#83: Wanderung im Bielatal

Aktuell ist das Thema Corona wieder so präsent in den Medien, dass einem der Kopf platzt. Egal wann man wo welche Nachrichten schaut, es gibt gefühlt nichts anderes mehr. Es wurde höchste Zeit, herauszugehen und den Kopf freizubekommen. Eigentlich wollte ich warten, bis es grüner wird, um in die Sächsische Schweiz zu fahren, aber sch*** drauf… wozu warten?

Der Wetterfritze im Fernsehen erzählte was von Schnee am Wochenende. Glauben konnte ich das nicht, aber der April überraschte uns schon öfter. Na mal sehen….

Rosenthal-Bielatal:

Diesmal durfte ich mich während der Fahrt genüsslich zurücklehnen. Sven holte mich gegen 06:00 Uhr ab und fuhr uns auf einen Wanderparkplatz zwischen Rosenthal und Bielatal. Von dort aus kamen wir direkt auf den Wanderweg. Knapp 8 Kilometer lagen vor uns. Dass es deutlich mehr wurden, wussten wir natürlich zu der Zeit noch nicht, aber dazu später mehr.

Tief im Wald:

Der erste Abschnitt führte uns durch ein wunderschönes Waldstück. Die Vögel zwitscherten, während ein paar dicke Regentropfen auf meiner Jacke landeten. Ich war schon jetzt mehr als begeistert. Die Ruhe im Wald lässt einen sofort runterfahren. Das Einzige, worauf man sich noch konzentriert, ist die Kamera und der Weg, der vor einem liegt.

Waldkapelle Schweizermühle:

Durch Zufall stießen wir auf diese kleine Kapelle. Als ich das erste Foto aufnahm, erinnerte es mich ein bisschen an Ramsau bei Berchtesgaden. Wem das von euch nichts sagt, schaut euch gern mal die Bilder bei Google dazu an. Klar, es stehen zu viele Bäume davor und die Berge im Hintergrund fehlen, aber eine gewisse Ähnlichkeit lässt sich erkennen. 😂

Der Sachsenstein:

Ich schaute immer wieder auf die Karte, ob es abseits des Weges etwas Interessantes zu entdecken gibt. Das Erste, was wir fanden, war der Sachsenstein. Eine gefühlt endlos lange Leiter ragte an dem Stein empor. Ich war der felsenfesten Überzeugung, da gehen wir jetzt hoch. Doch allein der Blick von unten nach oben ließ meine Beine etwas weicher werden.

Ich ließ Sven den Vortritt und folgte ihm unauffällig. Bisher kam ich mit den Leitern in der Sächsischen Schweiz immer gut zurecht, doch dieser schenkte ich nur wenig Vertrauen. Als ich dann die ganzen Löcher im Rost entdeckte, rannte mein Mut über alle Berge. Wir versuchten dennoch weiter hochzukommen, doch als wir sahen, wie eng es wurde, entschieden wir uns für den Abstieg. Hinzu kam Regen, wodurch alles rutschig wurde. Eine schöne Aussicht bekomme ich auch von einem anderen Felsen, hier musste ich an diesem Tag nicht hoch.

Aussicht Johanniswacht:

Wer auch keine Lust auf verrostete, alte Stufen hat, bekommt an der Johanniswacht trotzdem eine tolle Aussicht. Die Stufen sind bei weitem nicht so schlimm, wie am Sachsenstein. Oder, um es mit Sven’s Worten auszudrücken: Das ist doch mal was für alte Leute. 😂

Ab jetzt wurde es abenteuerlich:

Kommen wir zum ungemütlichen Teil der Runde. Ich hatte das Gefühl, dass die Wanderung, die ich bei Outdooractive heraussuchte, noch niemand zuvor gelaufen ist. Der „Wanderweg“ wurde als leicht eingestuft und stellte sich 2-3 Mal als echte Herausforderung dar. Einmal mussten wir uns auch einen alternativen Weg suchen, denn es ging einfach nicht weiter (zumindest nicht ohne Knochenbrüche).

Für uns war es dank unserer Wanderschuhe machbar, aber Turnschuhträger hätten jetzt schon Schwierigkeiten, vor allem durch die Nässe. Vor uns lag ein Abhang gefüllt mit riesigen Gesteinsbrocken. Nach dem Abstieg stand ich davor und dachte mir, von unten nach oben wäre ich nie gelaufen. Das sah schlimmer aus, als von oben nach unten.

Der Weg zu den Herkulessäulen:

Wie wir genau zu den Säulen kamen, kann ich gar nicht sagen. Wir sind irgendwo querfeldein und standen erneut vor einer Schlucht voll mit Gesteinsbrocken. Diesmal aber so schlimm, dass ich dort freiwillig nicht durch wollte. Wir haben es probiert, aber nach kurzer Zeit gemerkt, dass es unverantwortlich wäre. Dafür gab es geniale Eindrücke, die wir so nicht gefunden hätten.

Auf der Karte suchte ich einen alternativen Weg und wurde zum Glück fündig. Der Spuk mit irgendwelchen dubiosen Wanderwegen war vorbei und es ging auf offizieller Route weiter zu einer weiteren fantastischen Aussicht.

Die Herkulessäulen:

Jetzt war ich bereit für das eigentliche Highlight im Bielatal. Die Herkulessäulen sehen unglaublich interessant aus und sind wohl das Spektakulärste, was ich bisher gesehen habe. Allein die Form wirkt surreal. Wir mussten nur noch ein paar Treppen abwärts hinter uns bringen und waren anschließend endlich da.

Kaiser-Wilhelm-Feste:

Der April zeigte sich an diesem Tag von seiner altbekannten Seite: Wind, Regen, Schnee und Sonne. Und das alles innerhalb von 4 Stunden. An unserem letzten Spot kam dann leider die Sonne raus. 😂 Ich wartete immer wieder aufs Neue, bis sich die Wolken davor schoben, um die letzten Bilder einzufangen. Für mich steht fest, dass ich hier im Sommer unbedingt nochmal herkommen muss, wenn die Bäume in einem saftigen grün erstrahlen.

Infos zur Route:

Aus den ursprünglichen 8 Kilometern wurden irgendwie 13 Kilometer. Normalerweise pack ich die Tour immer bei Outdooractive zum Nachlaufen rein, doch diesmal kann ich nicht 100%ig genau sagen, wo es entlang ging. Mitten durch die Pampa will ich nun auch keinen schicken. Wenn ihr Fragen haben solltet, schreibt mir gern bei Instagram oder schickt mir eine E-Mail an wanderblende@gmx.de.

Ich hoffe, euch hat die Runde gefallen. Die nächste Tour ist bereits in Planung, es geht wahrscheinlich ins Vogtland. Derzeit liegt dort noch Schnee und ich hoffe, dass er bald weggetaut ist. Frau Holle hat diese Woche nochmal ordentlich ihre Betten geschüttelt. 😂 Wenn ihr das nicht verpassen wollt, abonniert gern meinen Blog.

18 Kommentare zu „#83: Wanderung im Bielatal“

  1. Dies war mehr als eine abenteuerliche Wanderung. Ich bin immer wieder erstaunt über die Schönheit dieser Region in Deutschland. Die Fotos ermöglichten es, sich voll und ganz in Ihre Geschichte hineinzuversetzen.

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  2. Ich finde die Bilder deshalb so fantastisch, weil es noch kein saftiges Grün gibt, denn so kommt dieser Ur-Charakter dieser Gegend detailreich und tief heraus. Die Sächsische Schweiz war von je her Sehnsuchtsort und Inspiration von Dichtern und Denkern. Caspar David Friedrich malte : „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ und „Felsenlandschaft“. Er wählte Motive aus der Gegend, die Du hier abbildest ebenfalls ganz ohne sattes Grün der Bäume. Wenn die mal in voller Pracht stehen, ist es was für Wochendendausflügler und Würstchenbude mit plärrender Volksmusik.
    Der Künstler hat damals unendlich viele Plackereien und Mühen auf sich genommen um genau diese Seelentiefe zu erlangen, die diese Landschaft genau dann inspiriert, wenn sie noch schläft unter trüben Himmel.
    Vielleicht kennst du ja die Kunstwerke … Deine Fotos erinnern mich absolut an diese Werke! Phantastisch.
    LG von Astrolady

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    1. Da hast du auch wieder Recht. Das Bild „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ sagt mir tatsächlich etwas. Ich habe vor einiger Zeit ein Bild im Harz fotografiert, was viele an dieses Gemälde erinnert hat. Freut mich wieder sehr, dass dir die Bilder gefallen. LG Christiane

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  3. Da hast du ja einiges aus deiner Kamera herausgeholt! Wirklich coole Bilder sind das geworden und manche der Gesteinsformen sind derart bizarr, dass sie beinahe schon an jene im Bryce Canyon heranreichen.
    LG Bernhard

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