10 Fragen an Michael Schulte

Alle Bilder von Michael findet ihr auf seinem Instagram-Profil: desig69

Lieber Michael, für alle, die dich nicht kennen: Wer bist du, wo kommst du her und wie bist du dort gelandet, wo du jetzt bist?

Ich heiße Michael Schulte, bin 53 Jahre alt und komme aus der niedersächsischen Kleinstadt Damme (ca. 100 km südlich von Bremen). In den 90er Jahren habe ich in Münster Visuelle Kommunikation studiert und bin als Inhaber einer Werbeagentur seit fast 30 Jahren in der Werbebranche tätig. Durch Studium und Beruf bin ich natürlich viel mit Fotografinnen und Fotografen in Kontakt gekommen. Was mich dabei am meisten fasziniert hat, ist nicht einmal der vielgerühmte Blick für den Moment oder die entsprechende Aufnahme, sondern vielmehr die Kunst, das Licht und die Stimmung zu kontrollieren/steuern. Die Digitalisierung der Fotografie und Erschwinglichkeit des Equipments hat leider dazu geführt, dass immer mehr Laien zu Pseudo-Fotografen geworden sind, weil man ja „nur“ auf den Auslöser drücken muss. Ich maße mir niemals an, ein Fotograf zu sein, daher verwende ich auch immer den Begriff „Hobbyknipser“. Ich kann das Licht nicht auf fotografischem Wege kontrollieren, wohl aber über die entsprechende Nachbearbeitung am Rechner. Deshalb sehe ich mich auch eher im Bereich Photo-Art untergebracht.

Was war dein erstes Foto, dass du geschossen hast?

Mein erstes halbwegs professionelles Foto habe ich tatsächlich erst im Rahmen eines Fotokurses im Studium mit einer Mittelformat-Kamera geschossen. Das Thema war „Lichtspielhäuser in der Region“ in schwarz-weiß und alles handmade.

Wie würdest du deinen Bildstil beschreiben?

Dark and moody forest irgendwas. Letztlich sind meine Bilder eine Zugabe/Visualisierung der Geschichte, die ich erzähle. Wenn sich jemand die Mühe macht und die Captions meiner Posts liest, wird verstehen, dass es mir um das unglaubliche Wunder der Natur und im Speziellen um den ewigen Kampf von Licht und Dunkelheit geht. Das alles spielt sich auf meinen Wanderungen durch den Wald ab; darf natürlich aber im übertragenen Sinn auch auf die Menschheit bezogen werden, da wir Teil dieser Natur sind.

Deine Bilder haben alle diesen speziellen Look. Welches Bildbearbeitungsprogramm nutzt du und wie hat sich der Look entwickelt?

Hauptsächlich verwende ich Photoshop oder Lightroom da ich diese Programme, beruflich bedingt, einfach sehr gut beherrsche. Ich habe hier sehr viel rumexperimentiert und irgendwann hat sich daraus ein Look entwickelt, der mir einfach gefällt. Ich versuche natürlich immer ein wenig zu variieren, da ich ungern monoton sein möchte, aber die Grundrichtung folgt dann schon einem roten Faden.

Was ist dein wichtigstes Fotoutensil?

Ich nehme alle Bilder ausschließlich mit meinem Smartphone auf. Wenn ich unterwegs bin, stört es mich, eine „echte“ Kamera, Objektive, Stativ etc. mitzuschleppen. Mein Hauptfokus liegt immer noch beim Wandern in der Natur. Die Fotos sind eigentlich nur ein zufälliges Nebenprodukt.

Bist du lieber alleine oder in Gesellschaft unterwegs?

Da meine Frau die Wanderleidenschaft teilt, sind wir meist zu zweit unterwegs. Allerdings genieße ich auch immer Touren, die ich solo unternehme und auf denen ich bestenfalls keiner Menschenseele begegene. Das sind immer ganz unbeschreibliche Momente, in denen ich nicht mehr mich selbst, sondern fast ausschließlich die Natur wahrnehme. Wenn meine Frau dabei ist, sind das aber immer ganz lustige Szenen, da ich grundsätzlich spontan mal die Richtung ändere und links oder rechts im dichten Unterholz verschwinde, um irgendeine Szene oder einen besonderen Baum zu erwischen. Sie muss dann immer auf mich warten und lacht sich halb tot, wenn ich dann mal wieder völlig eingesaut aus dem Dickicht hervorkomme 😉

Bevorzugst du Wanderungen an sonnigen oder grauen Tagen? Kannst du sagen, warum du das ein oder andere bevorzugst?

Da ich in meinen Bilder eher düstere, mystische Stimmungen zum Ausdruck bringe möchte, liebe ich natürlich die grauen Tage, aber eine gepflegte Wanderung im sonnendurchfluteten Wald nehme ich jederzeit gerne mit. Der Vorteil an den grauen Tagen ist das eher neutrale Licht. Das macht das Fotografieren für einen „Hobbyknipser“ einfacher … da sind wir wieder bei der eigentlichen Kunst des Fotografen 😉

Kennst du ein Buch, das man unbedingt gelesen haben muss?

Ja, aber das hat nichts mit Fotografie zu tun: Das Silmarillion von J.R.R. Tolkien. Wer den Hobbit & Herr der Ringe gelesen hat und nach Hintergründen sucht, sollte das lesen.

Gibt es eine Erfahrung, die dein Leben verändert hat?

Meine beiden Töchter (17 & 22 Jahre). Man spricht ja gerne immer über eine Phase im Leben, in der man zurückschaut und sich fragt, was habe ich aus meinem Leben eigentlich gemacht oder was habe ich erreicht? Für mich gilt: ich durfte Vater sein und habe gemeinsam mit meiner wundervollen Frau zwei bezaubernde Menschen großgezogen und ihnen etwas für das Leben mitgegeben. Das ist für mich durch nichts zu toppen!

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Auf Instagram sehe ich so viele tolle Gegenden, die ich gerne einmal besuchen würde, wenn es mir die Zeit erlaubt.

Vielen lieben Dank für deine Zeit Michael.

2 Kommentare zu „10 Fragen an Michael Schulte“

  1. Mit dem I-Phone? Hätte nie gedacht, dass Fotos mit dem I-Phone solch eine bombastische Tiefenwirkung haben … dazu gehört dann aber auch der richtige Blick und das Empfinden…tja, das ist eben echte Kreativität … das kann nicht einfach nicht jeder so hinbekommen …bin schwer beeindruckt.
    LG von Astrolady

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