#201: Durch die Schwedenlöcher zum Uttewalder Grund

Keine Ahnung, woran es liegt, aber immer, wenn ich jemandem zum ersten Mal das Basteigebiet zeige, gibt es Nebel. Vielleicht sollte ich immer jemanden mitnehmen, der noch nie dort war. Wäre eigentlich mal eine Überlegung für die Zukunft. Aber ich schweife vom Thema ab. Diesmal hatte ich jedenfalls meine Lieblingskollegin dabei. So oft erzählte ich ihr hier von der Gegend, dass es an der Zeit war, ihr zu zeigen, wo ich mich alle paar Wochen herumtreibe. Da sie es nicht so sehr mit der Höhe hat, überlegte ich mir eine entspannte Runde für uns. Eine Wanderung durch die Schwedenlöcher zum Uttewalder Grund ist eigentlich perfekt und sehr vielseitig. Im letzten Herbst bin ich dort eine etwas größere Runde gelaufen. Wenn man die Tour noch etwas aufpimpt, kann man locker den halben Tag dort verbringen.

Morgens an der Bastei

Mandy war nicht ganz so verrückt wie ich. Daher entschied sie sich, morgens etwas länger zu schlafen. Ich hatte aber schon wieder Hummeln im Hintern, als es in der Wettervorhersage Nebel anzeigte. Da wir im Panoramahotel an der Bastei schliefen, hatte ich den Vorteil, dass ich morgens einfach nur aus dem Fenster gucken musste, ob der Nebel da war. Und obwohl es noch recht dunkel war, sah es vielversprechend aus.

Was soll ich sagen, es war eine richtig schöne, fette Nebelsuppe. Der perfekte Start in den Tag. Ich hatte eine gute Stunde Zeit, bevor es zum Frühstück ging. Also klapperte ich so viele Perspektiven wie möglich ab. Da es in der Nacht zuvor regnete, gab es die schönsten saftigen Grüntöne als i-Tüpfelchen on top. Der Morgen war quasi ein voller Erfolg. Da konnte an dem restlichen Tag nicht mehr viel schiefgehen.

Die Pavillionaussicht

Vollgefuttert schlürften wir in Richtung Schwedenlöcher. Doch bevor es so richtig losging, zeigte ich Mandy erstmal die Pavillonaussicht. Auch wenn es nach wie vor mächtig neblig war, konnte man gut erkennen, wie riesig die Felsen hier sind. Wie immer war ich total in meinem Element und genoss die Ruhe, während wir die vorbeiziehenden Nebelschleier beobachteten.

Durch die Schwedenlöcher zum Amselsee

Nun ging es aber so richtig los. Eine gut zwanzig Kilometer lange Rundwanderung sollte es werden. Zum Start warteten circa 700 Stufen auf uns. Die Schwedenlöcher sind immer meine erste Wahl, wenn ich vom Basteiparkplatz ins Tal möchte. Und gerade für Menschen mit Höhenangst ein perfekter Wanderweg.

Ich weiß auch nicht, aber ich könnte mich hier immer wieder in unzähligen Details verlieren. Bevor es im Anschluss weiter nach Rathewalde ging, machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Amselsee. Mandy investierte ein wenig in Fischfutter und schon tummelten sich ein ganzer Haufen Forellen vor uns im See.

Weiter zur Rathewalder Mühle

Als wir eine ganze Weile bergab liefen, führte uns der Weg zur Rathewalder Mühle wieder bergauf. Aber zum Glück nicht über 700 Stufen, sondern etwas gemächlicher, Stück für Stück. Unser nächstes Ziel war der Uttewalder Grund, doch vorher legten wir in dem kleinen Dorf eine kurze Verschnaufpause ein. Ich liebe es sehr, wie die Häuser in dem Tal teilweise am Felsen erbaut wurden.

Der Uttewalder Grund

Nach der kurzen Pinkelpause ging es im Anschluss zielstrebig weiter in den Uttewalder Grund. Nach den Schwedenlöcher ein weiteres Highlight des Tages. Es war an diesem Wochenende ziemlich warm und in der wildromantischen Schlucht ist es meist angenehm kühl. Gerade im Sommer liebe ich die Gegend. Der Farn wächst wild am Wegesrand, die Felsen sind von Moos bedeckt und schmale Pfade schlängeln sich durch sattes Grün. Man könnte fast meinen, es wäre ein Urwald.

Im Teufelsgrund

Wir beschlossen, einen kleinen Umweg über den Teufelsgrund zu nehmen. Hätte ich vorher allerdings gewusst, was uns erwarten würde….. hmm, ich weiß nicht, ob ich trotzdem mit Mandy dort entlanggelaufen wäre. Aber fangen wir am Anfang an. Man kann die kleine Runde entweder links herum starten, oder man läuft weiter geradeaus. Nach links klang es nach vielen Menschen, worauf ich keine Lust hatte, also weiter geradeaus. Das war eine kleine Fehlentscheidung. Warum? Dazu komme ich gleich. Der Anfang war jedenfalls wieder super schön, denn es gab einige Treppen, die sich perfekt als Fotomotiv eigneten. I love it.

Wir wanderten weiter, bis wir am Ende vor einer recht großen Schlammpfütze standen. Das wäre an sich keine Herausforderung gewesen, müsste man dort nicht hockend durchlaufen, sofern man kein Kind mehr ist. Nun gab es zwei Möglichkeiten: Entweder man läuft circa achthundert Meter zurück (worauf ich keine Lust hatte), oder man findet einen Weg, den zwei Meter langen Matschpfad zu überwinden, ohne bis zum Knöchel einzusinken, oder auszurutschen. Und falls du jetzt denkst, hab dich mal nicht so mädchenhaft… es bildete sich an jeder Seite eine kleine Menschentraube, weil alle überlegten, ob sie dort hindurch wollten… Die Alternative war, über den Felsen zu kraxeln. Obwohl der auch überall nass und rutschig war, würde ich es versuchen, aber für Mandy war das keine Option. Also dachten wir uns: Wir gucken uns das Spektakel erstmal an, wie die anderen das machen.

Dass eine Frau dann auf allen Vieren hindurchkrabbelte und fluchte, während ihr Freund sagte, sie soll sich nicht so haben… ich denke, das hat es nicht besser gemacht. Du hättest ihren Blick sehen müssen. Ein bisschen witzig sah es ja schon aus – zumindest mussten wir alle gemeinsam lachen. Letztendlich bin ich über den Felsen und Mandy ist unten drunter durch. Im Großen und Ganzen haben wir es ohne Zwischenfälle geschafft. War dann doch mehr Kopfsache.

Der Höllengrund

Der restliche Weg verschonte uns von solchen kleinen Abenteuern. Entspannt ging es weiter durch den Grund, bis wir zum Abschluss nochmal bergauf zum Hotel liefen. Ich würde sagen, der Tag war ein voller Erfolg. Zum Abschluss gab es dann noch ein leckeres Eis an der Bastei, bevor wir es uns im Hotel gemütlich machten. Diese kleinen Auszeiten sind oft Gold wert. Kein großer Aufwand und dennoch kann man komplett vom Alltag abschalten.

Wenn dir die Wanderung durch die Schwedenlöcher zum Uttewalder Grund genauso gut gefallen hat, solltest du unbedingt dorthin. WICHTIG: Zeitig aufstehen. Zur Mittagszeit ist dort die Hölle los. Mach das bitte nicht. Ich weiß noch nicht so recht, auf welche Wanderung ich dich im nächsten Beitrag mitnehme. Eigentlich war ich nach dieser Tour im Fichtelgebirge, aber die Bilder gammeln seit geschlagenen neun Monaten auf meiner Festplatte herum. Wenn es das nicht wird, kommen die Honigsteine. Lass dich am besten überraschen. Wenn du das nicht verpassen willst, wie es weitergeht, dann abonniere gern meinen Blog.

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