#51: Ein Sonntagmorgen in Halle (Saale)

Während ich genervt von den Medien zuhause auf der Couch saß und offiziell immer noch nicht in den Harz fahren durfte, schaute ich mir online die Wettervorhersage an. Sonne, die ganze Woche… das altbekannte Leiden im Frühling und Sommer. An einem Tag in der Woche sollte es jedoch grau werden. Spontan schrieb ich Niklas an, ob er Bock auf eine kleine Tour am Morgen hätte. Eigentlich fast logisch, dass er mit am Start war 😉

Im Osten Halle’s

Sonntag, 08:00 Uhr: Ich schob mir noch schnell eine Schnitte zwischen die Kiemen, während Niklas bereits angefahren kam. Fix schnappte ich mir die Kamera und war startklar. Niklas kaufte sich vor ein paar Wochen ein neues/ altes Auto und ich hatte die perfekte Location für ein paar Fotos im Kopf.

dsc07427

Wir fuhren auf ein altes Gelände der Deutschen Bahn. Vor ein paar Jahren führte mich eine befreundete Fotografin hierher und seitdem dachte ich mir, wenn das Wetter passt, kann man echt interessante Bilder schießen. Keine 20 min. später kamen wir am Spot an. Dumm, dass neuerdings eine riesige Baustelle davor entstanden ist. Fotografieren absolut unmöglich. Zum Glück gab es ein paar Meter weiter vorne, eine Ausweichmöglichkeit.

Kaum stiegen wir aus dem Auto, zeigte sich Petrus von seiner besten Seite. Es regnete an dem Tag nur einmal richtig, genau in dem Moment, als wir unsere Bilder schossen. Die Perlen auf dem Lack passten perfekt zur Gesamtstimmung.

Weiter Richtung Hauptbahnhof

Tja und was machen wir nun mit dem angebrochenen Morgen? Niklas wollte zur Peißnitz, aber auf kahle Bäume hatte ich keine große Lust. Mir kam der Bahnhof in den Sinn. Der liegt direkt um die Ecke und seitdem die riesige Baustelle weg ist, kam ich nicht dazu, Fotos zu schießen.

Ich war zwar vor einiger Zeit schon hier, aber man entdeckt trotzdem immer neue Perspektiven. Und wenn das Wetter mitspielt, fällt mir eh alles leichter. Die dunklen grauen Wolken passten super. Alles wirkte leicht dramatisch, genau mein Geschmack.

Das Spiegelbild unten rechts entstand während einer typisch deutschen Situation. Es war sehr windig und ich wollte am Backwerk die Spiegelung einfangen. Während ich auf dem Weg zur Glasscheibe war, fiel eine Werbefahne um und hätte mich fast getroffen. Nett wie ich bin, habe ich sie direkt aufgehoben. Kurz danach kommt ein Mitarbeiter angestürmt und fragt in einem leicht unfreundlichem Ton: Was machen sie hier? Fotografieren sie den Laden von innen, das ist nicht erlaubt?! Kein Danke fürs Aufheben, nichts… Natürlich habe ich ihm höflich erklärt, das ich an dem Laden nicht interessiert bin, sondern nur an der Spiegelung. Ich habe echt kein Problem, wenn einer fragt, was ich mache, aber in dem Ton. Und das man sich nicht bedankt, wenn einem geholfen wird….dazu sage ich nichts weiter.

Nach dieser Begegnung der dritten Art, ging es für uns noch ein Weilchen Richtung Bahngleise. Bis jetzt war ich dort nie bewusst fotografieren. Normalerweise halte ich mich mehr außerhalb vom Hauptbahnhof auf, unser futuristischer Busbahnhof zum Beispiel ist ein echtes Highlight.

Für einen kurzen Fotowalk bin ich mit der Ausbeute mehr als zufrieden. Der Bahnhof war angenehm leer, keiner stresste uns (außer der Mitarbeiter vom Backwerk) und wir hatten genügend Zeit, alles festzuhalten. Demnächst ziehe ich mit meinem Mann in den Osten von Halle, vermutlich wird es aus dieser Ecke zukünftig mehr zu sehen geben 🙂

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18 Kommentare zu „#51: Ein Sonntagmorgen in Halle (Saale)“

  1. da sind für mich perfekte Fotos dabei und das Wetter hätte nicht besser sein können so komisch sich das auch anhört !
    Der Opel super und das Foto vom ICE gefällt mir auch sehr gut ! Bei Sonnen und blauem Himmer kann jeder Fotos machen ! Also ich fand es richtig gut !

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  2. Tolle Fotos! Ich liebe ja Bahnhöfe, Gleise, Züge… Hach, jetzt da ich wieder aus Halle zurück in München bin, machen mich die Fotos schon wieder wehmütig. Muss noch meine letzten Fotos aus den letzten Wochen zusammenstellen…
    Ja, Regen wäre auch mal schön… Dann wäre draußen auch mal wieder etwas weniger los.

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  3. Super Fotos vom Bahnhof! Schön zu wissen fürs nächste Mal (wann auch immer das ist), dass die große Baustelle endlich weg ist – in Halle habe ich bisher auch sehr gern fotografiert. Aber du scheinst auch Glück gehabt zu haben – in Bahnhöfen war es noch vor 25 Jahren deutlich entspannter, wenn man mit etwas Aufwand Fotos machen wollte; heute wird man ohne schriftliche Erlaubnis für mehr als Handyknipserei schnell blöd angeguckt.

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    1. Ich danke dir 😃 Kommst du aus der Gegend? An uns sind locker 3-4 Polizisten vorbei gelaufen und keiner hat gefragt, warum wir fotografieren. Hatte jetzt aber auch keine riesen Ausrüstung dabei 😅

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      1. Ich habe bloß mehrmals ein paar Tage in Halle gewohnt, z.B. für die Buchmesse oder wenn ich was für die Burg zu arbeiten hatte. Und die Franckeschen Areale, aber auch einiges im Umland, fand ich sehr reizvoll. – Und ich erinnere mich z.B., während des Studiums sehr lange im (!) Hamburger Hauptbahnhof mit der Mittelformat auf schwerem Stativ gearbeitet zu haben, ohne dass auch nur jemand stehen geblieben wäre. Heute undenkbar, leider.

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  4. Aber die Begegnung hat sich gelohnt, das Foto mit der Spiegelung ist toll. Überhaupt macht der bewölkte Himmel richtig was her, bei Sonne wären die Bilder 0815. Ich war schon ewig nicht mehr in Halle (war mal „meine“ Bezirksstadt).

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