#136: Wechsel der Jahreszeiten in Grünbach

Weiter geht’s mit meiner unerwartet weißen Tour im Vogtland. Den ersten Teil findet ihr hier, falls ihr nicht wisst, wovon ich spreche. Am Vogtlandsee hatte ich noch großes Glück, ein paar grüne Eindrücke zu gewinnen, doch am nächsten Tag brauchte ich darauf nicht mehr zu hoffen. Keine Ahnung, wie viel Schnee genau runterkam, aber als ich mein Auto gesehen habe, war ich etwas sprachlos. Alle Landschaftsbilder gibt’s auf Wunsch auch im Shop.

Gut, dann halt doch nochmal Schneebilder, ändern können wir es jetzt eh nicht mehr. Zum Glück war es Neuschnee, dann sieht die Natur wenigstens einladend aus 😂 Ziel für heute war die Talsperre Falkenstein. Spontan verabredeten wir uns mit dem lieben Jürgen gegen 07:00 Uhr direkt davor.

Die Fahrt dorthin war die reinste Rutschpartie. Da bekommst du zum frühen Morgen schon einen kleinen Herzkasper, wenn der Hintern vom Auto nach links und rechts gleitet. An der Talsperre angekommen, stellte ich fest, dass es dann doch zu wenig Schnee war. Entweder ganz oder gar nicht, dachte ich mir. Also zurück ins Auto und den Berg wieder hinauf. Das wollte ich eigentlich vermeiden, aber was solls. Es ging nach Grünbach. Beim letzten Mal war der Parkplatz an den Rissfällen unbefahrbar, weil er komplett zugeschneit war. Vielleicht ist das ja diesmal anders.

Die Rissfälle in Grünbach:

Endlich klappt mal was. Die Zufahrt zum Parkplatz war relativ frei. Wir stellten die Autos ab und ließen uns überraschen, was der Morgen mit sich bringt. Zuletzt war ich im Sommer hier. Mal sehen, wie alles mit Schnee aussieht.

Bevor es aber so richtig losging, musste ich dieses Knurren in der Magengegend abstellen. Auch wenn das Brötchen geschmacklich nicht der Hit war, gesättigt fotografiert es sich einfach besser. Während ich kauend durch die Gegend lief, suchte ich mir die ersten Motive raus.

Anschließend hing ich mir meine Kamera mit dem 28-70 mm um den Hals und die andere mit dem 16 mm hatte ich wie immer in der Hand. Mal sehen, was mir Schönes vor die Linse kommt. Das Wetter war schon mal herrlich. Keine Sonne, kein Schneeregen, also perfekte Bedingungen , um eine schöne Winterstimmung einzufangen.

Die Rissfälle sind übrigens die einzigen Wasserfälle im Vogtland. Wenn ihr hier also Bock auf ein paar Langzeitbelichtungen habt, werdet ihr früher oder später an diesem Spot landen. Und der kann sich wirklich zu jeder Jahreszeit sehen lassen. Egal ob Sommer, Herbst oder wie in diesem Beitrag, im Winter. Zu entdecken gibt es auf der Runde mehr als genug.

Entlang der weißen Göltzsch:

Wem die Rissfälle nicht ausreichen, der kann den Wanderweg auch weiter entlang des Wassers verfolgen. Hier habt ihr die Möglichkeit, unzählige Spots zu entdecken, wenn ihr die Augen offen haltet. Vor allem an der Stelle mit der Holzleiter gibt es so viele Möglichkeiten. Das einzige, worauf man aufpassen muss, ist keine nassen Füße zu bekommen.

Wenn ihr auf der Route am Nordic Camp vorbei lauft, warten mit etwas Glück ein paar neugierige Augen auf euch. Als ist das erste Mal hier war, lagen die Tiere auf der faulen Haut, aber diesmal konnte ich ein paar Schnappschüsse ergattern. Blöd, dass mein Tele zuhause lag. Mit einer Brennweite von 70 mm war ich leider viel zu weit weg – der Hirsch hätte aber auch ruhig mal etwas näher kommen dürfen.

Die letzten Meter verliefen für uns querfeldein durch den Wald, was zum Teil keine gute Idee war. Der Untergrund wurde immer matschiger und die Füße nasser und nasser. Laut Wanderkarte sollte hier ein weg entlang verlaufen, der durch riesige Reifenspuren einfach nur zerfahren war. Währenddessen überlegten wir, wohin die Reise weitergeht. Nach Hause wollte ich zumindest noch nicht. Zuerst fiel uns die Meilerhütte in Schöneck ein – aber hier schon wieder eine Runde drehen, war irgendwie nicht ganz zufriedenstellend. Jürgen erzählte mir dann von einem ähnlichen Gewässer mitten im Wald (fragt mich bitte nicht wie es hieß), keine 20 min. mit dem Auto entfernt. Klar, dass ich lieber den unbekannten Spot entdecken wollte.

Irgendwo im nirgendwo:

Die Autos parkten wir neben einem Traktor und liefen entlang des Feldes tiefer in den Wald. Es dauerte nicht mal eine Minute (gut, vielleicht auch zwei), bis meine Begeisterung entfacht war. Gleich am Anfang gab es zwei Spots, die in meinen Augen richtig fotogen waren.

Kurz darauf liefen entspannt weiter und entdeckten Fußspuren, die ich so auch noch nicht gesehen hatte. Kein Plan, wie riesig dieser Mensch war, aber er muss locker zwei Meter groß gewesen sein und hat beim joggen?! mächtige Sprünge hingelegt. Anders kann ich mir den Abstand der Spuren nicht erklären. Jürgen sprang extra von Fußspur zu Fußspur, damit wir die mit einer Person am Ende aufs Bild bekommen, ohne das es weitere Spuren entstehen. Was für eine Körperbeherrschung, ich wäre dreimal zur Seite gekippt.

Nach ca. 15-20 Minuten kamen wir am Spot an und ich war baff. Mir gingen sofort Bilder durch den Kopf, wie es hier wohl im Sommer bei Shitwetter aussehen könnte – ein bisschen Nebel noch dazu, perfekt. Aber auch im Winter ist es hier wirklich cool. Vor allem durch die Spiegelung kann man so viele Motive entdecken. Leider war es etwas zu windig und die Wasseroberfläche blieb nicht lange genug still. Für mich steht aber fest, hier muss ich im Sommer nochmal hin.

So ihr Lieben, dass war’s schon wieder mit der kleinen Auszeit. Aber Langweile kommt nicht auf. Beim nächsten Mal geht’s mit dem lieben Pierre in den Harz. Eigentlich wollte ich in den Thüringer Wald fahren, aber woher der Stimmungswandel kam, erzähle ich euch im nächsten Beitrag. Wer Muse hat, darf mich bis dahin gern bei der Campz Blog-Wahl 2022 unterstützen, hier findet alle Infos. PS: Es gibt auch etwas von Campz zu gewinnen 😉

6 Kommentare zu „#136: Wechsel der Jahreszeiten in Grünbach“

  1. Göttlich, der Hirsch mit seinen beiden Mädels. Ich glaube näher dran, wär das nicht mehr so gelungen. Wenn auch die Bilder wie immer traumhaft schön sind, will man dem Winter doch endgültig ade sagen.
    LG von Astrolady

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