#73: Kleiner Winterberg und Idagrotte

Zeit mal wieder mit dem lieben Niklas auf Tour zu gehen. Noch am Morgen grübelten wir, ob wir nach Thüringen oder Sachsen fahren. Keine einfache Entscheidung, wenn man kein klares Ziel vor Augen hat. Nach einem kurzen hin und her entschieden wir uns, zum kleinen Winterberg nach Sachsen zu fahren. Bereits im Frühjahr waren wir auf der Suche nach dieser Aussicht und sind kläglich daran gescheit.

06:00 Uhr wollte mich Niklas mit seinem Opel Astra abholen. Doch als ich an unserem vereinbarten Treffpunkt ankam, wartete er plötzlich im Volvo XC90. Manchmal sind es die kleinen Dinge im Leben, die einem ein Grinsen ins Gesicht zaubern. Obwohl, klein trifft es in dem Fall nicht wirklich. Wer sich unter dem Auto nichts vorstellen kann, hier gibt’s ein paar Bilder. Warum ich das Auto so geil finde? Du sitzt wie zu Hause im Sessel, nur dass dieser Sitzheizung hat.

Parkplatz Beuthfall

Der Wetterbericht versprach Schnee. Ein prüfender Blick nach oben erweckte Skepsis in mir. Nach den ersten hundert Metern glaubte ich nicht daran, eine weiße Überraschung zu erleben. Zum Glück sollte ich mich irren.

Plötzlich landete eine kleine Schneeflocke auf meiner Jacke. Wie ein kleines Kind freute ich mich. Vielleicht bekommen wir ja doch ein paar Winterimpressionen vor die Kamera. Bevor es fotografisch losgehen konnte, warteten allerdings jede menge Stufen auf uns. Wie ich es hasse, einen Berg hinaufkraxeln zu müssen.

Der kleine Winterberg

Wenn man aber weiß, was einen an der Spitze erwartet, kommt man gern ins Schwitzen. Der Nebel zog über die Landschaft hinweg und eine feine Schicht aus Puderzucker legte sich auf die kalten Felsen. Genau mein Geschmack. 

Während Niklas seine Speicherkarte füllte, konnte ich es mir nicht nehmen lassen, ihm dabei zuzusehen. Ich hopste von einem Felsen zum nächsten, um eine passende Perspektive für ein Foto zu erhaschen.

Plötzlich kam ein einsamer älterer Wanderer zur Aussicht und blickte prüfend den Abhang herunter. Mich fröstelte es. Er stand so weit an der Kante, dass ich mir nur dachte, spring bitte nicht. Aber kurz danach lief er zurück zum Wanderweg, zum Glück.

Als Nächstes stand ein kleiner Pavillon auf unserer Liste. Niklas und ich standen bereits im Sommer davor und wussten nicht, wie wir zum kleinen Winterberg kommen sollten. Nun waren wir am Winterberg und suchten den Weg zum Pavillon. Nur durch meine App fanden wir einen Trampelpfad dorthin. Wieder ging es steil nach oben, aber diesmal nicht lange. Nochmal Schwein gehabt.

Als wir am Ziel ankamen, wusste ich, warum wir damals keinen passenden Weg fanden. Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Und das kann man sprichwörtlich dazu sagen. Für alle, die ebenfalls keinen Plan haben, wo sie lang müssen: Es geht links neben dem Pavillon den Abhang nach unten. Achtet auf die kleinen blauen Pfeile.

Idagrotte auf dem Frienstein

Weiter gehts zur Idagrotte. Der Schnee wurde immer dichter, unsere Umgebung weißer und meine Brille nasser. Dicken Flocken legten sich auf die Kamera, während wir alles festhielten.

Wir kamen unserem dritten Ziel immer näher. Am Anfang dachte ich noch, viele Motive werde ich nicht finden, aber wenn ich erstmal im flow bin, läuft der Rest wie geschmiert. Klar, der Nebel machte es einem nicht immer einfach, aber es hat auch etwas Magisches, wenn man teilweise nur Silhouetten erkennen kann.

Bis jetzt begegnete uns kaum eine Menschenseele. An der Idagrotte war die Ruhe leider vorbei. Hier tummelten sich viele kleine Gruppen. Manche mit Kamera und andere mit einem Gaskocher und Heißgetränk. Was hätte ich für ein warmes Getränk gegeben. Der Wind war mittlerweile so eisig und zwiebelte im Gesicht.

Mutter Natur wollte uns vermutlich mitteilen, dass es Zeit wird, nach Hause zu fahren. Zum Glück ließen die Schneeflocken nach, je weniger Höhenmeter wir erreichten. Auf dem Felsen war es wie in einer anderen Welt. Dort oben ein eisiger Wintereinbruch und ein paar Meter tiefer schmuddeliges Herbstwetter, eine verrückte Welt.

Ich war rundum zufrieden mit unserer Tour. Die gesamte Strecke verlinke ich euch zum Nachlaufen. Leider werdet ihr die erst nach dem Lockdown wandern können. Soweit ich weiß, gelten in Sachsen relativ strenge Regeln, was das Besuchen der Hotspots betrifft. Bis dahin schreibe ich fleißig neue Beiträge, denn ein paar Touren habe ich euch noch vorenthalten. Vielleicht kann ich euch den Lockdown so etwas versüßen. Lasst mir gern ein Abo da, wenn ihr nichts verpassen wollt 😉

21 Kommentare zu „#73: Kleiner Winterberg und Idagrotte“

  1. Wunderbare Landschaften und trotz Nebel und Pulverschnee vermitteln die Fotos einen sehr guten Eindruck vom wilden Charakter dieser Landschaft. Man muss sehr mutig sein, um bei diesem kalten Wetter einen solchen Spaziergang zu beginnen.

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  2. Musstet Ihr beim Überschreiten ins Reich der Elben keinen Obulus zahlen? Wie die Anderswelten doch den gewöhnlichen so nahe sind und Ihr seid da einfach so hinübergekommen? Resonanzen einer ganz anderen Sphäre die ein paar Meter höher in den Äther hinein bewirken. Euer Durchhaltevermögen wurde wieder einmal belohnt und so wunderbar, dass wir Betrachter daran teilhaben dürfen!
    Liebe Grüsse von Astrolady

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  3. Tolle Fotos, ich wandere so gern mit dir virtuell mit – vielleicht schaffe ich es doch mal eines Tages deine vorgeschlagenen Touren zu erwandern! Erstmal einen guten Rutsch und vielen Dank für deine schöne Impressionen! LG Grit

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