#114: Milchstraße und Sonnenaufgang am Oderteich

Nach dem kalten Sonnenuntergang an der Wolfswarte ging es anschließend direkt weiter zum Oderteich. Jetzt hieß es erstmal kochen und ein warmes Süppchen verspeisen. Genau das richtige für die kalten Knochen. Immerhin stand uns eine lange eisige Nacht bevor.

Milchstraße am Oderteich:

Auch wenn der Wind an dem Abend nicht wirklich nachlassen wollte, war es wesentlich wärmer als erwartet. Klar, Mütze und Schal hatte ich trotzdem an, aber es war auszuhalten. Sven und ich suchten abwechselnd eine andere Perspektive. Nicht selten kam es vor, dass einer dem anderen mit der Taschenlampe das Bild versaute, natürlich nicht mit Absicht. 😅

Ich hatte mein neues Samyang 12 mm 2.0 dabei, musste aber schnell feststellen, dass mein Sigma 16mm 1.4 eine wesentlich schönere Farbwiedergabe in der Nacht hat. Dummerweise habe ich das an dem Abend nicht sofort gemerkt und den Großteil mit dem Samyang geknipst. Aber alles nicht so wild, die Bilder sind trotzdem ganz okay und beim nächsten Mal weiß ich direkt Bescheid, mit welchem Objektiv ich die Milchstraße einfange.

Als wir fertig waren, ging es zurück zum Auto. Nun hieß es, Vorbereitungen für die Nacht zu treffen. Im Klartext bedeutet das, Wärmeflaschen füllen, unnötige Kleidung ausziehen, Schlafsack ausbreiten und warmen Tee bereithalten. Laut Wetterbericht sollten es nur 2 Grad werden und das liebe Freunde, ist verdammt kalt. Ich durfte es mir auf der Rücksitzbank „bequem“ machen, bekam jedoch die halbe Nacht kein Auge zu. Es war kalt und meine Beine wollten einfach keinen Platz finden. Ganze sieben Stunden musste ich irgendwie rumkriegen. Eingeschlafen bin ich dann für ca. eine Stunde gegen 03:00 Uhr. Aber die tat trotzdem gut. Kurz darauf ließ Sven das Auto für ein paar Minuten warm laufen und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie ich die kurze Wärme genossen habe.

Sonnenaufgang am Oderteich:

Nach drei Stunden wurde es endlich hell. Hoffentlich hat sich die ganze Aktion wenigstens gelohnt. Wir liefen zum Oderteich und was dort an diesem Morgen los war, glaubt ihr nicht. Locker 20 weitere Fotografen warteten gemeinsam mit uns auf den Sonnenaufgang. Zum Glück verteilten sich alle ganz gut am Ufer und jeder fand seinen Platz, ohne dass der andere im Weg stand. Doch als die Sonne sich blicken lassen sollte, passierte genau…. nichts. Es wurde einfach nur hell. Auch wenn der Oderteich ordentlich dampfte, wirkte es mit der fehlenden Sonne irgendwie nicht wirklich hübsch.

Ich versuchte trotzdem das Beste aus dem Moment herauszuholen, obwohl ich schon leichte Hummeln im Hintern hatte. Sven war leider nicht ganz so geduldig und ging schon zurück zum Auto. Ich war aber der Meinung, wenn ich schon so eine Höllennacht hinter mir habe, dann warte ich auch so lange, bis ich die Sonne sehe. Wenn es dann doof aussieht, kann ich immer noch gehen. Und so vertrieb ich mir die Zeit weiter, bis plötzlich die ersten Baumspitzen angeleuchtet wurden. Es ging los…

Zuerst krabbelte sie langsam über die Bäume, bis sie komplett zu sehen war. Und dann ihr Lieben, dann wurde es richtig richtig geil. Für zehn bis fünfzehn Minuten war ich der glücklichste Mensch auf Erden und konnte die Motive gar nicht so schnell finden, wie ich eigentlich wollte. Aber die paar, die ich ergattern konnte, reichten schon aus, um die Nacht in meinen Gedanken lohnenswert zu machen.

Auch wenn nicht alles perfekt verlief, bin ich mit den Ergebnissen ziemlich zufrieden. Die Natur ist halt, wie sie ist und es läuft nicht immer alles nach Plan. Es kommt nur darauf an, was man daraus macht. Gelernt habe ich an diesem Tag, dass man bei einem Sonnenaufgang echt immer warten muss, bis die Sonne komplett draußen ist. Manchmal klappt es dann doch mit den magischen Aufnahmen.

Ich hoffe, euch haben die Bilder gefallen. Beim nächsten Mal geht’s wieder in den Harz, um genau zu sein, zur Steinernen Renne. Wie es dazu kam, dass ich unfreiwillig baden war, erzähle ich euch dann in Ruhe. Eine Tour, die es auf meinem Pannen-Ranking ganz nach oben geschafft hat.

19 Kommentare zu „#114: Milchstraße und Sonnenaufgang am Oderteich“

  1. Toll. Einfach toll. Ich liebe Deine Fotos.
    Ich fotografiere auch sehr gerne und liebe unseren Harz. Aber von Deinen Bildern bin ich immer wieder beeindruckt. Mir fehlt leider oft die Zeit aber wenn ich Deine Beiträge lese würde ich am liebsten sofort los düsen. Weiter so und ich freu mich auf Deine nächsten Fotos und Beiträge

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen Dank lieber Oliver 🥰 Ich weiß was du meinst, aber irgendwie tut’s mir der Oderteich immer wieder aufs Neue an ☺️ Ich denke, jetzt im Herbst hast du Glück und bekommst gute Konditionen ☺️ Er könnte nur etwas voller aktuell sein 🤭

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  2. Du übertriffst Dich jedesmal mehr und mehr. Welch ein Genuß diese Stimmungen zu betrachten und wer bitte weis als Normalbürger, dass wir auch in Deutschland eine Milchstrasse bewundern können, wie sonst nur in der namibischen Wüste? Und die hast Du ohne Nachführung fotografiert? Ohne stakken, white frames and dark frames? Bitte verrate doch die Belichtungszeit und die ISO-Werte ….
    Was Du aus den Wäldern rausholst ist beseelte Perfektion!!!
    LG von Astrolady

    Gefällt 1 Person

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