#104: Die alte Brikettfabrik

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Eine alte Brikettfabrik im Landkreis Elbe-Elster. Wenn ihr hier die Landstraße entlang fahrt, sieht man nicht viel, außer Natur. Domsdorf, ein kleiner Ort, wo vermutlich die Bordsteine vor Eintritt der Dunkelheit nach oben geklappt werden. Nur ein paar Autos durchdringen die Ruhe, die dieser Ort mit sich bringt. Und an jenem Sonntag kamen einige Autos zum Fabrikgelände.

Unterwegs mit Go2know:

Go2know organisiert seit Jahren Lost Places Touren durch wunderschöne Gebäude. Viele sind komplett verfallen und wurden von der Natur zurückerobert. Doch einige werden von Vereinen gehegt und gepflegt und befinden sich dadurch in einem traumhaften Zustand. So auch die Brikettfabrik LOUISE. Wer einmal dort war, wundert sich nicht, dass die alten Drehöfen heute noch funktionieren.

Von 1882 bis 1991 lief die Produktion in der ältesten Brikettfabrik Europas ununterbrochen. Nur 1945 wurden die Maschinen durch den Einmarsch der Roten Armee stundenweise stillgelegt. Nachdem das letzte Brikett 1991 gepresst wurde, wurde die Fabrik 1992 in die Denkmalliste des Landes Brandenburg aufgenommen und still gelegt. Seit 1994 kümmert sich ein Verein liebevoll um den Erhalt und die Funktionstüchtigkeit der Maschinen.

Nachdem ich mich fleißig in Listen eingetragen habe, damit (verständlicherweise) niemand haften muss, wenn ich mir etwas breche, zeigte uns der Guide vor Ort das Gelände und die einzelnen Gebäude. Das war perfekt, um erstmal einen groben Einblick zu bekommen. Dass man hier schnell den Überblick verliert, kann ich mir gut vorstellen. Alles ist verwinkelt und in jedem Gebäude gibt es so unglaublich viel zu entdecken. Gerade die ganzen Details kann man beim ersten Mal gar nicht wahrnehmen.

Liebe zum Detail:

Die Gebäude habt ihr nun von außen etwas kennengelernt, doch die wahre Schönheit befindet sich im Inneren. Alte Öfen, Fett und Schmiere, Kannen, Schilder…. die Liste ist endlos. Ich hau jetzt einfach mal ein bisschen was raus und hoffe, es gefällt euch.

Wenn euch dieser alte Industrie-Look auch so sehr gefallen hat, wie mir, schreibt es gern in die Kommentare. Nach der Runde habe ich mir (mal wieder) vorgenommen, weitere verlassene Orte zu erkunden. Gerade für das Frühjahr März – Mai ist sowas perfekt, denn landschaftlich ist das nicht so meine Jahreszeit zum Fotografieren.

Beim nächsten Mal geht’s dann wieder in die Natur, um genau zu sein, ins Vogtland. Ich war über 14 Stunden fotografieren – sowas habe ich auch noch nicht gemacht. Wenn ihr gespannt seid, welche Bilder dabei entstanden sind, abonniert gern meinen Blog. Ich verrate nur so viel: Das Ende war ein absolutes Highlight.

25 Kommentare zu „#104: Die alte Brikettfabrik“

  1. Es sind tolle Fotos, keine Frage. Mein Büro lag inmitten einer Schwefelsäurefabrik in Duisburg. Diese Art von Industrieanlagen sind mir nicht fremd. Aber ich habe mich satt gesehen und liebe Deine Naturfotografie. Liebe Grüße, Gisela

  2. Ich finde es immer gut, flexibel zu bleiben. In diesem Sinne – deine Schlechtwetter-Bilder sind toll, aber warum auch nicht mal was anderes machen?
    Deine Aufnahmen in „Lost Places“ beflügeln die Phantasie!

  3. Wow, da kann man sich fotografisch so richtig austoben bei all den kleinen Details. Das Ganze – einmal mehr – perfekt in Szene gesetzt.

  4. Ich höre die Feierabendsirene pfeiffen … ideale Kulisse für „Last Exit Brooklyn“. Doch leider braucht Hollywood da gar nicht mehr weit fahren, in vielen Gegenden dort sieht es Gegenwärtig nicht anders aus. Trotzdem hat das Ganze einen gewissen Flair von geregeltem Leben und und Abends mit de Kumpels inne Kneipe …

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