#64: Torfhausmoor und Achtermannshöhe

Wettervorhersage für das Wochenende: Regen, Regen und noch mehr Regen. Blöd ist nur, dass meist nicht viel davon übrig bleibt. Aber ein bisschen schmuddelig wird es bestimmt, endlich. Bleibt die altbekannte Frage, wo soll’s hingehen. Schierke, Hahnenklee oder doch lieber nach Torfhaus? Die Qual der Wahl – wo wird wohl der meiste Nebel sein?

03:30 Uhr fiel ich halb aus dem Bett. Mehr als 5 Stunden Schlaf gab es nicht. Ich watschelte ins Bad, das eine Auge halb offen, dass andere noch geschlossen. Ich schaltete den Deckenfluter ein, zack, jetzt war ich wach. Ich muss endlich mal eine sanftere Lampe kaufen, bei der ich nicht das Gefühl habe, in einem lichtdurchfluteten Fußballstadion zu stehen.

Eine Stunde später war ich auf dem Weg zur Tankstelle. Einmal vollgetankt (das Auto) und einen Energy-Drink eingepackt, ich war bereit für die Autobahn. Wenn man dem Wetterbericht bei Google vertrauen darf, sollte es in Torfhaus neblig werden, also nix wie hin.

Torfhaus-36

Bevor es in Torfhaus losging, musste ich nochmal zum Oderteich gucken. Vielleicht erwartet mich diesmal endlich das langersehnte Wetter dort. Doch schon beim Vorbeifahren wusste ich, dass ich das Auto nicht verlassen muss. Wieder kein Glück, also bleibt es dabei, auf zum Torfhausmoor.

Torfhausmoor

Was für eine schöne Nebelsuppe mich am Eingang von Torfhaus erwartete, gepaart mit einem leichten Tröpfeln. Es sah vielversprechend aus, doch zu viel Hoffnung machte ich mir nicht. Der Rucksack war gepackt, die Regenjacke drüber gezogen, los geht’s….. Zwei Minuten später war ich wieder auf dem Rückweg, um meine Wanderschuhe anzuziehen. Wenn der Kopf nicht angewachsen wäre, ich sag’s euch…

Zweiter Versuch. Je näher ich dem Torfhausmoor kam, desto weniger war vom Nebel übrig geblieben. In der Ferne hing er noch ein wenig in den Bergen, aber viel war es nicht. Halb so wild, dafür war es nass, grau und die Luft so angenehm, dass sich die Fahrt dafür alleine schon gelohnt hat.

Nach dem warmen Wetter in den vergangenen Wochen musste ich mich erstmal an die frische Brise in Torfhaus gewöhnen. 12 Grad zeigte das Thermometer an. Sogar ein Pullover musste unter die Jacke, obwohl ich zu Hause echt überlegt habe, ob der wirklich nötig ist. 

Ich lief die ausgewiesene Runde um das Moor und war mal wieder begeistert, wie sehr die apokalyptischen Baumstämme zu dem düsteren Wetter passen. Bei Sonne komme ich absolut nicht an den toten Wald ran, aber mit der Endzeitstimmung passt das perfekt. Nicht selten hing ich halb im Gebüsch, oder stand auf umgeknickten Baumstämmen, um eine passende Perspektive zu finden.

Die Runde ist echt angenehm, wenn man noch eine zweite Tour für den Tag geplant hat. Nach knapp 4-5 Kilometern war ich wieder zurück am Auto und überlegte, was ich mit dem angebrochenen Tag noch anstelle. Nach kurzem überlegen fiel mir der Achtermann ein. Hier war ich vor 1,5 Jahren bereits im Winter und wollte sehen, wie es dort ohne Schnee aussieht.

Achtermann

Fix parkte ich das Auto in Oderbrück und folgte der ausgeschilderten Route zum Achtermann. Ich glaube, dass ich damals woanders entlang gelaufen bin, zumindest kam mir der Weg nicht wirklich bekannt vor. Dafür war er tausendmal schöner. Und dann ließ sich auf der Hälfte der Strecke auch noch Nebel blicken. Jetzt war ich zufrieden und glückselig. 

Leider war die Freude nur von kurzer Dauer, denn am Achtermann angekommen war von Nebel weit und breit nichts mehr zu sehen. Dafür musste ich mit erschrecken feststellen, wie sehr sich der Wald verändert hat. Vor 1,5 Jahren standen auf dem Achtermann noch wunderschöne Bäume, auf denen der fluffige Schnee liegen bleiben konnte… und jetzt gibt es dort fast nur noch eine Gerippe aus Ästen.

Auch die Aussicht hat sich sehr verändert. Mittlerweile sieht man fast nur noch tote braune Bäume, vom saftigen Grün des ursprünglichen Nadelwalds ist nicht viel übrig geblieben. Aber es ist nicht zu ändern, dafür bin ich umso gespannter, wie sich die Natur in den nächsten Jahrzehnten erholen wird.

Als die Bilder im Kasten waren, ging es zurück zum Auto. Irgendwie war mein Hunger auf Natur noch immer nicht gestillt. Ich überlegte hin und her, welche Runde ich noch drehen könnte. Spontan fiel mir Schierke ein. Doch als ich dort am Bahnhof ankam, der blaue Himmel in den Vordergrund rückte und ein Großteil der Bäume verschwunden war, verging mir die Lust und ich fuhr nach Hause.

Nach diesem Tag wächst die Vorfreude auf den Herbst noch mehr. Wenn es erst richtig schmuddelig wird, sich die meisten Menschen zu Hause auf dem Sofa in die Decke einkuscheln, dann kommt endlich meine Jahreszeit. Ich habe jetzt schon so viel im Kopf, was ich dieses Jahr noch umsetzen möchte. Es bleibt spannend. Ihr wollt die Routen gern nachlaufen? Dann schaut mal hier und hier vorbei.

Wenn euch der Beitrag gefallen hat, lasst es mich gern wissen. Die nächste Tour ist schon in der Planung. Sobald das Wetter mitspielt, nehme ich euch wieder mit nach draußen. Wenn ihr das nicht verpassen wollt, folgt gern meinem Blog.

PS: Aufgrund einiger Nachfragen bei Instagram, Facebook und im Blog habe ich eine Seite erstellt, die sich mit der Bildbearbeitung befasst. Wer einen Blick hinter die Kulissen werfen möchte, wird hier fündig. Ich habe das Thema vorerst relativ allgemein gehalten und ein paar Vorher-Nachher-Bilder eingefügt. Solltet ihr detailliertere Infos wünschen, lasst es mich gern wissen. Die Seite ist noch im Aufbau und wird bei Bedarf natürlich erweitert. 😃

8 Kommentare zu „#64: Torfhausmoor und Achtermannshöhe“

  1. Hallo Christiane,
    ja, leider hat sich der Achtermann sehr verändert. Die Wanderung dort hoch macht keinen Spaß mehr. Trotzdem kann man von dort oben tolle Sonnenuntergänge fotografieren.
    Deine Fotos sind wiederum wunderschön!

    Weiterhin viel Spaß!
    Liebe Grüße Christoph

    Gefällt 1 Person

    1. Ih fand den ersten Teil des Weges nach oben relativ schön, zumindest gabs da noch etwas grün zu sehen. Später wurde es dann immer schlimmer. Freut mich,dass dir due Bildervtrotzdem gefallen 😃Liebe Grüße

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  2. Du hast aber wirklich ein gutes Gespür für Stimmungen! Ja, die Grautöne passen zur Landschaft, geben ihr das, was man mit Moor assoziiert in der Tat wieder. Ich liebe diese Bäume im Grauschleier des Äthers – sehr viel Seelentiefe in den Bildern, ein Gedicht könnte nicht mehr ausdrücken.

    Gefällt 1 Person

  3. Hallo Christiane,
    deine Bilder sind wie immer toll mit dieser etwas düsteren und unheimlichen Stimmung.
    Besonders passend ist dein Fotostil zum Thema Waldsterben, obwohl das Thema negativ behaftet ist, kannst du selbst hier schöne, irgendwie unheimliche und gleichzeitig faszinierende Bilder hervorsaubern, klasse gemacht.
    Liebe Grüße Dagmar

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