#19: Kleines Kanada im Oberharz

Vor mir lag das neues Sigma 16 mm 1.4 und es wollte raus, frische Lift schnuppern. Zeit für eine neue Tour. In Hahnenklee soll Schnee liegen und die Stabkirche dort steht bei dem Wetter ganz oben auf meiner Liste. Ich recherchierte, wo ich in der Ecke noch hinfahren könnte und schnell standen ein paar Spots fest, der Rest ergibt sich von alleine.

Clausthal Zellerfeld

07:30 Uhr fuhr ich mit Niklas Richtung Clausthal Zellerfeld. Vielleicht hat der ein oder andere den Spot schon gesehen, ich finde ihn extrem cool. Und wenn man eh einmal in der Ecke ist, kann man dort auch anhalten. Die kleine Holzhütte steht im Kurpark am Carler Teich. Wir mussten etwas schmunzeln, als wir an dem Spot ankamen. Es ist erstaunlich, wie ein Motiv im Internet rüber kommt und wie es dann in Wirklichkeit aussieht. Ich habe einen verlassenen Teich in den Wäldern des Harzes erwartet, stand aber mitten in der Kleinstadt.

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Carler Teich Clausthal Zellerfeld

Gustav-Adolf-Stabkirche

Für uns ging es weiter zum Campingplatz Das Kreuzeck. Dort war ich bereits im Oktober mit meinen Liebsten campen. Wer möchte, erfährt hier oder hier mehr darüber. Es ist der perfekte Startplatz, um entspannt über den Liebesbankweg zur Kirche zu laufen, vorbei an ein paar kleinen Teichen quer durch den Wald.

Nach etwa 2 km kamen wir an der Kirche an, welche von 1907 – 1908 erbaut wurde. Hauptsächlich kenne ich diese Bauart aus der skandinavischen Region. Umso mehr freue ich mich, dass man im Harz ebenfalls eine bestaunen kann.

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Stabkirche Hahnenklee

Den Rückweg traten wir nicht über die Hauptroute an, sondern liefen mitten durch den schneebedeckten Wald. Immer wieder versperrten uns Zweige den Weg, was es aber umso schöner machte. Es gab nicht viele Fußspuren, daher konnten wir nur erahnen, wo es lang ging. So entdeckten wir zumindest das ein oder andere kleine Highlight. Niklas wusste, dass ich seit Ewigkeiten einen Hochsitz fotografieren wollte, aber nie ein passender auf dem Weg lag. Und nun stand er da, mitten im Wald ca. 200 m entfernt und Niklas machte mich auf ihn aufmerksam. Ich stapfte durch den tiefen Schnee, um ihn abzulichten.

Am Auto angekommen gab es erstmal ein kleines Frühstück, bevor es weiter ging. Die Zeit muss sein, das Grummeln im Bauch wurde immer lauter ;o) Allmählich füllte sich der Parkplatz, der richtige Moment für uns, weiterzuziehen.

Die Verlobungsinsel

Was für ein Name für eine kleine Insel im Oker. Ich fand vor einiger Zeit ein Bild im Internet von einer (wie ich finde) romantischen Brücke. „Da musste hin..“ dachte ich mir und notierte es auf meiner Liste, um es nicht zu vergessen.

Bevor es zur Insel ging, hielten wir am Romkerhaller Wasserfall an. Der liegt direkt an der Straße, ist verdammt hoch und zugefroren. Ich holte mein Ministativ raus und versuchte eine Langzeitbelichtung. Wenn man mal einen ND Filter braucht, hat niemand einen dabei. Bis jetzt kam ich im Harz immer ganz gut ohne zurecht, aber diesmal wäre er hilfreich gewesen. Ein Bild ist mir dann aber doch ganz gut gelungen ;o)

Relativ weit oben entdeckten wir ein paar Touristen, für Niklas und mich stand fest, da müssen wir auch hoch. Ich fühlte mich wie vor zwei Wochen am Achtermann. Der Abstieg wird richtig lustig. Zumindest konnte ich es in den Gesichtern der Menschen sehen, die uns von oben nach unten entgegen kamen. Hilft alles nichts, da muss ich durch, wieder einmal. Oben angekommen wartete zum Glück ein großartiges Naturschauspiel auf uns. Alles war vereist, bis auf ein paar kleine Stellen, an denen das Wasser plätscherte. Einfach klasse und in der Region selten zu beobachten.

Der Weg nach unten gestaltete sich, wie erwartet, als reinste Rutschpartie. Ich kroch halb auf dem Hintern runter, um nicht auszurutschen – die Technik hatte sich bereits am Bodetal bewährt. Währenddessen murmelte ich leise vor mich hin „..warum machste das eigentlich immer wieder ..„. Ich konnte Niklas‘ Gesicht zwar nicht sehen, merkte aber trotzdem das er sich einen abgrinste ;o)

Weiter gehts zum eigentlichen Ziel. Links neben uns fließt die Oker, während wir an einem Hotel vorbei kamen. Von vorne sah es richtig klasse aus, aber von hinten…naja. Sagen wir, es ist sehr in die Jahre gekommen.

Glücklicherweise lag auf dem Wanderweg etwas Schnee, es wäre sonst eine echt matschige Angelegenheit geworden. Eine kleine Brücke, die eigentlich über das Wasser führt, stand unter Wasser.

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Nach ca. 2-3 km kamen wir auf der Insel an. Ich habe es nach einem guten Jahr endlich geschafft, ein Stempelheft der Harzer Wandernadel zu kaufen (ich will nicht wissen, wie viele ich mir entgehen lassen habe). Und da war er nun, der erste Stempel in meinem Heft. Nachdem das erledigt war, nahm ich mir Zeit für die Fotografie.

Schade dass das Flussbett so leer war. Die Szenerie erinnerte mich ein bisschen an die kanadische Wildnis. Noch etwas mehr Wasser und es wäre perfekt gewesen. Im Sommer sollen hier viele Kanufahrer unterwegs sein, die geben sicherlich auch ein cooles Motiv ab. #notiertfürdiezukunft

Die Bilder waren im Kasten und wir bereit für die Heimreise. Für mich steht fest, dass ich das Okertal noch weiter erkunden werde. Der kleine Einblick hat mir sehr gut gefallen.

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Wenn ihr nichts mehr verpassen wollt, folgt gerne meinem Blog (siehe Startseite). Ihr bekommt nur Infos, wenn ein neuer Betrag online geht ;o) Ich habe noch einiges für dieses Jahr geplant, ihr dürft gespannt sein.

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