein bisschen geheimnisvoll.

Die Runde um das Moor lohnt sich übrigens immer, egal ob nun im Regen oder mit Sonne. Ich finde es auch immer spannend, wenn die Leute sagen: „Im Harz? Da ist doch alles tot.“ Da kann ich oft nur schmunzeln. Ich denk mir dann meist: Ihr schaut einfach nicht richtig hin. Klar gibt’s viel Totholz – das sieht man sofort. Aber wer mal ein bisschen genauer hinsieht, merkt schnell, wie viel neues Leben dazwischen steckt. Überall sprießt es und junge Bäumchen kommen hoch. Gerade in Ecken, wo ich länger nicht war, fällt mir das jedes Mal auf’s Neue auf. Die Natur hat so eine irre Kraft zur Erneuerung – man muss sie nur machen lassen.

Auf dem Weg zur Achtermannshöhe

Wir entschieden uns an diesem Tag nur für die kleine Runde um das Torfhausmoor. Denn ich wollte Denise noch etwas zeigen, was sie noch nicht kannte: die Achtermannshöhe. Meine letzte Wanderung dorthin war mal im Frühjahr, ist aber auch schon ein paar Jahre her. Jetzt im Sommer erhoffte ich mir eine kleine grüne Oase. Ob sich dieser Wunsch erfüllt hat? Das erzähle ich dir im nächsten Abschnitt.

Ich denke, anhand der ersten Bilder erkennst du ziemlich schnell, dass sich mein Wunsch definitiv erfüllt hat. Ich war echt erstaunt, wie grün und lebendig alles wirkte. Der Nebel hatte sich anfangs ein wenig verzogen, aber das hielt nicht lange. Je näher wir dem Gipfel des Achtermanns kamen, desto dichter kroch er wieder an uns heran. Die Sicht wurde zunehmend mystischer und genau das machte die Stimmung oben so besonders. Perfekte Bedingungen für ein paar atmosphärische Aufnahmen.

Doch die Ruhe auf dem Achtermann hielt nicht lange an. Eine Schulklasse war bereits auf dem Weg zu uns – ihre Energie war nicht zu überhören. Wir warteten, bis alle oben ankamen und machten uns dann langsam an den Abstieg. Es ist schön zu sehen, dass junge Menschen die Natur erleben. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass dabei vielleicht ein bisschen mehr auf das besondere Umfeld eines Nationalparks hingewiesen worden wäre. Gerade solche Orte leben von ihrer Ruhe und der Atmosphäre. Da wirken lautstarke Fußballparolen quer über den Harz doch etwas deplatziert. Natürlich gehört Ausgelassenheit bei Jugendlichen dazu, aber vielleicht lässt sich ein wenig Bewusstsein für Rücksicht und Achtsamkeit schaffen. Schließlich ist genau das ein wichtiger Teil des Naturerlebnisses.

Kleiner Abstecher zum Bodebruch

Der Regen wurde stärker und die Beine langsam schwer. Doch dann kam dieser kleine Moorpfad, der uns die nächsten Meter wirklich versüßte. Wenn du mal in der Gegend unterwegs bist, kann ich dir den Abstecher zum Bodebruch nur ans Herz legen. Dieser hübsche Bohlenweg war definitiv eines der Highlights – mystisch und ruhig. Ein echter Geheimtipp, den man gesehen haben muss.

Zurück zum Parkplatz nach Oderbrück

Anschließend zog sich der Weg etwas. Die Fotomotive wurden seltener und der Regen setzte uns immer mehr zu. Es war einer dieser Abschnitte, wo man einfach nur noch durchhalten will – klatschnass, müde, aber irgendwie auch zufrieden. Bis zu dem Moment, als Denise einen anderen Weg einschlagen wollte, als den, den ich sonst immer nehme. Ich war erst skeptisch – schließlich kenne ich „meine“ Route und weiß, was mich dort erwartet. Aber gut, warum nicht mal was Neues probieren?

Zum Glück haben wir’s gemacht. Denn plötzlich standen wir auf einem Bohlensteg, den ich tatsächlich noch nie zuvor gesehen hatte. Und das, obwohl ich dachte, ich hätte in der Ecke schon jeden Pfad einmal fotografiert. Verrückt, wie der Harz einen immer wieder überrascht. Ich liebe ja diese Bohlenwege. Sie bringen eine ganz besondere Stimmung mit, vor allem an so einem grauen, regnerischen Tag. Also war klar: Kamera raus und noch ein paar Bilder einfangen. Denn genau für solche unerwarteten Entdeckungen lohnt sich jede Tour – egal, wie nass man am Ende ist.

Und so endete unsere Wanderung zur Achtermannshöhe im Harz: nass, müde, aber mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck. Wenn du selbst mal in der Gegend unterwegs bist: Lass dich treiben und bleib offen für Umwege. Sie führen oft zu den schönsten Orten.

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Wandbilder, Kalender und Poster gibt’s hier:

2 Kommentare

  1. Endlich Mal eine Fotogeschichte ohne den ewigen Sonnenschein und Surfromantik. Und dann so eine stimmige, tolle Atmosphäre!👍

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