#246: Analoge Landschaftsfotografie – Entschleunigung & echte Film-Looks

Eigentlich war sie nie so richtig weg. Die analoge Landschaftsfotografie begleitet mich schon mein ganzes Leben – auch wenn wir zwischendurch mal eine drei- bis vierjährige Funkstille hatten. Wobei, die Instax-Fotografie war eigentlich jedes Jahr dabei… Aber wie das bei alten Flammen so ist: Man findet immer wieder zueinander. Früher war der Film eher mein Buddy für wilde Partys und schnelle Schnappschüsse im Freundeskreis. Heute hat er einen ganz anderen Stellenwert: Er ist der feste Anker in meiner Landschaftsfotografie geworden, als bewusster Gegenpol zum digitalen High-Speed-Alltag. Die analoge Fotografie ist einfach ruhiger.

Die bewusste Rückkehr zur Entschleunigung

Vielleicht kennst du das: Du liebst die Vorzüge deiner digitalen Cam, aber irgendwie fehlt dir der Prozess? Genau deshalb nehme ich die analoge Kamera jetzt gezielt mit raus in die Natur. Hier sind meine drei Gründe für das „Back-to-the-Roots“-Gefühl:

  • Festgenagelt auf 36 Bilder: In der Weite der Natur bedeutet das für mich pure Konzentration. Du drückst nicht einfach ab, weil Speicherplatz nichts kostet. Du wartest auf das perfekte Licht, prüfst den Ausschnitt dreimal und komponierst das Bild im Kopf, bevor es zum ersten Mal „Klick“ macht.
  • Tschüss, Nachbearbeitungs-Marathon: Ich feiere es total, dass ich danach nicht stundenlang am Rechner sitzen und Pixel schubsen muss. Das Bild ist fertig, wenn der Film entwickelt ist. Ob die goldene Wärme eines Kodak Gold oder die ehrlichen Kontraste eines UltraMax – der Charakter steht. Das spart Zeit und Nerven.
  • Die Magie der Überraschung: Auch nach all den Jahren ist es dieser eine Moment, der alles schlägt: Wenn man die Scans oder Abzüge zum ersten Mal sieht. In der Landschaftsfotografie ist dieser zeitliche Abstand fast wie eine zweite, kleine Reise zurück an den Ort des Geschehens.

Neue Reihe: Eine Kamera, ein Film & die dazugehörigen Ergebnisse

Ich möchte meine Erfahrungen mit der analogen Landschaftsfotografie zukünftig gern mit dir teilen. Deshalb startet ab sofort meine neue Blog-Reihe, in der ich den Fokus auf das Wesentliche lege. Das Konzept ist simpel und einfach: Eine Kamera + eine Rolle Film = die Ergebnisse. Ich suche oft im Netz nach Beispielbildern für verschiedene Filme und Kameras und dachte mir, vielleicht sind auch andere Fotografen daran interessiert.

Wichtig dabei ist mir, dass kein oder kaum technisches Fachchinesisch, mit am Start ist und kein unnötiges Tamtam. Dafür stelle ich dir jeweils ein Setup vor und zeige dir die Aufnahmen, die daraus entstanden sind. Klar wird nicht jedes Motiv super scharf sein (auch ich übe aktuell mit dem manuellen Fokus klarzukommen), aber ich denke, der Look der Bilder ist einzigartig. Mir geht es nicht um die Jagd nach dem perfekten Pixel, sondern um die Atmosphäre und die Freude am Handwerk.

Ich freue mich riesig, wenn du mich auf diesem Weg über die analoge Landschaftsfotografie begleitest. Hast du auch noch eine alte Kamera im Schrank stehen, wenn ja, welche? Schreib’s mir mal in die Kommentare.

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3 Kommentare

  1. Lobenswert und trotzdem eine Frage der Einstellung. Der Fotografierende wurde wurde von der Industrie zum Dauerfeuer erzogen. Der Fotografierende ließ sich beeinflussen. Auch wer digital fotografiert kann Einzelbilder schießen und muss auch nichts nacharbeiten. Bis auf ganz wenige professionelle Kameras kommt JPEG mit einem Stil ja gleich heraus. Aber das ist verpönt. 1984 habe ich meine erste 35er Spiegelreflex gekauft und viele Negative und Dias fotografiert. Um die 2011 kaufte ich meine erste digitale Spiegelreflex, mehr zum spielen. So richtig begeistern konnte ich mich nicht. Erst 2019 wurde ich ernsthaft spiegellos digital. Die harte Disziplin der analogen Fotografie habe ich beibehalten. Aber auch heute fotografiere ich noch analog. Sehr selten, höchst entspannt, ganz manuell in 6×17. So mit Belichtungsmesser und Aufwand. Der Aufbau allein drängt zur Ruhe, da die Kamera eine Laufbodenkamera ist. Hier gibt es etwas Fachsimpelei zwischen meinem Kumpel Tilo (Berufsfotograf) und mir: https://youtu.be/JO7EBkUR9ZM?is=owWZdU-P_t3NSXsJ

    • Hast du natürlich völlig recht. Allerdings ertappe ich mich bei der digitalen Fotografie immer wieder dabei, doch noch eine andere Perspektive auszuprobieren.
      Aber ich finde ein digitales JPEG aus der Systemkamera hat einen anderen Look als ein analoges Bild. Einzig die Fuji x100-Reihe bekommt diesen Look relativ gut „imitiert“.

      Ich werd bei Youtube jedenfalls mal vorbeischauen 😉

  2. Das ist richtig. Leider hat nur Fuji die Stile wirklich im Griff. Bei meiner Z6II geht es so lala. Aber ich kann ja bei Landschaft auf die Originale in 6×17 zurückgreifen. Fujichrome 100 oder Kodak Portra 160. Letzterer schön pastellig als mein Favorit. Digital schieße ich mittlerweile auch RAW und arbeite sehr moderat mit LR nach. Ich will kein Kunststwerk schaffen. Zu Beginn habe ich auch ausschließlich JPEG fotografiert, weil ich keine Lust auf Nacharbeit hatte. Bei meiner Wildlifefotografie hat RAW dann schon Vorteile. Eigentlich habe ich aber die Einstellung, dass das Bild fertig aus der Kamera kommen sollte. Wenn Tilo wieder mehr Zeit hat kommen weitere Folgen auf Youtube. Wir müssen unbedingt die Belichtungsmessung und das Zonensystem besprechen und vorstellen. Schau gerne rein 😃.

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