#199: Rundwanderung zur Grenzplatte in der Sächsischen Schweiz

Weißt du, was mich so richtig nervt? Durchwachsenes Wetter. Das ist wie eine Wundertüte, nur dass man nie das bekommt, was man sich gewünscht hat. Gerade als Fotograf mag ich Wundertüten gar nicht. Sonnenaufgänge/ Sonnenuntergänge stehen immer auf der Kippe und die Sonne ist definitiv immer dann am Start, wenn du sie nicht brauchst. Mich dann aufzuraffen, das Haus zu verlassen, fällt mir äußerst schwer. Die Rundwanderung zur Grenzplatte in der Sächsischen Schweiz war so ein Tag. Die Sonne kam und ging im Minutentakt und von Regen war weit und breit nichts zu sehen. Ein kurzes Donnern in der Ferne war zu hören, aber das war es dann auch schon.

Aber ich wollte ja meine fotografischen Fähigkeiten erweitern und auch mal losziehen, wenn mich die Bedingungen nicht umhauen. Eine entspannte Wanderung am Morgen, mit leckerem Proviant im Rucksack und einer fantastischen Begleitung ist doch auch was Schönes. Also schnappte ich mir Denise und Murphy und ließ mir von den beiden die Grenzplatte etwas näherbringen. Hauptsache raus und einfach mal machen – könnte ja gut werden.

Startpunkt Bielagrund

Die ersten Meter an diesem warmen Sommertag führten uns durch den Wald. Und auch wenn ich nicht so richtig im Flow war, weil mir der letzte Gin Tonic am Vorabend noch im Magen hing, hat mich das Grün in seinen Bann gezogen. Es ist komisch, aber sobald ich schmale Pfade und Farn entdecke, kann ich nicht widerstehen und suche mir ein paar hübsche Motive. Da ist der kleine Kater auch schnell vergessen.

Wenig später lag der einzig richtige Anstieg für diesen Tag vor uns. Und der war nicht lang, dafür sehr steil. Ich vertrieb mir die Höhenmeter nebenbei mit der Fotografie einiger kleiner Details am Wegesrand. Das ist mehr als praktisch, denn man kann Pausen einlegen, ohne dass es so wirkt, als ob man nicht in Form wäre. Nach dem Motto: „Biste schon wieder außer Atem?“ – „Nee nee, ich mach nur Fotos.“ Während ich also nach Motiven Ausschau hielt, entschied sich die Sonne tatsächlich dazu, mal im richtigen Moment vorbeizuschauen. Durch die nächtliche Kälte bildete sich eine leichte Feuchtigkeit im Tal. Und als die ersten Sonnenstrahlen die Erde erwärmten, bildete sich ein zarter Dampf zwischen den Bäumen. Glücklicherweise drehten wir uns im richtigen Moment um und konnten dieses wunderschöne Lichtspiel einfangen, auch wenn es nur von kurzer Dauer war.

Wunderschöner Birkenwald

Als wir oben ankamen, begrüßte uns ein kleiner Birkenwald. Und ich muss sagen, den fand ich richtig geil. Wenn ich mir vorstelle, es wäre neblig gewesen – man hätte mich glaube aus dem Wald herauszerren müssen. Aber selbst ohne Nebel war dieser Abschnitt des Waldes wirklich hübsch. Früher konnte ich mit Birkenwäldern nicht viel anfangen. Doch nach meiner Tour zu den Zschirnsteinen lernte ich sie lieben.

Ankunft Grenzplatte

Der Himmel zog sich ein wenig zu und ich dachte mir, sehr geil, dann dürfte es an der Aussicht nicht zu grell sein. Denkste…. kaum stand ich auf dem Felsen, kämpfte sich die Sonne hinter den Wolken nach vorne und ich dachte mir nur: Danke für nichts, Klärchen. Glücklicherweise wollten wir hier eh eine Frühstückspause einlegen, also alles halb so wild. Und kaum machte ich es mir gemütlich, um genüsslich in meine Schnitte zu beißen, zog sich der Himmel zu. Hmm, irgendeiner da oben hatte wohl noch eine Rechnung mit mir offen. Also legte ich das Essen weg und schoss erstmal ein paar Bilder. Sicher ist sicher, man weiß ja nie…

An der Bennohöhle vorbei zurück zum Parkplatz

Die letzten Meter waren leider nicht ganz so spektakulär, was hauptsächlich daran lag, dass die Sonne nun ihre volle Kraft zeigte. Mir persönlich war das einfach zu viel des Guten, weshalb ich mich erneut für ein paar Detailaufnahmen entschied. Ärgerlich, dass ich wieder das Makro nicht am Start hatte. Gerade wenn es sehr hell ist und man ein paar hübsche Motive im Schatten entdeckt, könnte ich Stunden damit verbringen, auf dem Boden herumzukriechen. Aber hätte, hätte, Fahrradkette. Grund genug, um die Tour erneut zu wandern, wenn es etwas regnerisch ist. Alles in allem war es doch ein gelungener Sommertag. Und immer noch besser, als auf der Couch herumzugammeln.

Ich hoffe, du hast die kleine Rundwanderung zur Grenzplatte in der Sächsischen Schweiz genossen und bist auch auf der nächsten Tour wieder am Start. Dort gab es endlich mal wieder leichten Regen im Laufe der Wanderung. Ich nehme dich mit zum Lampertsstein, einem etwas unbekannteren Spot in der Sächsischen Schweiz. Gerade für diejenigen unter euch, die etwas Ruhe suchen, eine perfekte Wahl.

Unzählige Wandbilder, Kalender und Poster gibt’s hier:

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