#241: Wandern im Felsenlabyrinth Ostaš in Tschechien

Das Felsenlabyrinth Ostaš im Nordosten Tschechiens ist ein echter Geheimtipp für alle, die das Wandern lieben. Zwischen bizarren Sandsteinformationen, engen Felsspalten und aussichtsreichen Plateaus wartet eine Landschaft, die gleichzeitig abenteuerlich und ruhig wirkt. Anders als bekanntere Felsenlabyrinthe ist Ostaš weniger überlaufen, was uns wirklich sehr gut gefallen hat.

Die Region rund um Ostaš gehört zum Broumovsko-Gebiet, das für seine Sandsteinfelsen bekannt ist. Die Wege führen durch eine fast märchenhafte Szenerie, die sich ständig verändert: Mal läufst du durch schattige Felsschluchten, mal öffnet sich der Blick weit über Wälder und Hügellandschaften. Für uns war dieser Ort der Auftakt eines felsenreichen Abenteuerurlaubes.

Anreise, Wanderroute und Einkehrmöglichkeit Ostaš:

Die beste Reisezeit für diese Wanderung liegt zwischen Frühling und Herbst, wenn Licht und Farben besonders gut zusammenspielen. Solltest du gern klettern, empfehle ich dir auf jeden Fall, dein Kletterzeug mit einzupacken. Hier wirst du auch in dieser Hinsicht voll auf deine Kosten kommen.

Tipps fürs Wandern und Fotografieren in Ostaš:

Los ging es an diesem Tag vom Wanderparkplatz, welcher nur ein paar Kilometer vom den ersten Highlights entfernt ist. Ein bedeckter Himmel läutete die Wanderung ein und ich war froh, dass sich die Sonne vorerst nicht blicken ließ. Zumindest ist das aus fotografischer Sicht immer ganz praktisch. Zunächst liefen wir über einen breiten Weg, gemütlich zum Warmwerden, bevor die ersten Höhenmeter freundlich, aber bestimmt, anklopften. Mit der Kamera war ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz auf Betriebstemperatur. Der Kopf wollte zwar Bilder machen, doch irgendwie war ich nicht inspiriert. Die Landschaft hatte dafür wenig Verständnis: Die ersten Motive tauchten schneller auf, als gedacht. Zum Glück, denn wenn ich erstmal drin bin, geht das Fotografieren fast von alleine.

Richtig spannend wurde es, als die Felsengassen ins Spiel kamen. Eng, strukturiert und voller Linien. Quasi genau mein Ding. Und hier hatte mein neues 17-mm-Weitwinkel seinen großen Auftritt. Extra für diesen Urlaub angeschafft, nach Jahren des leisen Fluchens über „zu wenig drauf auf dem Bild“. Endlich konnte ich mit Perspektiven spielen, Tiefe erzeugen und den Felsen die Bühne geben, die sie verdient haben. Kurz gesagt: Ab da war ich mit meiner Kamera im Flow.

Fotospot Frýdlantská skála:

Der erste Abschnitt der Wanderung führte uns mitten hinein ins Felsenlabyrinth und damit direkt von Motiv zu Motiv. Aussichtspunkte reihten sich aneinander, verbunden durch Treppen, Stufen und schmale Felsengassen, die mehr nach Abenteuerspielplatz als nach Wanderweg aussahen. Hier ging es weniger ums Gehen, sondern mehr ums Staunen, Stoppen, Fotografieren … und wieder von vorn. Zwischendurch boten sich kleine Bühnen zwischen den Felsen an, perfekt, um spontan als Model zu posieren. Oben auf den Aussichtplattformen wurde es dann richtig abwechslungsreich. Mal öffnete sich der Blick weit über das Felsenlabyrinth, mal schaute man aus erhöhter Perspektive direkt in das steinerne Labyrinth hinab. Jeder Aussichtspunkt erzählte seine eigene Geschichte. Und meine Speicherkarte wurde langsam, aber sicher, sehr voll.

Fotospot Kočičí skály:

Nachdem wir die erste Runde schneller beendet hatten als gedacht, kam dieser klassische Satz auf: „Wir hätten noch Zeit …“ und zack, stand die zweite Runde auf dem Plan. Eine spontane Entscheidung, die sich im Nachhinein als Volltreffer entpuppte. Ganz ehrlich: Dieser Abschnitt hat mir fast noch besser gefallen als die erste Tour. Zugegeben, Hin- und Rückweg sind hier identisch. Normalerweise ein Punktabzug in meinem persönlichen Wanderbewertungssystem. Aber diesmal? Komplett egal. Zu viele gute Motive, zu viele spannende Perspektiven. Da nimmt man das sehr gern in Kauf.

Ich hätte mich maßlos geärgert, dieses Stück ausgelassen zu haben und meine Kamera vermutlich auch. Felsformationen, enge Passagen und immer wieder kleine Details, die förmlich nach einem Foto riefen. Denise war genauso begeistert von diesem zufällig entdeckten kleinen Juwel. Was freue ich mich, wenn man durch Zufall solche wunderbaren Orte entdeckt. Der Weg verlangte stellenweise etwas mehr Trittsicherheit. Doch ein bisschen Konzentration und Vertrauen in die eigenen Füße und alles ist halb so wild. Genau diese Mischung macht eine Tour nicht nur schöner, sondern auch spannender.

Fazit: Felsenlabyrinth Ostaš – ein Highlight für Wanderer und Fotografen

Das Felsenlabyrinth Ostaš ist ein ideales Ziel für alle, die wandern und fotografieren miteinander verbinden möchten. Die überschaubare Länge der Tour, die abwechslungsreiche Landschaft und die besondere Atmosphäre machen sie zu einem perfekten Halbtagesausflug in Tschechien. Besonders empfehlen kann ich ein kleines Picknick auf einen der Aussichtsplattformen. So schmeckt der Proviant gleich viel besser.

Wenn dir diese Tour gefallen hat und du Lust auf weitere Wanderungen, Fotospots und Tipps aus der Praxis hast, dann abonnier gern meinen Blog. Für die Bildbearbeitung danach habe ich ebenfalls vorgesorgt: Meine Lightroom Presets sind für genau solche Outdoor-Momente gemacht. Vielleicht helfen sie auch dir weiter.

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