#148: Die Roßtrappe in Thale

Diesmal gibt’s eine kleine Info vorab: Der Wandkalender für 2023 ist endlich fertig. Hier könnt ihr euch ein Exemplar zusammenstellen, und in euren eigenen vier Wänden aufhängen, oder an eure Liebsten verschenken. Der Versand ins Ausland ist ebenfalls möglich. Nun aber genug Werbung, jetzt geht’s los mit der Wanderung an der Roßtrappe 😉

Was hatte ich den Sommer satt. Dauerhafte Trockenheit bei 30-38 Grad ist es nicht nur für die Natur anstrengend, sondern auch für die Fotografen. Jede Regenvorhersage verzog sich kurz zuvor aus dem Radar. Die Freude war also groß, als ich nach unserem Ostseeurlaub dicke Regenwolken im Harz entdeckte. Auch wenn der stündliche Blick auf den Wetterbericht sinnlos ist (denn der wird nur alle paar Stunden aktualisiert), musste ich permanent prüfen, ob die Regenwolken bleiben. An sich sah es gut aus, also packte ich meinen Rucksack und freute mich auf den nächsten Morgen.

Ankunft Roßtrappe:

Parkplatz Roßtrappe, 05:00 Uhr: Ich traf mich in aller Früh mit Denis und Patrick. Die beiden warteten schon auf mich, während ich um die Ecke gedüst kam – diesmal war ich etwas spät dran. Ich schnürte fix meine Wanderschuhe und schon konnte es losgehen. Auch wenn von dem erhofften Nebel weit und breit nichts zu sehen war, konnte der Himmel mit perfekten Grautönen punkten. Hinzu kam etwas Nieselregen, der zumindest das Grün der Bäume zum Leuchten brachte – mehr brauchte ich an dem Tag nicht. Während wir die ersten Bilder einfingen, wurde der Regen immer stärker. Um genau zu sein so stark, dass es vom Objektiv heruntertropfte. Okay, damit hatte ich nicht gerechnet.

Während ich die Objektivlinse permanent von den viele Tropfen befreite, merkte ich schnell, dass meine Jacke mal wieder eine Imprägnierung nötig hatte. Die Entscheidung, nur ein T-Shirt darunterzuziehen, war auch nicht unbedingt meine beste. Aber egal, ich wollte mich nicht beschweren, denn alles war wunderbar nass und die Farben bekamen diesen ganz besonderen Glanz.

Auf dem Weg ins Bodetal:

Der erste Spot war im Kasten, nun konnte die Wanderung beginnen. Über die Schurre ging es im Zickzack in Richtung Bode. Wenn es nass ist, empfehle ich euch, festes Schuhwerk zu tragen. Klar könnt ihr auch in Turnschuhen herunterlaufen, ich bevorzuge aber lieber eine ordentliche Sohle. Die vielen spitzen Steine laden nämlich sehr gut zum Ausrutschen ein.

Wenn ihr die Augen offen haltet, könnt ihr zahlreiche Motive entdecken. Besonders schön finde ich ja kleine Regentropfen, die sich auf den Blättern sammeln. Ich hatte es bereits im Beitrag zum Hexentanzplatz erwähnt, dass mich die Ecke manchmal an Madeira erinnert. Ich war zwar selber noch nie dort, aber man sieht auf Instagram immer unzählige Bilder. Als sich wenig später leichte Nebelschwaden zwischen den Bäumen bildeten, war das Feeling nahezu perfekt.

Patrick führte uns direkt zum nächsten Spot, der am Wasser lag. Doch bevor wir den unter die Lupe nehmen konnten, ging es erstmal ein Weilchen durch den Wald. Je tiefer wir kamen, desto grüner wurde es. Der Wald verschlang uns förmlich, während das Rauschen der Bode immer lauter wurde.

An der Bode:

Der Platz war perfekt, um eine kleine Pause einzulegen. Weil ich vor der Tour vergessen hatte einzukaufen, gab es „nur“ Nudeln mit selbstgemachtem Pesto und Parmesan. Normalerweise habe ich sonst immer Brötchen oder Brot dabei, aber diesmal gab es was deftiges zum Frühstück. Dank Thermosbehälter blieb das Essen auch noch warm. Nicht übel, wenn einem durch den Regen eh etwas frisch ist.

Gestärkt konnte ich nun den Spot ganz entspannt auskundschaften und mir die richtigen Perspektiven suchen. Die Ecke war wirklich schön. Das Wasserrauschen, die vielen Grüntöne und die glänzenden Steine… eine traumhafte Idylle, in der wir uns befanden. Wenn hier erst der Herbst beginnt, gibt es eine wahre Farbexplosion.

Die kleinen Details des Waldes:

Seit ein paar Monaten achte ich verstärkt auf Details, die einem auf dem Weg begegnen. Ich poste auf Instagram sehr gern 3er-Kombinationen, um einen Spot besser rüberzubringen. Dafür eignet sich immer ein Detailshot und zwei andere Motive drumherum. Also zwinge ich mich auf jeder Tour daran zu denken, ein paar Nahaufnahmen zu machen. Ein Makro wäre eine perfekte Ergänzung zu meinem Equipment, aber mit dem 28-70 mm komme ich auch ganz gut ran.

Unsere Route führte uns weiter in Richtung Bodekessel. Nachdem ich Trottel vergessen hatte, den zu fotografieren (sowas ist mir auch noch nicht passiert), war unser nächstes Ziel die Jungfernbrücke. Der Regen ließ allmählich nach und sofort merkt man, wie schnell alles trocknet. Die vergangenen Wochen waren einfach viel zu warm, sodass jede Feuchtigkeit sofort in den Boden einzieht oder verdampft.

Die Jungfernbrücke im Bodetal:

Eines meiner ersten Ziele im Harz war damals diese Brücke. Ich hatte sie bei den German Roamers auf Instagram entdeckt und sofort war mir klar, da musst du hin. Seitdem bin ich unzählige Male hier gewesen und nie kam ich daran vorbei, ohne ein Foto zu schießen. Ich finde, die Brücke hat einfach etwas magisches, oder was meint ihr?

Mit dem Sessellift zurück zum Auto:

Der restliche Weg verlief weiter entlang der Bode, die wie immer ein Traum war. Auch wenn ich hier schon so oft fotografiert habe, ist es ähnlich wie an der Jungfernbrücke. Man muss einfach noch ein Bild und noch eins machen. Irgendwie findet sich immer eine Perspektive, die man noch nicht hat. Und wenn man eh einmal hier ist, wieso auch nicht.

Wir schlenderten bis zur Station des Sessellifts. Normalerweise laufe ich immer alles komplett ab, aber hier in Thale bietet sich der Weg nach oben mit einer kleinen Unterstützung an, für die Faulen. Außerdem bekommt man während der Fahrt mit dem Lift nochmal die Möglichkeit, Motive aus einer anderen Perspektive einzufangen. Eine Aussicht, die sich lohnt.

Ich hoffe, euch hat die Runde gefallen. Die nächste Tour wird wieder sonniger und wärmer. Ich wollte unbedingt die Klusberge zum Sonnenaufgang und Sonnenuntergang festhalten. Ob das was geworden ist, seht ihr im nächsten Beitrag. Lasst gern ein Abo da, um nichts zu verpassen.

17 Kommentare zu „#148: Die Roßtrappe in Thale“

  1. Ein komplett anderer Eindruck als der, den wir von der Rosstrappe und dem Bodetal hatten. Bei uns vor drei Wochen knallte die Sonne. Sehr schöne Fotos!

    1. Jaaaa Dagmar, jetzt gehts wieder richtig los 🥰 Der nächste Beitrag wird nochmal sonnig und dann kommt die Nebelsuppe ☺️ Dir auch ein schönes Wochenende ☺️

  2. Wundervolle Fotos! Wieder einmal bekomm ich richtig Bock, da auch mal lang zu laufen…aber noch ist der kleine Prinz zu klein/jung für solche Strecken. Aber irgendwann…

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