#79: Camping an der Ostsee

Was lange währt, wird endlich gut. Seit Ewigkeiten habe ich euch diesen Beitrag versprochen, aber irgendwie kam immer was dazwischen. Nun wird es Zeit, dass ich euch die Ostsee ins Wohnzimmer bringe.

A C H T U N G – der Beitrag hat Überlänge 😉 Aber keine Angst, es gibt mehr Bilder als Text.

Kurz bevor das Reisen in Deutschland zum zweiten Mal untersagt wurde, durften wir eine Woche auf dem Campingplatz in der Rostocker Heide verbringen. Campen an der Ostsee, mehr Entschleunigung geht nicht und genau die haben wir gebraucht.

Graal-Müritz: Tag 1 – 2

Mitten in der Natur erstreckt sich der riesige Campingplatz. Wichtig beim Campen am Wasser ist mir, dass der Strand direkt angrenzt. Und auf diesem Platz war das Meer einen Katzensprung entfernt. Wer möchte, darf sogar ein Lagerfeuer machen, eine Lizenz und Feuerholz bekommt ihr an der Rezeption. Wir nutzten gleich den zweiten Tag und machten es uns vor einer unglaublichen Kulisse gemütlich. Zum Glück, es war der einzige Tag mit angenehmen Temperaturen und Windstille.

Rostock: Tag 3

Wir planten einen Ausflug nach Rostock. Der Plan: Irgendwo lecker Futtern und anschließend die Stephan Jantzen ansehen. Wenn ihr besonders großen Hunger habt, empfehle ich euch das Restaurant L’Osteria in der Innenstadt. Ich habe in meinem Leben noch nie eine so große Pizza gesehen und dann war sie auch noch lecker. Preis-Leistung ist hier echt top.

Vollgefuttert ging es weiter Richtung Eisbrecher. Dieser liegt im Stadthafen von Rostock, war der zweitgrößte Deutschlands und wird aktuell von einem Verein gepflegt und in Schuss gehalten. Wer an einer Führung teilnimmt, bekommt jede Menge Infos über die Geschichte der Stephan Jantzen. Und alle Techniknerds unter euch kommen auch nicht zu kurz, wer besonders interessiert daran ist, bekommt eine Extraführung.

Eintrittsgelder müsst ihr hier nicht berappen. Am Ende der Besichtigung kann jeder eine Spende in beliebiger Höhe abgeben. Ich muss wirklich sagen, die Vereinsmitglieder sind mit so viel Herzblut dabei, da darf man gern auch mal tiefer in die Tasche greifen 😉

Wustrow: Tag 4

Eine feuchte Brise wedelte uns um die Nase, als wir das Auto auf dem Parkplatz in Wustrow abstellten. Mein Herz sprang vor Freude, das meines Mannes setzte vermutlich kurz aus. Ich ließ es mir natürlich nicht anmerken, dass ich mich über das Wetter freute, man muss ja kein Salz in die Wunde streuen 😉

Ich wollte unbedingt die alten DDR-Bunkeranlagen der 7. technischen Beobachtungskompanie Wustrow ansehen. Dass man dort bei so einem Wetter nicht unbedingt hin sollte, bzw. es generell gefährlich ist, erfuhr ich erst im Nachgang. Aber dazu später mehr.

Das Meer zeigte sich an diesem Tag von der stürmischen Seite, ganz nach meinem Geschmack. Zusammen mit diesen alten Überresten gab es ein großartiges Szenario ab. Langen hielten wir uns hier aber nicht auf, sobald die Fotos im Kasten waren, zog es meinen Gatten und unsere Fellnase zurück ins Auto.

Großes Ribnitzer Moor: Tag 5

Bei der Suche nach einer Möglichkeit, etwas im Wald spazieren zu gehen, stieß ich auf das große Ribnitzer Moor. Wir schnappten unseren Hund und fuhren vom Campingplatz ca. 5-10 Minuten bis zum Parkplatz. Schon der Hauptweg sah einladend aus. Ich liebe ja Farn und hier gab es mehr als genug.

Nicht selten hockte am Wegesrand ein Pilzsammler, auf der Suche nach einem leckeren Abendbrot. Wir haben beide keine Ahnung von Pilzen und versuchten mit einer App schlauer zu werden, vielleicht kann man ja was lernen. Zuerst muss ich erwähnen, wir waren nicht interessiert, Pilze zu sammeln, sondern nur neugierig, was die App für Infos ausspuckt. Schnell war ein Foto gemacht und die App versuchte den passenden Pilz zu finden. Doch egal was wir fotografierten, immer kamen Fliegenpilze raus – und die erkenne ich auch ohne App. Wer also damit Pilze sammeln sollte, könnte sein letztes Abendmahl genießen. Erkannt hat sie nichts.

In der Ferne entdeckten wir plötzlich einen großen bunten Haufen. So richtig zuordnen konnten wir es anfangs nicht. Umso näher wir kamen, umso eindeutiger das Bild: eine riesige Reisegruppe mit bunten Jacken. Das hat uns gerade noch gefehlt. Wir auf der Suche nach Ruhe und Entspannung, hinter einer Horde Menschen. Knapp fünf Minuten dauerte es, eh wir an der Masse vorbeikamen. Denkt nicht, dass ignorante Leute Platz machen, wenn jemand vorbei möchte. Aber egal, wir haben es geschafft.

Die Vegetation war einfach großartig. Farn so weit das Auge reicht, unzählige verschiedene Baumarten und wunderschöne Herbstfarben. Wenn ihr in der Gegend seit, solltet ihr euch unbedingt Zeit nehmen, hier eine Runde zu drehen. Es lohnt sich.

Warnemünde: Tag 5

Zu Fuß durch Warnemünde war unser Motto des Tages. Wir wollten ein bisschen bummeln gehen, was leckeres Essen und eine Runde Riesenrad fahren. Das Auto stellten wir auf dem Parkplatz Hohe Düne ab und fuhren mit der Fähre rüber auf die andere Seite.

Am schönsten finde ich den kleinen Stadthafen. Hier gibt es jede Menge Geschäfte, Restaurants und maritimes Flair. Wir ließen es uns in der Prager Bierstube schmecken und kullerten anschließend mit dicken Bäuchen durch die Einkaufsmeile.

Zu guter Letzt drehten wir eine Runde mit dem Riesenrad. Die Sonne rückte immer mehr durch die dicken Wolkendecke und wärmte unsere Gesichter. Von dort oben hat man einen schönen Blick über die Stadt und das Meer. Der perfekte Abschluss für den Tag.

Gespensterwald Nienhagen/ Heiligendamm: Tag 6

Auf Instagram stehe ich seit Jahren mit der lieben Anke in Kontakt. Sie wohnt hier oben und gemeinsam wollten wir eine Runde durch den Gespensterwald drehen. Schaut unbedingt mal auf ihrem Instagram Kanal vorbei. Ich bekomme jedes Mal Fernweh, wenn sie ein neues Bild hoch lädt.

Anke war es auch die mir erklärte, dass man an der Steilküste bei den Bunkern in Wustrow nicht unbedingt entlanglaufen sollte. Gerade wenn es regnet ist die Gefahr hoch, dass ein neuer Abschnitt abrutscht und weitere Teile der Bunker nach unten fallen. Ich schluckte kurz und wollte mir gar nicht ausmalen, was alles hätte passieren können.

Gemeinsam streiften wir durch den Wald in Nienhagen. Die Stimmung ist einfach unglaublich. Ich hatte mir zwar ein wenig Nebel und graues Wetter erhofft, aber als sich Klärchen zwischendurch blicken ließ, war es halb so wild. Im Wald stört mich die Sonne nicht wirklich. Anschließend zeigte mir Anke noch einen kleinen Strandabschnitt in Heiligendamm. Auch hier einfach wieder eine traumhaft schöne Kulisse. Beim nächsten Mal plane ich mehr Zeit und schlechteres Wetter ein 🙂

Torfbrücke: Tag 6

Nachdem ich mit Anke unterwegs gewesen war, zog es sich nachmittags am Himmel wieder zu. Ein Blick zur Kamera, ein weiterer Blick aus dem Fenster und schnell war klar, ich muss nochmal los. Ich wollte den Strandabschnitt bei Torfbrücke näher unter die Lupe nehmen. Leider wurden hier aktuell die Buhnen erneuert und überall standen Bagger herum. Ein paar Eindrücke möchte ich euch trotzdem nicht vorenthalten, vielleicht gefällt euch der Charme dieser Gegend genauso gut wie mir.

Aber nicht nur der Strandabschnitt hat mich begeistert, auch der Wald ist fantastisch. Ich streifte durch kniehohes Gras, während ich auf der Suche nach meinen Motiven war. Es reichte ja nicht, dass ich von oben nass wurde, nein, auch Hose und Schuhe wollten was vom Regen abbekommen.

Prerow: Tag 7

Am letzten Tag schauten wir uns den Campingplatz in Prerow an. Tobi hat nur Gutes von dort gehört, also erkundeten wir, ob es sich lohnen würden, dort zu campen. Nur gut, denn mein Geschmack war es gar nicht. Die Wohnwagen werden dort mit einem Bagger an den Stellplatz gezogen. D.h. du hast nie dein Auto in der Nähe und musst alles zum Wohnwagen tragen (oder mit einem Handwagen ziehen). Dadurch das der Wohnwagen im Sand steht, wirst du wohl oder übel die Hütte voll damit haben. Mit Hund macht sowas dann noch weniger Spaß. Für Surfer wiederum ist der Platz genial.

Wir liefen am Strand entlang Richtung Seebrücke und das Wetter war fantastisch. Ein dunkelgrauer Himmel gepaart mit Sonnenstrahlen, die perfekte Kombi. Als dann auch noch die Möwe gezielt in die Kamera, blickte, war ich rundum zufrieden.

Graal Müritz: Tag 8

So schnell ist eine Woche vorbei. Es regnete in Strömen, als ich die Augen öffnete und aus dem Fenster sah. Es gibt kein gemütlicheres Gefühl, als im Wohnwagen zu liegen und den Regen auf das Dach prasseln zu hören. I love it. Eine Weile blieb ich so liegen und genoss einfach den Moment.

Bevor wir die letzten Sachen zusammenpackten und alles für die Heimfahrt vorbereiteten, zog es mich trotz des Nieselregen zum Strand. Ich musste einfach die raue See einfangen, bevor ich zufrieden nach Hause fahren konnte.

So ihr Lieben, nun habt ihr es geschafft. Ich hoffe, euch hat der kleine Ausflug an die Ostsee gefallen. Bis jetzt weiß ich noch nicht, wohin ich euch das nächste Mal entführen möchte, aber mir wird schon etwas einfallen. Wenn ihr das nicht verpassen wollt, abonniert gern meinen Blog. Ich freue mich auf euch.

25 Kommentare zu „#79: Camping an der Ostsee“

  1. Ich habe so viele schöne Dinge in dieser Serie gesehen. Der Eisbrecher war sicherlich ein Blickfang und würde mich auch für einen Besuch interessieren. Ich fand auch den Gespenster Wald etwas ganz Besonderes. Aber jetzt vergesse ich natürlich viele andere Dinge. Es schien ein wunderbarer Campingurlaub zu sein.

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  2. Danke danke danke, für diese wunderbare Bilderreise an die Ostsee.

    Besonders die Bilder vom Strand und aus dem Wald treffen ganz genau meinen Nerv.

    Dein eigener Look gibt diesen Szenen eine sehr stimmungsvolle Note.

    👍👍👍

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  3. Sehr schöne Bilder, klasse Look. Du hast mich für einen eigenen Blog animiert. Danke, dass Du Deine Leidenschaft teilst. Ich arbeite mit Luminar und schaue mal, ob ich Deinen Look dort herausfinde.

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  4. Ich verbinde Technik über alle Bereiche mit Ausflugszielen, so ist der Plan. In der Fotografie bin ich thematisch frei, nicht spezialisiert, gerne auch mal experimentell. Vereinzelt kann man mit einfachen Mitteln teures Equipment effektiv ersetzen. Es ist der Versuch, die Fotografie unbeschwert interessant zu machen. LR wollte ich nicht, wegen des Abbos. Nachdem ich ein wenig ausprobiert hatte, fiel die Entscheidung zugunsten Luminar 4. Hier und da könnte es etwas schneller sein. Es bietet alle Funktionen, wie LR auch. Das Hobby betreibe ich seit 35 Jahren mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt, auch mal Jahre gar nicht. Vor einiger Zeit bin wieder voll eingestiegen, jetzt überwiegend volldigital, habe jetzt für eine Freundin einen persönlichen Workshop gemacht. Er beinhaltet fotografische Themen, aber mit ihrem Equipment, welches ich nicht kenne und verwende. Also gleichzeitig die Vermittlung der Möglichkeiten ihres Equipments. Nachdem ich Deinen Blog gefunden hatte, dachte ich mir, dass man doch auch andere an den Ergebnissen und Erlebnissen teilhaben lassen kann. Den Blog gibt es jetzt erst seit letzter Woche mit 14, teils zurückreichenden, Einträgen. Der nächste Schritt wird jetzt das Update der Seite sein. Ich lerne noch… Schau hier: https://shots-photo.jimdofree.com

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  5. Tolle Eindrücke von meiner Lieblingsgegend! Das Regenbogencamp in Prerow ist ja eigentlich sehr begehrt. Aber kann ich verstehen dass es nervt, wenn man immer so lange zum Wagen latschen muss. Und die Bilder vom Wald in Nienhagen sind mit dem etwas düsteren Look genial!
    Ein schöner Beitrag!

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  6. Solch einen Blick auf Flora und Fauna der Ostsee sehe ich hier zum ersten mal. Geballte Exotik im eigenen Land, unglaublich! Diese riesigen Farne erinnern mich an die Twighlight-Saga, als die Vampire durch die Wälder der Westküste Nordamerikas geistern. Ist es das so unmittelbar einflussnehmende maritime Klima wohl, dass diese Wälder so einmalig gestaltet? Wälder die nahtlos bis an den Strand reichen, was will man mehr vom Meer?
    Diese Grautöne im Winter haben aber trotzdem alle Abstufungen die es gibt in den Grautönen, unglaublich harmonische Stimmung hast Du da wieder erzeugt!
    LG von Astrolady

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