#173: Wanderung zum Hohen Stein im Vogtland

Ein prüfender Blick auf die Webcams in Mittel- und Ostdeutschland überzeugte mich davon, endlich mein neues Objektiv zu testen, eine Festbrennweite 24 mm 1.4. Ich wollte hauptsächlich nur mit dieser Linse fotografieren, hatte aber für den Notfall noch das 28-70 mm 2.8 mit am Start, man weiß ja nie. Mit im Gepäck hatte ich außerdem noch Pierre, der glaube genauso froh war wie ich, einfach mal rauszukommen und die Ruhe in der Natur zu genießen. Unser Ziel war eine Wanderung zum Hohen Stein im Vogtland.

Start der Fototour: Parkplatz in Erlbach

Los ging es an der Grenze zu Tschechien. Wie immer legte ich eine Route über meine Wander-App zurecht. Doch die aktuelle Beschaffenheit der Wege machte es uns nicht einfach, dieser zu folgen. Fast überall schienen Harvester (Holzerntemaschinen) unterwegs zu sein. Zusammen mit dem Regen hinterließen sie nicht nur unschöne Spuren, sondern auch Unmengen an Schlamm und Pfützen. Wir mussten also sehr kreativ werden, um vorwärtszukommen. Doch schon nach zwei Minuten kamen wir an der ersten Location an. Ein kleiner Teich mit einer Brücke, der mich direkt verzauberte.

Im Anschluss ging es so richtig los mit den Schlammfüßen. Meist liefen wir direkt neben dem Weg, weil es sonst unmöglich gewesen wäre, den Schlamm außerhalb der Schuhe zu halten. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das nach meiner Tour zum Glasbachteich nochmal erleben würde. Diesmal war es fast noch schlimmer. Trost spendete der Wald, denn je tiefer hineinliefen, umso schöner wurde er.

Diese kleinen orangefarbenen Bäumchen standen überall. Vielleicht kannst du mir ja erklären, warum dort gefühlt nie die Blätter abfallen. Egal in welcher Region ich bin, dieses Bäumchen gibt jedem Ort im Winter/ Frühling ein bisschen Herbstfeeling zurück. Gerade in einem Nadelwald stechen sie förmlich heraus.

Eine Fototour im Regen:

Mittlerweile goss es wie aus Eimern. Das Wetter an diesem Tag was sowieso mächtig komisch. Als wir ankamen, dachte ich erst verdammt, die Sonne kommt raus. Keine Stunde später fing es an zu Nieseln, bevor stärkerer Regen einsetzte.

Während ich meine Arme über die Kamera legte, entdeckten wir am Wegesrand eine Trinkwasserquelle. Am Ende der Quelle sah ich im Wasser etwas Seltsames. So richtig deuten konnte ich es nicht, da ein Wasserstrahl dieses “Ding” immer wieder unter Wasser drückte. Ich holte Pierre zu mir und fragte ihn, ob das ein Frosch sein könnte. Mit einem kleinen Stock versuchte er den Klumpen von dem Wasserstrahl beiseite zu schieben und tatsächlich… es war nicht nur einer, sondern zwei Frösche während der Paarung. Ich vermute, sie kamen nicht alleine von dem Wasserstrahl weg und krabbelten anschließend aus dem Auffangbecken.

Weiter durch den Wald:

Bisher war der Weg ganz entspannt. Bis auf riesige Pfützen, die es zu überwinden galt, war es nicht wirklich steil. Der Hohe Stein heißt aber nicht ohne Grund so, denn wenig später kamen sie, die nervigen Höhenmeter. Bereits aus der Ferne konnte ich die Steigung erkennen. Die sah mächtig fies aus und wie ich kurz darauf feststellte, war ich dafür viel zu warm angezogen. Aber nützt alles nichts, der Wald dahinter entschädigte den Aufwand.

Ankunft Hoher Stein:

Der Hohe Stein lag direkt vor uns und ließ sich nicht verfehlen. Hier erinnerte mich alles ein wenig an die Teufelsmauer im Harz. Klar sah es anders aus, aber vom Grund her ähnlich. Ich suchte mit Pierre verschiedene Perspektiven, was sich schwieriger gestaltete, als erwartet. Der Spot hier wäre perfekt für Drohnenaufnahmen, doch hatten wir weder eine Drohne dabei, noch hätte es das Wetter an dem Tag zugelassen, damit zu starten. Der Wind pfiff uns ordentlich um die Nase und ich war froh, als wir wieder vom Wald geschützt wurden.

Im Wald war es wesentlich angenehmer. Wir entdeckten einen Baum, der meine volle Aufmerksamkeit auf sich zog. Ich habe ihn glaube aus jeder möglichen Perspektive fotografiert. Moosbedeckte Bäume liebe ich sowieso und wenn dann noch die Äste so schon nach oben ragen, ist das genau mein Ding. Ein besschen Nebel hat noch gefehlt, aber halb so wild.

Unzählige Motive:

Eine Überraschung jagte die Nächste. Ich spürte immer noch die Begeisterung von dem Baum in mir, da kam schon ein weiteres Motiv auf uns zu. Eine Jagdkanzel erweckte unsere Neugier. Schon aus der Ferne sah sie anders aus, als ich das bisher kannte. Kurz darauf standen wir vor ihr und ich musste feststellen, das war mit Abstand die schönste Kanzel, die ich jemals im Wald gesehen habe. Ein kleines Kunstwerk, oder was meinst du?

Und dann kamen sie wieder, diese kleinen orangefarbenen Bäumchen – unzählige davon. Die letzten Meter mussten wir etwas kreativer werden, um weiter von A nach B zu gelangen. Die Wege wurden immer schlimmer. Im Fokus stand jetzt nur noch, das Auto irgendwie trockenen Fußes zu erreichen.

Ich überlegte parallel, wo wir den Tag ausklingen lassen. Die Meilerhütte in Schöneck ist immer einen Ausflug wert und vielleicht gibt es am Imbiss etwas Warmes zu trinken. Die Kälte kroch jedenfalls langsam, aber sich ins Innere der Jacke.

Wie genau es weiterging, erfährst du im nächsten Beitrag. Ein paar Highlights hab ich von dem Tag noch auf Lager. Ich finde, die Wanderung zum Hohen Stein im Vogtland hat sich mehr als gelohnt. Wenn du schon gespannt auf die nächste Tour bist, dann lass gern ein Abo da.

Wenn du eines der Bilder aus diesem Beitrag an deinen Wänden aufhängen möchtest, gib mir gern Bescheid und ich binde es im Shop mit ein:

6 Kommentare

  1. Hallo Christiane,
    Tolle Wanderung und Bilder. Zu deiner Frage, kann es sein, daß das Hainbuchen waren? Die werfen ihre Blätter erst im Frühjahr ab, wenn die neuen kommen. Meines Wissens gehören die zu den Haselnußgewächsen und man findet sie oft als Hecken.
    Viele Grüße
    Dirk

  2. Wunderschöne und vor allem stimmungsvolle Bilder, wie wir es von Ihnen gewohnt sind.

  3. Sehr schöne, abwechslungsreiche Bilder 👍 Die Bäumchen müssten junge Rotbuchen sein. Diese Bäume verfärben zwar im Herz ihre Blätter rötlich, werfen sie aber nicht ab. Erst im Frühjahr, wenn die neuen Blätter kommen, werden die alten abgeworfen. Wenn ich mich nicht täusche, müsste die Rotbuche der einzige heimische Laubbaum sein, der im Winter die Blätter behält. Bin aber ich keine Botanik-Expertin 😉 Der Jäger-Hochsitz ist klasse. Fast schon ein Baumhäuschen 😁 Und der moosbewachsene Baum ist super mystisch. Richtig cooles Motiv 👍 Danke für den tollen Beitrag 😊

Kommentar verfassen