#85: Zwischen Torfhaus und Altenau im Oberharz

Schmuddelwetter am Wochenende. Das nenne ich einen ordentlichen Urlaubseinstieg 😂 Überall im Radius von 150 km sollte es grau werden. Das Problem an der Geschichte: Ich konnte mich nicht entscheiden, wohin wir fahren sollten.

Die Planung:

Ursprünglich wollte ich ins Vogtland, aber dank der deutschlandweiten Ausgangssperre war das gestrichen. Stefani kommt erst ab 05:00 Uhr mit dem Zug aus Dessau raus, d.h. wir wären erst halb 10 Uhr vor Ort gewesen. Und die Wahrscheinlichkeit, dass es dann noch Nebel gibt, ist minimal.

Also doch in den Harz, so würden wir uns eine Stunde Fahrt ersparen. Jetzt stand ich vor dem nächsten Problem, wohin im Harz? Der Hohnekamm wäre ganz cool… Dann fiel mir plötzlich ein Waldstück zwischen Torfhaus und Altenau ein. Ich war vor ein paar Jahren dort, extrem begeistert und wollte noch mehr aus der Gegend rausholen.

Hbf Halle (Saale) 06:00 Uhr:

Während ich im Auto auf Stefani wartete, biss ich genüsslich in mein belegtes Käsebrötchen. Schon praktisch so ein Backwerk, dass ab 05:00 Uhr geöffnet hat 😂 Zehn Minuten später befand sich das Brötchen in meinem Bauch und Stefani machte es sich auf dem Beifahrersitz gemütlich, es konnte losgehen.

Startpunkt Torfhaus:

Es war ein sehr kalter Aprilmorgen, das Thermometer zeigte nur 4 °C an. Auf dem Parkplatz war weit und breit niemand zu sehen. Nur neben uns parkte etwas später eine ältere Dame, die sich ebenfalls auf eine Wanderung vorbereitete. Wir zogen uns wärmer an und packten die Sachen zusammen.

Viel Nebel gab es nicht. Nur in der Ferne hing ein wenig in den Bäumen fest. Wir holten die Teleobjektive raus und begannen bereits auf dem Parkplatz, die ersten Bilder einzufangen. Richtig schön wurde es aber erst ein paar Meter weiter. Das Wetter hielt einige Überraschungen für uns bereit.

Der Weg führte uns durch eine apokalyptische Landschaft. Nebel, tote Bäume und gelb-braune Grasbüschel umgaben die wenigen Fichten, in denen noch Leben steckte. Der Harz ist teilweise so surreal, dass ich immer wieder aufs Neue begeistert bin.

Etwas später änderte sich die Vegetation völlig. Am rechten Wegesrand plätscherte das Wasser durch den Graben und führte uns zu einer unglaublich interessanten Stelle. Ein kleiner Wasserfall über dem kreuz und quer umgeknickte Bäume lagen. Einfach nur idyllisch, auch wenn es gleichzeitig ziemlich durcheinander wirkte.

Nabentaler Wasserfall:

Auf unserer Route lag ein weiterer Wasserfall. Doch bevor wir den erreichten, ging es einen kurzen, dafür knackigen, Aufstieg nach oben. Meistens lohnen sie solche Aufstiege, doch als wir diesen überstanden hatten, erwartete uns erstmal ein ziemlich trauriger Anblick.

Hier steckte nicht mehr viel Leben im Wald, wenn Wald überhaupt das passende Wort ist. Ich kann mir gut vorstellen, wie magisch es hier vor 4-5 Jahren gewesen sein muss. Heute erschreckt es einen nur noch, wie viele Bäume abgeholzt werden oder von alleine umknicken.

Meine kleine grüne Oase:

Der Wanderweg entlang des Dammgrabens sieht wirklich sehr kahl aus. Meine Hoffnung schwand mit jedem Meter, ein wenig grün zu sehen. Und dann kam auch noch die Sonne raus… schön ist anders.

Doch plötzlich entdeckten wir mitten in der Einöde ein kleines Waldstück, was meine Laune direkt nach oben brachte. Da stört mich auch die Sonne nicht mehr, wenn sie den Waldboden anstrahlt.

Umso näher wir dem eigentlichen Ziel kamen, desto erschrockener war ich. Nichts sah mehr so aus, wie vor ca. 2 Jahren. Das Waldstück in meiner Erinnerung existierte einfach nicht (mehr). Klar gab es den Wanderweg noch, aber halt ohne Bäume. Die Bilder, die ich im Kopf hatte, waren futsch. Kurz, bevor wir die Straße erreichten, fanden wir zum Glück noch eine schöne Ecke. Und mit den Bildern die dort entstanden sind, bin ich mehr als zufrieden.

Auch wenn die Runde nicht perfekt war, überraschte mich anschließend meine Speicherkarte, die ich in den Laptop schob. Während ich die Bilder überflog, breitete sich in mir ein wohliges Gefühl aus. Wer jetzt Lust bekommen hat, die Tour nachzulaufen, findet auf meiner Outdooractiveseite die passende Route dazu.

Im nächsten Beitrag nehme ich euch mal wieder mit zum Oderteich. Ich muss dazu sagen (auch wenn Eigenlob stinkt), solche geilen Bilder wie an diesem Tag habe ich dort ohne Nebel noch nie geschossen. Keine Ahnung warum, aber ich entdeckte Motive, die mir vorher nie ins Auge fielen. Klar gibt’s auch wieder die Klassiker. Ihr dürft gespannt sein, was was euch sonst noch erwartet (ich hoffe, ich habe die Messlatte jetzt nicht zu hoch gelegt 😂).

13 Kommentare zu „#85: Zwischen Torfhaus und Altenau im Oberharz“

    1. Ich habe als Kind eine DDR-TV-Serie über Stülpner gesehen, mit Manfred Krug in der Hauptrolle. Ich habe sie gern geguckt 😀
      Ich glaube, jede Gegend hatte ihren Robin Hood.
      In Wikipedia findest du auch viele Infos über ihn.
      LG

      Gefällt mir

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