Es gibt Orte, die funktionieren immer. Bei Sonne, Nebel, Regen und ganz besonders im Winter. Wer den Winter in der Sächsischen Schweiz einmal erlebt hat, weiß, warum die Bastei ganz oben auf dieser Liste steht. An einem frostigen Morgen, als der Schnee die Landschaft in Watte gepackt hatte, schnappten wir uns Kamera, Rucksack und Thermoskanne und machten uns auf zu einer Fototour, die wir so schnell nicht vergessen werden.


Ankommen im Wintermärchen an der Bastei
Schon der Weg zur Bastei ließ erahnen, dass dieser Tag besonders fotogen werden würde. Während die Bäume weiße Mäntel trugen und der Schnee bei jedem Schritt unter den Stiefeln knirschte, begegneten uns nur ein paar hartgesottene Wanderer, die offenbar genauso früh unterwegs waren wie wir. Genau diese Ruhe machte die Stimmung perfekt, denn die Bastei ohne Menschenmassen ist ungefähr so selten wie ein leerer Parkplatz direkt davor. Doch gerade im Winter und in den frühen Morgenstunden wird dieses kleine Wunder tatsächlich möglich – und genau dann entfaltet die Landschaft ihren ganz besonderen Zauber.



Die Basteibrücke – der Klassiker in Weiß
Fangen wir mit dem bekanntesten Motiv an, der Basteibrücke. Normalerweise ein Postkartenmotiv in Sandstein-Ocker, doch heute komplett verwandelt. Schnee auf den Brüstungen, Eiszapfen an den Felsen und dahinter das Elbsandsteingebirge, das langsam aus dem Morgennebel auftaucht. Fotografisch ein absoluter Traum. Mein Tipp: Nicht gleich drauflos knipsen. Obwohl ich mir diesen Tipp auch immer wieder herunterbeten muss, denn manchmal bin auch ich einfach zu euphorisch. Ein paar Schritte nach links oder rechts verändern den Bildausschnitt und unterschiedliche Brennweiten das Motiv. Die Brücke wirkt jedes Mal anders.






Von der Bastei aus öffnet sich der Blick tief hinunter ins Elbtal und ist immer wieder faszinierend. Im Winter wirkt diese Aussicht noch beeindruckender, weil der Dunst die Landschaft in mehrere Ebenen staffelt. Vordergrund: schneebedeckte Felsen. Mittelgrund: dunkle Wälder. Hintergrund: nur noch Ahnung von Hügeln. Perfekt für stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen mit viel Tiefe.






Aussicht am Ferdinandstein
Ein paar Schritte abseits des Hauptweges liegt der Ferdinandstein. Hier tummeln sich zum Sonnenaufgang die Fotografen. Ich hatte einmal den Fehler gemacht und mich ganz vorne hingestellt. Am Ende standen auf dieser kleinen Aussichtsplattform locker dreißig weitere Fotografen. Das passierte mir so schnell nicht nochmal. Seitdem stehe ich zum Sonnenaufgang immer auf der Brücke, denn hier ist es deutlich ruhiger. Doch an diesem Tag war keine Sonne in Sicht, weshalb auf der Ferdinandaussicht auch kaum Menschen waren. Eine Runde in völliger Ruhe und ganz nach meinem Geschmack.



Eine Fototour zur verschneiten Bastei ist kein Geheimtipp, aber der Winter in der Sächsischen Schweiz fühlt sich genau so an. Weniger Menschen, mehr Stimmung und Aussichten, die selbst bekannte Motive neu erscheinen lassen. Wer Wandern, Fotografieren und ein bisschen Winterzauber liebt, kommt hier voll auf seine Kosten. Also: Kamera einpacken, Akkus warmhalten (wichtig!) und rausgehen. Die Bastei wartet und im Schnee zeigt sie sich von ihrer schönsten Seite.
Hast du Lust, noch mehr von der Sächsischen Schweiz zu entdecken? Wenn dir dieser kleinen Winterausflug gefallen hat, findest du in meinem Wanderführer viele weitere Geheimtipps für die schönsten Ecken der Region. Und wenn du deine eigenen Fotos gern in Szene setzen möchtest, schau dir mal meine Lightroom Presets an – so holst du noch mehr aus deinen Bildern raus.
Ich hoffe die Tour hat dir genauso gut gefallen wie mir. Wenn du keine neuen Geschichten, Touren oder Fotospots verpassen willst, dann abonnier gern meinen Blog. Ich freu mich, wenn du auch beim nächsten Mal wieder mit am Start bist.


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