#203: Herbstwanderung im Bodetal bei Nebel

Letztes Jahr ließ der Herbst lange auf sich warten – und mit ihm der erhoffte Nebel. Unruhig saß ich auf der Couch, den Blick immer wieder gen Himmel gerichtet, in der Hoffnung auf Regen, ganz egal wo. Doch dann war es endlich soweit: Der Regen kam und zwar in Thale. Eine Herbstwanderung im Bodetal bei Nebel war jetzt genau das richtige. Diese Jahreszeit hat etwas Magisches, wenn der Nebel über die feuchten Wälder zieht. Voller Vorfreude schnappte ich mir meine Wanderschuhe und Kamera – bereit für ein kleines Abenteuer. Mal sehen, was der Tag bringen würde.

Parkplatz Bodetal

Eigentlich hatte ich geplant, gemütlich am Hexentanzplatz zu parken, herunterzulaufen und mit der Seilbahn wieder hochzufahren. Doch der Plan war schnell dahin. Die Zufahrtsstraße war gesperrt. Stattdessen musste ich zu Fuß den ganzen Weg hinauf und später auch wieder hinunter. Mehr Bewegung als geplant, aber hey, alles halb so wild. Aus einem kurzen Ausflug wurde also spontan eine richtige kleine Wanderung. Als ich den Blick nach oben richtete und sah, was mich erwarten würde, war jede Anstrengung vergessen. Die Aussicht versprach ein echtes Highlight, es konnte nur werden.

Die ersten herbstlichen Farbtupfer ließen sich bereits erahnen, doch das satte Grün dominierte noch die Landschaft. Kein Grund zur Enttäuschung, denn alles hing im Dunst. In solchen Momenten tritt die Farbe sowieso in den Hintergrund. Als dann plötzlich noch ein kleiner Feuersalamander meinen Weg kreuzte, wusste ich: Dieser Tag würde gut werden. Gleich zu Beginn so ein Glücksmoment. Perfekter hätte es kaum starten können.

Über den Hirschgrund zum Hexentanzplatz

Der Hirschgrund ist für mich einer der schönsten Wanderwege in Thale, ein echtes Highlight für Naturfans. Zwar geht es kontinuierlich bergauf, vorbei am Gasthaus Königsruhe, aber Langeweile? Fehlanzeige! Der Weg überrascht ständig mit neuen Ausblicken auf imposante Felsen und wer aufmerksam ist, entdeckt am Wegesrand allerlei Pilze und faszinierende, skurril geformte Bäume. Hier kommt wirklich alles zusammen, was das Wanderherz höher schlagen lässt. Es lohnt sich definitiv, die Augen offenzuhalten.

Auf diesem Weg gehört dein Smartphone definitiv in die Tasche, es sei denn, du möchtest kurz ein Foto zu machen. Der Pfad ist stellenweise voller kleiner Stolperfallen, aber genau das macht seinen Reiz aus. Jeder Schritt fordert Aufmerksamkeit und das lohnt sich. Die perfekte Kulisse, um sich komplett in der Natur zu verlieren.

Auf dem Hexentanzplatz

Der Hexentanzplatz ist bekannt für seine atemberaubende Aussicht, doch an diesem Tag hüllte der Nebel alles ein und versperrte den Blick. Kein Grund zur Enttäuschung, es gibt mehr als genug andere spannende Fotomotive. Auch wenn der weite Blick über die Felsenlandschaft und ins Bodetal normalerweise ein echtes Highlight ist, bieten kalte, neblige Tage ihren eigenen Charme. Ein echter Vorteil: Der Glühwein im Gasthaus schmeckt bei diesem Wetter gleich doppelt so gut.

Über den Pionierstieg zurück ins Bodetal

Ein weiteres Highlight der Runde ist der Pionierstieg, der sich zwischen den Felsen hindurchschlängelt und die Tour traumhaft abrundet. Zu meinem Glück hielt der Nebel auch hier an und die Szenerie wurde immer mystischer – perfekte Bedingungen für stimmungsvolle Fotos. Besonders angenehm ist, dass dieser Weg meist wenig frequentiert ist. Vielleicht liegt es daran, dass ich am frühen Morgen unterwegs bin, aber bisher bin ich auf der Route keinem einzigen Menschen begegnet. Perfekt für jemanden wie mich, der Ruhe und Abgeschiedenheit sucht.

An diesem Tag konnte ich einfach nicht genug bekommen, doch langsam näherte sich die Wanderung ihrem Ende. Ich hätte stundenlang weiter fotografieren können, aber man sagt ja: Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Ich hoffe, dir hat die Herbstwanderung im Bodetal bei Nebel genauso gut gefallen, wie mir.

Jetzt frage ich mich schon die ganze Zeit, welche Wanderung danach kam. Wenn ich mich richtig erinnere, müssten es die Schrammsteine im Herbstkleid gewesen sein. Ja, das passt – ich bin mir ziemlich sicher. Wenn du wissen möchtest, wie es weiterging, dann abonniere gern meinen Blog, um nichts zu verpassen.

Unzählige Wandbilder, Kalender und Poster gibt’s hier:

2 Kommentare

  1. Hallo Christiane, über diesen Beitrag zum Bodetal mit deinen tollen Fotos habe ich mich besonders gefreut! Zufällig lese ich gerade ein Buch mit dem Titel „Legends and Tales of the Harz Mountains“ von Maria Elise Turner Lauder (oder Toofie Lauder). Toofie war eine Kanadierin, die Ende des 19. Jahrhunderts Geschichten aus dem Harz gesammelt und aufgeschrieben hat. Im englischen Text verwendet sie manchmal deutsche Wörter, zum Teil erklärt sie sie auch, was sehr witzig ist. Eine der Geschichten trägt den Titel „The Golden Crown in the Bode-Kessel“. Vielleicht interessiert es Dich ja!? Kann man kostenlos lesen bei gutenberg.org und bei Google Books.
    Ich freu mich schon auf weitere Harz-Beiträge!

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