Wie lange hatte ich mir schon vorgenommen, endlich einen traumhaften Sonnenaufgang an der Barbarine zu fotografieren? An diesem Tag sollte es endlich so weit sein. Doch das bedeutete: früh raus aus den Federn. Sehr früh. Gegen halb sechs morgens begann die Sonne langsam über dem Horizont zu klettern – und ich wusste wieder genau, warum ich Sonnenaufgänge eigentlich lieber im Winter fotografiere. Da kann man wenigstens zwei Stunden länger schlafen. Aber hilft ja nichts – da mussten wir durch! Gemeinsam mit Denise und Diana starteten wir unseren Tag noch im Dunkeln am Wanderparkplatz des Pfaffensteins. Der Aufstieg war überraschend schnell geschafft, und wir standen pünktlich am Spot. Doch dann die Ernüchterung: Die Sonne war zu weit links, unser eigentlicher Plan war damit hinfällig. Also blieb nur eine Option – klettern! Und genau das ist ja bekanntlich meine Lieblingsdisziplin … nicht.

Ankunft Barbarine
Doch Not macht erfinderisch. Während einer von oben zog und der andere mir einen (nun ja, etwas unkonventionellen) Schubser am Hintern verpasste, schaffte ich es tatsächlich auf den Felsen. Kaum angekommen, beobachtete uns ein neugieriger Zuschauer – offenbar ein erfahrener Kletterer, der uns sogleich demonstrieren wollte, wie elegant man zwischen den Felsen hin- und herspringen kann. Und dann? Rutschte er prompt ab. Na super. Ich musste grinsen: Dann doch lieber mit Teamwork und einem beherzten Schubser nach oben.


Aber nun stand ich endlich an der Aussicht. Die Sonne kletterte zügig nach oben, und mir war sofort klar: Ein Wolkenband würde sie in wenigen Minuten wieder verschlucken. Viel Zeit blieb also nicht. Ich hüpfte von einer Ecke zur nächsten, immer auf der Jagd nach der besten Perspektive. Jeder Winkel musste passen, jede Sekunde zählte. Auch wenn die Sonne nicht ganz so spektakulär leuchtete, wie ich es mir erhofft hatte, wusste ich: Da lässt sich später noch was rausholen. Und genau so war es – im Nachgang konnte ich aus den Bildern doch noch einiges herauskitzeln.



Waldabschnitt auf dem Pfaffenstein
Nachdem die Sonne zu grell wurde, beschlossen wir, noch ein wenig über den Pfaffenstein zu schlendern, bevor es zurück zum Auto ging. Normalerweise bin ich mit direkter Sonne tagsüber absolut auf Kriegsfuß, aber an diesem Morgen fiel es mir irgendwie leichter als sonst. Vielleicht lag es an der guten Gesellschaft. Vielleicht auch daran, dass ich mich in letzter Zeit öfter mal aus meiner fotografischen Komfortzone traue. Ich muss ja zugeben: Das mit der Sonne klappt inzwischen besser, als ich gedacht hätte. Aber keine Sorge – Nebel und nasse Wälder bleiben trotzdem meine große Liebe. Da kann die Sonne noch so sehr strahlen.



Natürlich hatte auch das Objektiv einen großen Einfluss, auf meine Motivwahl. Ich hatte ein 10-18 mm mit dabei und bekam gerade durch die 10 mm Brennweite völlig neue Möglichkeiten. Es machte unglaublich viel Spaß damit zu spielen. Gerade der Turm, der auf dem Pfaffenstein steht, wirkte plötzlich wie in einem Dschungel. Da ich die Linse nur geliehen hatte, wurde mir relativ schnell klar, welches Spielzeug demnächst in meine Fototasche einziehen wird. Bisher habe ich es noch nicht gekauft, aber lange wird es vermutlich nicht mehr dauern.




Durch die Felsengassen zurück zum Parkplatz
Die nächsten Meter führten uns zu einer meiner absoluten Lieblingsstellen am Pfaffenstein. Diese Stufen, die sich zwischen den Felsen entlangwinden, das satte Grün ringsum – einfach perfekt. Ich könnte hier ewig stehen und fotografieren. Aber ich muss ehrlich sein: Mit Nebel ist das Ganze noch eine Spur magischer. Die dichte, mystische Stimmung, das weiche Licht – da geht mein Fotografenherz erst richtig auf. Falls du den direkten Vergleich sehen möchtest, dann wirf mal einen Blick in diesen Beitrag:
#98: Der Pfaffenstein
Der Pfaffenstein – ab sofort einer meiner Lieblingstafelberge in der Sächsischen Schweiz.
Aber jedes Wetter hat seinen eigenen Reiz. An dem nebligen Tag konnte ich zum Beispiel keine Aussicht genießen – und die lohnt sich auf dem Pfaffenstein definitiv. Heute hingegen lag die Landschaft weit unter uns, in warmes Morgenlicht getaucht. Doch genug davon, zurück zu den Stufen.




Das Licht wurde immer greller, also wanderte die Kamera für die letzten Meter zurück in den Rucksack. Man soll ja bekanntlich aufhören, wenn’s am schönsten ist – oder wie sagt man so schön? „Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.“ In diesem Sinne hoffe ich, dir hat der kleine Ausflug zum Sonnenaufgang an der Barbarine gefallen. Der nächste Beitrag ist schon in der Mache, und wie du vielleicht gemerkt hast, schaffe ich es mittlerweile wieder ganz gut, jede Woche einen neuen Ausflug hochzuladen. Wenn alles nach Plan läuft, treffen wir uns nächsten Freitag an der Bastei wieder – und diesmal gibt’s auch Nebel. Viel Nebel. Es war einfach fantastisch. Ich hoffe, du bist dabei. Falls du das nicht verpassen möchtest, lass gern ein Abo da. Bis zum nächsten Abenteuer.
Wandbilder, Kalender und Poster gibt’s hier:


Da war ich letztes Jahr im August auch, aber auf diesen Felsen hab ich mich nicht getraut 🙈 Ja, so ein Weitwinkelobjektiv hat schon was 😉 Mittlerweile ist das bei mir immer dabei und meistens tatsächlich auch an der Kamera. Sehr schöner Beitrag auf jeden Fall wieder 😊👍🏻 LG Jessi
Ich danke dir sehr. Dieses Wochenende werde ich mal wieder mit einem WW losziehen und ich bin gespannt, was ich so entdecken werde 😊
Ganz wundbar!🌅🩷🌿
Vielen lieben Dank. 😊
Wunderschöne Fotos 😍
Ich danke dir ganz doll. 😊
Sehr stimmungsvolle atmosphärische Bilder hast du da gemacht! Super, man bekommt direkt Lust selbst dort hinzufahren! Viele Grüsse Ben
Vielen lieben Dank Ben, freut mich sehr, dass sie dir gefallen. Viele Grüße Chrisi