#205: Steinachtal und Schwedenschanze im Frankenwald 

Anzeige || Das Höllental vom Vortag steckte mir noch in den Knochen, aber das nächste Abenteuer rief bereits. Diesmal ging es ins Steinachtal und zur Schwedenschanze im Frankenwald. Der Wetterbericht? Nebel am Morgen, später dann Sonne. Also nichts wie los, die Zeit drängte. Falls du den ersten Beitrag verpasst hast, dann schau am besten vorher kurz rein:

Ankunft Wanderparkplatz Stadtsteinach

Knapp 30 Minuten vor Sonnenaufgang parkte ich am kostenlosen Wanderparkplatz, schnürte meine Schuhe und tauchte ins nächste Waldbad ein. Kaum losgelaufen, dachte ich: Was könnte die letzten zwei Tage noch übertreffen? Da flüsterte das Steinachtal: Ich! Doch von Anfang an: Der Wanderweg führte zunächst entspannt bergauf zur Burgruine Nordeck. Mithilfe der Steinachtal App hast du übrigens die Möglichkeit, die Burg in ihrer tatsächlichen Größe zu bestaunen und erhält zusätzlich jede Menge Infos über das Steinachtal. Hier gelangst du zum Download der App. Ein kurzer Blick ins Tal zeigte, dass der Nebel sich hartnäckig hielt. An der Weggabelung im Wald bekam ich dann einen ersten Vorgeschmack auf das, was mich noch erwarten würde.

Wanderweg durch das Steinachtal

Ich folgte dem Steinachtalweg entlang der Unteren Steinach und genoss die Ruhe und das Plätschern des Wassers. Immer wieder tauchten bunte Eyecatcher vor mir auf, sodass meine Kamera nonstop zu tun hatte. Auf der rechten Seite begleiteten mich große Felsen, die außerdem jede Menge Details bereithielten. Der Nebenfluss blieb mir linksseitig ebenfalls treu und die knochigen Bäume ließen die Szenerie, gepaart mit dem Nebel, sehr geheimnisvoll wirken.

Immer wieder zogen die Nebelschwaden geheimnisvoll durch den Wald und ich dachte mir, mehr Herbstfeeling geht nicht. Nach etwa anderthalb Stunden gesellte sich die Sonne zu mir, während es leicht bergauf ging. Der Nebel verzog sich langsam und gab die Aussicht auf die umliegende Landschaft frei. Wie in vielen Regionen schien auch hier der Borkenkäfer einen großen Appetit zu haben, denn es waren eindeutige Spuren erkennbar.

An der Stelle, wo der Steinachtal-Weg zum Nordeck-Weg HRW 7 wurde, hatte ich ein kurzes Problem, den Pfad zu finden. Ich vermute, es war den Baumfällungen geschuldet. Damit es dir nicht auch passiert und du wild umherirrst, hier ein kleiner Tipp: Orientiere dich an dem kleinen fließenden Gewässer rechts neben dir. Wenn du diesem bergab folgst, kommst du am Ende an einer Brücke raus. Dann bist du richtig. 

Die Steinachklamm

Mein nächstes Ziel war die Steinachklamm – eine kurze, aber landschaftlich sehr reizvolle und fotogene Strecke. Hier könnte ich mich stundenlang austoben, denn sie bietet alles, was mein kleines Fotografenherz höherschlagen lässt. Eine Brücke, Wasser, schroffe Felswände und bunte Laubbäume. Kein Wunder, dass dieser Ort auch eine Sage im Gepäck hat, nach der Thor die Klamm mit seinem Hammer geschaffen hat.

Die Sonne kämpfte sich immer weiter durch den Nebel und ich entdeckte die ersten Spinnennetze. Seit Jahren habe ich ein Bild im Kopf, aber noch keine schöne Lichtstimmung mit einem passenden Spinnennetz gefunden. Vielleicht wäre ja heute der Tag der Tage. Kurz darauf kam ich an einer kleinen Lichtung an, bevor der Weg mich wieder bergauf führte. Sofort wuchs meine Hoffnung, dass der Nebel vielleicht doch noch ein bisschen Lust hat, mich auf meiner Wanderung zu begleiten.

Über Triebenreuth zurück in den Wald

Ich durchquerte als Nächstes den kleinen Ort Triebenreuth und kam mächtig ins Schwitzen, als mich die Schatten spendeten Bäume verließen. Auch der Nebel war weg und die Wärme eindeutig zu viel für meine Klamottenauswahl. Ich legte an einer Bank eine kurze Rast ein, zog meine Jacke aus und ließ mir mein Frühstück schmecken.

Ich hätte nicht gedacht, dass der Frankenwald im Anschluss noch eine Überraschung für mich parat hielt: perfektes Wetter mit einer Mischung aus Nebel im Wald und sanften Sonnenstrahlen, die durch die Bäume strahlten. Die Stimmung war beeindruckend und die Szenerie wechselte mit jedem Schritt. Zuerst war es nur ganz zart zu sehen, während sich der Wanderweg weiter durch den dichten Wald schlängelte. Begleitet von dieser einzigartigen Lichtstimmung, die den Wald so unglaublich mystisch erscheinen ließ, wurde mein Schritt immer schneller. Und was soll ich sagen, der Nebel wurde immer mehr. Die Kombination aus Dunst und Sonne zauberte eine besondere Atmosphäre, die zum Innehalten einlud und den Weg zu einem echten Erlebnis machte. Dass mir am Forstmeistersprung die Aussicht verborgen blieb, war daher nur halb so wild.

Ich bekam nicht nur diese einzigartige Lichtstimmung zu sehen, sondern auch die Spinnennetze häuften sich auf meiner Speicherkarte. Es hätte von mir aus ewig so bleiben können, doch es wartete noch ein weiterer Spot auf mich. Hinzu kam, dass es bergab ging und je tiefer ich kam, desto klarer wurde die Sicht im Wald. Aber ich denke, ich konnte mit meiner Ausbeute für den Tag mehr als zufrieden sein. Ich entschied mich, zurück zum Auto zu laufen und in Kulmbach eine Kleinigkeit zu essen, bevor der letzte Spot für diesen Tag auf mich wartete.

Kurzer Ausflug zu Schwedenschanze

Offiziell hatte ich erst 14,5 Kilometer auf dem Tacho. Aber wer gerne fotografiert, weiß, wie schnell eine Route dadurch länger wird. Mit all den Abstechern und Perspektivenwechseln kamen fast 19 Kilometer zusammen und die spürte ich nach einer herzhaften Mahlzeit auch in den Beinen. Da kam die bevorstehende, knapp zweikilometerlange Rundwanderung als Verdauungsspaziergang wie gerufen. Los ging’s in dem kleinen, verschlafenen Ort Hofstätten. Ich parkte mein Auto am Straßenrand, schulterte die Kamera und lief in den Wald.

Der Weg bis zur Schwedenschanze war wirklich kurz. Nach knapp 300 m erreichte ich sie auch schon. Ich fühlte mich sofort wieder wie zu Hause. Ein schmaler Bach schlängelte sich malerisch neben den schroffen Felsen entlang, während der Waldboden in ein sattes Moosgrün getaucht war. Einfach perfekt, um sich ganz in der Umgebung zu verlieren.

Nach einiger Zeit lichtete sich der Wald wieder und der letzte Kilometer führte mich entlang eines Feldes. Die Mischung aus Wald, Felsen, Wasser und herbstlicher Stimmung bot nochmal ein paar schöne Herbstmotive zum Abschluss. Kurz darauf erreichte ich mit müden Beinen den Ausgangspunkt meiner Runde, verstaute die Kamera im Rucksack und stieg ins Auto.

Fazit zum Steinachtal und zur Schwedenschanze

Die vier Tage im Frankenwald vergingen wie im Flug. Ich durfte diese Region näher kennenlernen und muss sagen, sie hat mir wirklich sehr sehr gut gefallen. Der Herbst hat mich hier mit seinen Farben einfach umgehauen. Wenn du dich hier etwas erholen möchtest, kann ich dir die fünf Wanderungen wärmstens empfehlen. Etwas Trittsicherheit solltest du mitbringen und da gelegentlich nicht alle Wanderpfade ausgeschildert waren, packst du dir die Touren am besten vorher auf’s Handy. Was ich dir versprechen kann: Die Wanderwege sind definitiv nicht langweilig. Ich hoffe, dir hat auch der zweite Teil ins Steinachtal und zur Schwedenschanze im Frankenwald gefallen. Die beiden Touren findest du zum Nachwandern ebenfalls auf Outdooractive. Alle weiteren touristischen Informationen findest du hier:

Im nächsten Beitrag geht’s zu den herbstlichen Schrammsteinen. Auch wenn es mit dem Sonnenaufgang nicht so ganz klappen wollte, war die Wanderung traumhaft schön. Wenn du es nicht verpassen willst, lass gern ein Abo da!

4 Kommentare

  1. Wie immer, Deine Bilder sind einfach ein Traum. Und diesmal sogar mit Sonne.

  2. Danke für´s Mitnehmen. Einfach alles wieder zauberhaft schöne Aufnahmen!

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