#75: Ohratalsperre

Silvester, was könnte es schöneres geben, als sich einen Fotobuddy (die liebe Steffi) zu schnappen und wandern zu fahren. Partys feiern durfte man durch Corona eh nicht, also kann man auch in der Natur verweilen. Ich wollte entweder zur Ziemestalbrücke oder zur Ohratalsperre. Da ich mich nicht entscheiden konnte, überließ ich es Steffi und ihre Wahl fiel auf die Talsperre.

Steffi’s Zug trudelte kurz nach 07:00 Uhr im Bahnhof von Halle (Saale) ein. Ich saß in meinem Auto und verputzte mein Frühstück, während ich auf sie wartete. Im Anschluss ging es für uns 2 Stunden auf die Autobahn in Richtung Oberhof. Kurz nach 09:00 Uhr stellten wir das Auto auf dem Parkplatz vor der Talsperre ab, schnappten unsere Fotorucksäcke und liefen los.

Die ersten hundert Meter an der Talsperre waren ein Highlight. Glatteis so weit das Auge reicht. Immer wieder legten wir kleine Pirouetten ein, um nicht auf unseren vier Buchstaben zu landen. Meine Wanderschuhe haben zwar eine sehr gute Sohle, aber das war selbst für sie zu viel. Sobald wir den eigentlichen Wanderweg erreichten, war die Schlitterpartie zum Glück vorbei.

Während wir den Wanderweg entlang schlenderten, tauchte 20-30 Meter vor uns ein Reh auf. Ich ärgerte mich, die Kamera nicht direkt parat gehabt zu haben. Als wir an der Stelle ankamen, wagte ich einen Blick in den Wald und da stand es, auf der Suche nach Nahrung. Ein unglaublicher Moment.

Nach dieser tollen Begegnung ging es für uns weiter entlang der Talsperre. Immer wieder kamen uns Menschen entgegen, entweder Jogger oder Spaziergänger. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass so viele Leute an Silvester unterwegs sind. Aber ich kann’s verstehen. Aktuell ist man einfach froh, wenn man den Kopf in der Natur ausschalten kann.

Der Wanderweg an sich hat mich etwas enttäuscht. Ich fand es schade, dass man nur einer breiten Waldstraße folgen konnte. Wanderwege die mitten durch den Wald führen, über Stock und Stein, haben einfach mehr Charme, oder was meint ihr?

Nach gut 12 Kilometern suchte ich mir mit Steffi eine kleine Abkürzung. Kennt ihr Filme wo Leute sagen „…ich kenn da ’ne Abkürzung?“ und dann passiert irgendwas gruseliges, merkwürdiges oder lustiges? Ähnlich müsst ihr euch das bei uns an diesem Tag vorstellen. Ich schlug die Abkürzung vor und verhedderte mich später an einem Hang in den Bäumen. Angekommen bin ich ein paar Minuten später trotzdem auf dem Weg und wir ersparten uns dadurch locker 2 Kilometer. Die Kälte kroch nämlich mittlerweile unter die Klamotten und wir wollten so schnell wie möglich ins Auto.

Wie so oft, war es eine entspannte Tour. Wenn ich gewusst hätte, dass es die vorerst letzte für einige Wochen für mich sein wird, hätte ich sie eventuell noch mehr genossen. Ich sitze aktuell mit gebrochenem Zeh auf der Couch fest. Aber zum Glück gammeln noch ein paar Bilder auf der Festplatte rum, die ich bisher noch nicht gezeigt habe. Als Nächstes nehme ich euch zu einem Lost Place mit. Wenn ihr das nicht verpassen wollt, abonniert gern meinen Blog. Die Runde zum nachlaufen findet ihr übrigens bei Outdooractive.

Ansonsten könnt ihr mich noch bei der Campz Blogwahl 2020 unterstützen. Einfach dem Link folgen und für meinen Blog abstimmen (in der Liste bis ganz nach unten scrollen). Ich würde mich riesig über eure Unterstützung freuen.

15 Kommentare zu „#75: Ohratalsperre“

  1. Eine schöne Runde! Und das Reh echt ein Highlight! Wunderschön eingefangen wie es in die Kamera schaut. Gute Besserung und viel Spaß „im Archiv“. Da bin ich zur Zeit auch ziemlich oft. Glückliche Erinnerungen tun einfach gut die Tage. 😊

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  2. Ja, diese Wege durch den Wald, ich verstehe Dich durch und durch, ich bin immer quer rein, über Stock und Stein abseits aller Wege. Ich bekam mal einen Rehbock vor die Linse, er stand ganz still (wohl in der Brunst, da sind die ja alle immer ein bissel gaga) und schaute mir direkt in die Linse, das war schon toll.
    Also Deine Wege-Bilder find ich jetzt mal ganz normal – da fehlt mir das gewisse Etwas, was man sonst so deutlich auf Deinen Bildern wahrnimmt. Da sieht man doch, wo der Geist des Waldes sich wohler fühlt und welche Resonanz diese festen, breiten Wege haben. Sie trennen! Aber gut das mal jetzt hier deutlich vergleichen zu können.

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