Fast am Ende unseres Roadtrips durch die bayerischen Alpen hatten wir nur noch ein großes Ziel vor Augen: einen epischen Sonnenaufgang am Geroldsee. Und der Morgen hat erst mal abgeliefert – glasklar, eiskalt und feiner Frost. Perfekte Bedingungen also für den Herbstanfang am See. Da wir noch am selben Tag die Heimreise antreten mussten, gab es genau einen einzigen Versuch. Ob’s geklappt hat, erzähle ich dir gleich.

Ankunft am Spot
Wir waren etwa dreißig Minuten vor Sonnenaufgang am Parkplatz und sind im Eiltempo zum Spot marschiert. Die empfindliche Wiese am Geroldsee darf übrigens aufgrund der Hegezeit von April bis September nicht betreten werden. Zum Glück waren wir am 03. Oktober dort und somit war das Verbot aufgehoben. Also plan das unbedingt auf deinen Trip mit ein, wenn du dort bist.
Ich habe heute leider kein Bergfoto für dich
Am Spot stand schon ein anderer Fotograf, vermutlich mit exakt derselben stillen Hoffnung, dass sich diese massive Nebelbank über dem Wasser noch in Luft auflöst. Stattdessen bot sich uns die reinste Suppe. Vom See war absolut nichts zu sehen, von den Bergen ganz zu schweigen. Läuft. Rückwärts, aber läuft.




Wir warteten trotzdem, bis die Sonne langsam nach oben kletterte – in der leisen Hoffnung, dass sich der Nebel zumindest so weit senkt, dass die Spitzen der Berge durchbrechen. Das klappte auch ganz kurz, bis die Sonne explodiert ist. Dann kam derNebel zurück und blieb hartnäckig hängen, während mir unaufhörlich Heidi Klums berühmter Satz durch den Kopf schoss: Heute habe ich leider kein Foto für dich. Schade eigentlich.




Zweiter Versuch in der knalligen Mittagssonne
Schließlich zogen wir die Reißleine nachdem das warme Licht vorbei war, und fuhren zurück ins Hotel. Wir stärkten uns beim Frühstück und luden schon mal das Gepäck ins Auto. Weil wir das Panorama aber nicht komplett kampflos aufgeben wollten, machten wir auf dem Heimweg noch mal kurz am See Halt und ließen uns auf der Wiese nieder. Für schöne Bilder war das harte Licht natürlich eine absolute Katastrophe – aber um nach dem ganzen Frust noch ein bisschen die Seele baumeln zu lassen, bevor die weite Fahrt nach Hause anstand, war es genau das Richtige.





Anreise und beste Reisezeit für Fotos
- Parkplätze findest du hier: Parkplatz Geroldsee (Wagenbrüchsee)
- Reisezeit: Die beste Zeit, um hier den Sonnenaufgang zu fotografieren, ist tatsächlich der Herbst. Wir hatten nur leider kein Glück mit einer freien Sicht, werden aber definitiv nochmal einen Versuch wagen. Wer weiß, vielleicht klappt es beim nächsten Mal. Ich empfehle hier von Weitwinkel bis Tele alles einzupacken, da es unzählige Motive gibt.
Fazit: Lohnt sich ein Sonnenaufgang am Geroldsee
Ja, da bin ich mir sicher. Manchmal verliert man eben gegen das Wetter, da nützt auch die beste Planung und der größte Ehrgeiz nichts. Statt des erhofften Meisterwerks im goldenen Licht gab es am Ende zwar keine spektakulären Landschaftsaufnahmen auf dem Speicherchip, dafür aber die Gewissheit, dass man es zumindest probiert hat. Und der Berg läuft uns schließlich nicht weg.
Wenn dir der Geroldsee gefallen hat und du Lust auf weitere Wanderungen, Fotospots und Tipps aus der Praxis hast, dann abonnier gern meinen Blog. Für die Bildbearbeitung danach habe ich ebenfalls vorgesorgt: Meine Lightroom Presets sind für genau solche Outdoor-Momente gemacht. Vielleicht helfen sie auch dir weiter.


