Ein weiteres Wochenende, eine weitere Fototour – dieses Mal zusammen mit meiner Freundin Denise. Wir haben uns gedacht, es wird Zeit, mal wieder etwas Neues zu erkunden und uns von der Natur inspirieren zu lassen. Also haben wir unsere Köpfe zusammengesteckt und schnell standen unsere Ziele fest: Die Gautschgrotte und das Polenztal. Ehrlich gesagt, ich hatte zwar schon ein paar Fotos von beiden Orten gesehen, war aber selbst noch nie dort. Mal sehen, was uns erwarten würde. Der Weg dorthin war jedenfalls perfekt für den Sommer – nicht zu steil und wir konnten sogar in einer gemütlichen Gaststätte einkehren. Was könnte man sich mehr wünschen, als sich den Bauch vollzuschlagen? Essen ist schließlich immer eine gute Idee.
Auf dem Weg zur Gautschgrotte
Zusammen mit der lieben Kerstin aus der Schwäbischen Alb begannen wir diesmal etwas später, gegen 10 Uhr. Da es den halben Tag regnete, spielte es keine Rolle, wann wir losliefen. Am Morgen zur Abwechslung etwas länger schlafen ist auch nicht verkehrt, würde ich sagen. Besonders im Sommer kommt das Ausschlafen oft zu kurz. Doch ich persönlich genieße es sehr, den Tag früh zu beginnen, wenn die Welt noch schläft. Dieses kurzzeitige Gefühl völliger Einsamkeit, eingehüllt von der Natur, ist für mich äußerst berauschend.
Die ersten Meter sahen vielversprechend aus. Ein paar alte Mauern längst vergessener Orte erregten unsere Aufmerksamkeit und wir krabbelten den Hang hinauf, um ein paar hübsche Perspektiven zu erhaschen.




An den Pflanzen krabbelten überall kleine Käfer herum, und ich ärgerte mich darüber, dass ich mal wieder mein Makroobjektiv zu Hause vergessen hatte – eine echt dumme Angewohnheit von mir. Ich sollte mir angewöhnen, es öfter mitzunehmen. Ich befinde mich in der Hinsicht in einem Teufelskreis: Wenn ich es dabei habe, nutze ich es selten, und wenn es zu Hause liegt, hätte ich es gut gebrauchen können. Trotzdem gelang es mir, mit meinem 28-70 mm Objektiv einige passende Aufnahmen festzuhalten. Vielleicht kann mir jemand von euch sagen, um welche Art von Käfern es sich handelt, denn in dieser Hinsicht bin ich wirklich eine absolute Niete.




Die Gautschgrotte
Nach ungefähr dreißig Minuten erreichten wir endlich unseren Spot. Klar, man könnte schneller dort sein, aber wenn man unterwegs ein paar Schnappschüsse macht, zieht sich der Weg oft wie Kaugummi – was in diesem Fall positiv gemeint ist. Die Gautschgrotte liegt etwas versteckt abseits des Hauptweges, also musst du aufpassen, dass du nicht einfach daran vorbeiläufst. Aber es lohnt sich auf jeden Fall, das kann ich dir versprechen.




Zum Glück hatte ich mein 24 mm dabei, was in etwa 16 mm an einer APSC Kamera entspricht. Und wenn du die Felswand komplett aufs Bild bekommen möchtest, empfehle ich dir ein Weitwinkel einzupacken. Ich denke, mein Objektiv hätte noch einen Ticken weitwinkliger sein können. Aber ich will mich gar nicht beklagen. Die Bilder waren im Kasten und ich bereit für das nächste kleine Highlight: einen Haikopf – direkt am Wanderweg. Der war schon mächtig cool mit seinen Reißzähnen, kann ich nicht anders sagen.




Unser nächstes Ziel war die Brand-Baude. Aber bevor wir dort ankamen, mussten wir noch ein paar Kilometer zurücklegen. Dank des anhaltenden Regens und der Wärme fühlte es sich unter meiner Regenjacke an, als wäre ich in einem Zelt mitten im Dschungel. Mir war echt warm, sogar richtig heiß, aber der Regen kühlte meine Haut schnell wieder ab. Jacke aus war zu kalt, Jacke an war zu warm. Eine echte Zwickmühle, würde ich sagen. Aber ich hatte den Regen gewollt, und jetzt hatte ich ihn bekommen. Ein Wald sieht einfach viel schöner aus, wenn er nass ist, als wenn er knochentrocken ist.




Brand – der Balkon der Sächsischen Schweiz
Ich konnte das Essen schon förmlich riechen, als wir an der Brand-Baude ankamen. Erstmal den Magen füllen und anschließend ein paar Bilder schießen. Die Fellnase Murphy war glaube ich auch sehr dankbar, die Zeit im Trockenen verbringen zu dürfen. Zumindest saßen wir kaum am Tisch, da machte er es sich bequem. Für mich stand ein deftiger Wurstsalat mit einem Glas Gin Tonic auf dem Speiseplan – man gönnt sich ja sonst nichts. Ich hätte vermutlich auch nichts gegen einen Glühwein gehabt, aber das würde sich im August einfach falsch anfühlen. Gestärkt tingelten wir dann wenig später etwas auf dem Felsplateau umher, bevor wir uns langsam in Richtung Polenztal aufmachten.




Durch den Schulzengrund
Beim Wandern suche ich mir gern alternative Rückwege. Ich meine, wer will schon denselben Weg zweimal gehen? Das klappt nicht immer, sagen wir zu 90%. Und an diesem Tag beschlossen wir, durch den Schulzengrund ins Polenztal zu laufen. Eine Schlucht wie aus dem Bilderbuch. Saftiger Farn, majestätische Bäume und verschlungene Pfade, die sich ihren Weg durch den Wald bahnen. Aber das Beste an dieser Wanderung? Die Treppen! Mit Moos bedeckt und von üppigem Farn umgeben. Es ist eine Kombination, die ich einfach liebe.






Durch das Polenztal in Richtung Bärengarten
Unten angekommen führt uns ein breiter Wanderweg entlang der Polenz. Auch wenn der Weg nicht ganz so spektakulär ist wie der durch den Schulzengrund, ist er nicht weniger hübsch. In diesem Moment ärgerte ich mich ein wenig, dass ich keinen Polfilter dabei hatte. Ein Polfilter hätte die Spiegelungen auf dem Wasser entfernt und das Bild insgesamt ruhiger gemacht. Es ist erstaunlich, wie so ein kleines Zubehörteil den Unterschied ausmachen kann. Aber wie sagt man so schön: Aus Fehlern lernt man. Seitdem habe ich immer einen Polfilter dabei.








Letztes Ziel, der Bärengarten
Die Beine waren bereits etwas ermüdet, aber da es durch den Schulzengrund nach unten ging, wusste ich, dass wir auch irgendwann wieder hoch zum Auto mussten. Doch die Vorstellung, dass wir durch eine weitere Schlucht wandern würden, ließ die Erschöpfung schnell verblassen und machte Platz für Euphorie. Ich für meinen Teil liebe dieses kurze Stückchen. Warum? Weil einen das Grün erschlägt. Hier wuchert es an jeder Ecke, im Sommer ist es angenehm kühl, es gibt ein leises Plätschern des Wassers und der Weg schlängelt sich durch die Felsen. Stundenlang könnte ich hier verweilen und der Natur lauschen.










Was für ein Tag! Wir waren so richtig platt – und das nicht mal wegen der sechsstündigen Wanderung, sondern hauptsächlich wegen des Wetters. Regen, Regen, Regen. Aber weißt du was? Das ist kein Grund, auf der Couch den Tag zu vertrödeln. Im Gegenteil, wenn es regnet, erstrahlt die Natur in einem satten Grün, das man einfach festhalten muss. Also, lass dich vom Regen nicht abhalten. Pack deine Ausrüstung ein und raus mit dir in die Natur.
Vielleicht faszinieren dich die Gautschgrotte und das Polenztal genauso wie mich. Im nächsten Beitrag geht’s zur Grenzplatte, ein wunderschönes Gebiet an der tschechischen Grenze. Wenn du Lust hast, mitzukommen, lass gern ein Abo da und ich gebe dir Bescheid, wenn der Beitrag online ist.
Unzählige Wandbilder, Kalender und Poster gibt’s hier:


Immer wieder unglaublich schön!
Vielen lieben Dank
Schön düster und schön unheimlich… Herrlich… Zum Käfer, es handelt sich wohl dabei um den Großen Goldkäfer… der lief mir auch schon ein paar mal hier im Norden über den Weg…
Ach cool, vielen lieben Dank für die Info.
Ein wunderbarer Tipp, besonders wenn man die schönen Bilder dazu sieht. Eine Wanderung durch solch eine Landschaft ist im Sommer sicherlich eine grossartige Erfahrung. Im Winter könnte es vielleicht kälter und ungemütlicher sein oder man packt sich ein zweites Paar warme Socken ein, falls man nasse Füsse bekommt. Da der Sommer naht, ist das sicherlich eine gute Option.
Da kann ich dir nur zustimmen. Im Winter wirkt alles etwas trist und grau, aber im Sommer/ Herbst sieht es dort wirklich sehr schön aus.
Hallo, die Gegend kenne ich noch von ganz früher, aber nicht bei so regnerischen Wetter, kann schön aussehen. Aber wie berechnest du 24mm am Vollformat in ein 16mm am APSC um ? Du hast dich verschrieben denn ein 16mm ergibt ein 24mm, der Bildwinkel ist aber viel kleiner als Weitwinkel. ☔️
Hallo, die Ecke ist echt super. Ich habe ein 16 mm APSC Objektiv immer an einer APSC Kamera und seitdem ich Vollformat nutze habe ich mir ein 24 mm für Vollformat geholt. Wenn ich die 16 mm an der Sony 6500 anschließe ist der Bildwinkel genau wie mit dem 24 mm an der a7c 😊