#149: Die Klusberge bei Halberstadt

Was machen normale Leute bei über 30°C? Richtig, sie gehen in den Pool, genießen ein kühles Radler und versuchen sich nicht allzu viel zu bewegen. Was mache ich bei über 30°C? Ich fahre mit einem Kumpel in den Harz und fotografiere den Sonnenuntergang und den Sonnenaufgang – clever ist das eigentlich nicht. Doch was tut man nicht alles, um die innere Unruhe zu befriedigen. Ich bekam von Sigma das neue 16-28 mm zugeschickt und jeder Fotograf wird mich verstehen: Ein neues Spielzeug muss so schnell wie möglich getestet werden.

Auf dem Weg nach Halberstadt:

Als ich Sven am Nachmittag abholte, aßen wir erstmal gemütlich Abendbrot im Restaurant zur Goldenen Möwe (McDonalds) und fuhren anschließend entspannt zu den Klusbergen. Ich war letztes Jahr zum Sonnenaufgang schon hier, aber Dank der damaligen Ausgangssperre zwischen 21-5 Uhr war ich zu spät vor Ort. Diesmal sollte sich alles ändern, denn wir waren schon am Vorabend startklar.

Der Fünffingerfelsen im Sonnenuntergang:

Gemeinsam mit Sven quälte ich mich durch die engen Felsspalten des Klusfelsens. Wenn ihr auch mal zu diesem Spot wollt, empfehle ich euch rutschfeste Schuhe. Durch den vielen Sand und die steilen Wände braucht man einen guten Halt, um nicht wegzurutschen. Sicherlich geht das auch alles mit Turnschuhen, aber ich gehe ja lieber auf Nummer sicher.

Der kleine Aufstieg zum Klusfelsen geht relativ schnell, wenn man weiß, wohin man am besten tritt. Bis Sonnenuntergang hatten wir locker eine Stunde Zeit, die wie im Flug verging. Auch wenn ich sonniges Wetter nicht soooo sehr mag wie düsteres, sitze ich gern zum Sonnenaufgang an einem schönen Aussichtspunkt und lasse mir ein kaltes Getränk schmecken, während sich die Sonne dem Horizont nähert.

Das Licht wurde immer besser. Die Sonne hatte eine perfekte Höhe erreicht und strahlte alles mit einem goldenen Licht an. Nun hieß es mal wieder schnell sein. Wie ihr wisst, versuche ich immer so viele Perspektiven wie möglich einzufangen. Als ich auf dem Klusfelsen fertig war, wollte ich schnell wieder runter. Das war gar nicht so einfach. Ich musste durch die schmalen Felsen wieder zurück klettern und währenddessen aufpassen, in der Eile nicht abzurutschen.

Aber der Aufwand hat sich gelohnt, mit den Ergebnissen bin ich sehr zufrieden. Den Abend ließen wir später in Ruhe ausklingen und hauten uns für ein paar Stunden im Auto aufs Ohr. Der Plan war am nächsten Morgen den Sonnenaufgang von der Teufelskanzel aus zu fotografieren. Die Sonne sollte direkt hinter dem Klusfelsen aufgehen, mal sehen ob das klappt. Eine Wetter-App versprach Sonne, die andere App Wolken… so viel hätte ich bestimmt auch mit einer alten Bauernregel in Erfahrung bringen können.

Sonnenaufgang Teufelskanzel mit Blick zum Klusfelsen:

Nach einer kurzen Nacht liefen wir völlig übermüdet zur Aussicht, die gleich um die Ecke war. Diesmal mussten wir zum Glück nur bergauf und wir mussten keine Felsspalten überwinden. Am Spot stellte ich fest, dass wir locker eine Stunde zu früh da waren – prima, hätte ich auch noch länger schlafen können. an will immer nichts verpassen, deswegen starten wir meist überpünktlich, aber vor Ort stelle ich dann jedes Mal fest, ein paar Minuten später hätte auch ausgereicht. Von der Sonne war weit und breit noch nichts zu sehen und das Wolkenband am Horizont machte mich etwas nervös. Dafür warteten auf dem Klusfelsen schon welche auf den Aufgang. Als Silhouette im Gegenlicht gab das ein perfektes Bild ab. So vertreibe ich mir die Zeit am liebsten.

Wenig später ging es dann endlich los. Wir hatten Glück und das Wolkenband war gar nicht so schlimm, wie vermutet. Klärchen nahm weiter an Fahrt auf, allerdings fand ich den Spot ziemlich schnell langweilig. Die Perspektive war immer gleich, also entschied ich mich, fix zusammenzupacken und nochmal am Fünffingerfelsen vorbei zu schauen.

Am Fünffingerfelsen:

Wenn ich mir ein Ziel setze, dann zieh ich das auch durch. Innerhalb von drei Minuten eilte ich von der Teufelskanzel zum Fünffingerfelsen. So ein Sonnenaufgang ist halt nicht von langer Dauer, da muss man sich sputen. Auch wenn das Licht nicht so schön warm war, wie am Vorabend, fand ich hier wesentlich mehr Möglichkeiten.

Ich glaube beim nächsten Mal werde ich den Sonnenaufgang gleich hier starten. Euch springen die Motive nicht förmlich ins Gesicht, aber wenn ihr die Augen offenhaltet, könnt ihr viele Details und Perspektiven entdecken. Ich war zumindest sehr zufrieden mit meiner Ausbeute.

Zum Abschluss muss ich noch etwas Negatives zur Location loswerden. Leider liegen überall extrem viele Glasscherben herum. Fahrt bitte nicht mit euren Hunden dorthin und passt auf eure Kids auf. Ich kann mich nicht erinnern, in der Natur mal so viel Glas gesehen zu haben. Laut Hörensagen ist das ein sehr beliebter Spot bei Jugendlichen. Scheinbar haben einige von denen nicht gelernt, wie man sich woanders benimmt. Sehr schade.

So ihr Lieben, nun sind wir am Ende. Alle Freunde des mystisch-düsteren Wetters kommen im nächsten Beitrag voll auf ihre Kosten. Ich war an einem verregneten Wochenende im Vogtland unterwegs und es war der absolute Knaller. Nebel, Nieselregen und satte Grüntöne. Ihr dürft euch drauf freuen. Keine Lust das zu verpassen? Dann abonniert gern den Blog. Im Shop gibt’s übrigens aktuell den neuen Wandkalender für das Jahr 2023 zum Verschenken oder selbst aufhängen, schaut gern vorbei.

8 Kommentare zu „#149: Die Klusberge bei Halberstadt“

  1. Wieder mal tolle Fotos!
    Und wie der Zufall will: Nach meinem Vogtland(!)-Besuch fahre ich nächste Woche in den Harz.
    Frühaufsteher bin ich allerdings so gar nicht …

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