#33: Dschungelfeeling im Harz

Nach einer gefühlten Ewigkeit ging es für mich wieder in den Harz. Ich studierte die ganze Woche den Wetterbericht und die Vorfreude wuchs von Tag zu Tag. Nach den vielen Sonnentagen in der Vergangenheit gab es eine fette Nebelsuppe mit geschlossener Wolkendecke. Nahezu perfekte Bedingungen.

Hahnenklee-Bockswiese

Samstag 07:00 Uhr: Hinter uns lagen zwei Stunden Fahrt und auf dem Weg begann es bereits zu regnen. Die Hoffnung, dass der Regen nachlässt, verpuffte, als wir auf den Parkplatz einbogen. Aber egal, auf schlechtes Wetter waren wir vorbereitet. Fix die Regenjacken übergezogen und schon konnte es losgehen.

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Spiegeltaler Wasserfall

Nachdem wir die kleine Gemeinde hinter uns ließen, führte uns der schmale Trampelpfad Richtung Spiegeltaler Wasserfall. Links und rechts türmte sich das Unkraut bis auf Hüfthöhe. Ein paar hundert Meter reichten aus, um unseren Hosen die erste Ladung kühles Nass zu verpassen. Kauf dir endlich eine ordentliche Wanderhose, sprach mein Unterbewusstsein zu mir. 

Der Weg zu dem kleinen Wasserfall war traumhaft schön. Blümchen, Nebel, Wasser und saftige Grüntöne, soweit das Auge reicht. Was willst du mehr? Ich übertreibe wirklich nicht, wenn ich diesen Waldabschnitt mit dem Dschungel vergleiche ;o) 

Zwei Kilometer später kamen wir am oberen Spiegeltaler Teich an. Aus der Ferne konnte ich bereits das Rauschen des Wasserfalls hören. Er ist zwar nicht groß, aber immerhin plätscherte genug Wasser für eine Langzeitbelichtung nach unten. Im Sommer ist das nicht selbstverständlich. 

Unten am Teich stand eine kleine Holzhütte. Keine Ahnung warum, aber solche Häuschen haben es mir einfach angetan. Diesmal wirkte es wie in einem Horrofilm. Der See im Nebel versunken, düstere Stimmung und mitten drin eine kleine Hütte. Perfekt.

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Wildemann

Entlang des Spiegeltalgrabens führte uns die Route nach Wildemann. Der Wanderweg wurde immer schmaler, meine Hose saugte sich mehr und mehr mit Wasser voll. Wahrscheinlich kam es mir auch deswegen so vor, als wären wir im Dschungel. Ich ignorierte das Gefühl, dass das zusätzliche Gewicht die Hose nach unten zog und kniff die Arschbacken zusammen. Was tut man nicht alles für ein paar Bilder ;o)

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Kaum fing es neben uns an zu plätschern, hingen Sven und ich schon halb im Graben. Das bisschen Wasser, was neben uns entlang floss, stürzte einen kleinen Abhang hinunter. Erst stand ich mit einem Fuß im Wasser und danach Sven. Nass waren wir eh schon, also drauf gesch***en.

Kurz vor Wildemann tauchte plötzlich rechts neben uns ein Freibad auf. Ihr müsst euch vorstellen, wir liefen einen zugewucherten Trampelpfad entlang, weit und breit keine Menschenseele, der Wald über uns komplett dicht und plötzlich steht da ein Freibad. Das wirkte fast surreal. 15 Grad wärmer und ich wäre ins Wasser gesprungen :o) 

Nachdem wir in dem kleinen Örtchen ankamen, entschieden wir uns für eine Pause im Spiegeltaler Eck. Bei diesem Mistwetter hilft nur noch eine heiße Schoki mit viel Sahne oben drauf und die sollte ich auch bekommen :o)

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Grumbacher Teich

Von innen aufgewärmt, konnte die Tour weitergehen. Die nächsten 2,5 Kilometern verliefen stetig bergauf. Wirklich tolle Motive fand ich nicht, weshalb ich die Kamera unter der Regenjacke ließ. Meine Hoffnung war der Grumbacher Wasserfall. Ich war im Winter bereits vor Ort und zu der Zeit schoss das Wasser nur so hinunter.

Eine schmale Treppe führte uns zum Teich. Die Vorfreude wuchs mit jedem Schritt.

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Tja…soll ich sagen, was uns erwartet hat? Gähnende Leere. Nichts mit Wassermassen die den Abhang runterstürzen, es wirkte, als hätte jemand den Wasserhahn ganz vorsichtig aufgedreht, mehr aber auch nicht. Vielleicht klappt es im nächsten Frühjahr wieder. Damit der Weg nicht gänzlich sinnlos war, tobte ich mich am Teich aus. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, entdeckt immer ein Motiv. 

Sven kämpfte von Minute zu Minute mehr mit seinen Füßen. Nach einer kurzen Pause in der Schutzhütte wurde es Zeit, den Heimweg anzutreten. Hier wartete erneut eine ordentliche Portion Grün auf uns. Während Sven und Janine die Kameras bereits sicher verstauten, hüpfte ich von einer Perspektive zur Nächsten. Es hat sich mal wieder gelohnt, zum Samstag gegen 04:00 Uhr aufzustehen. 

Nach etwa 5 Stunden im Regen war ich froh, ein Dach über dem Kopf zu haben. Aber selbst auf dem Heimweg verfolgten mich die Motive weiterhin. Da ich kein Zoom in der Tasche hatte, lieh ich mir schnell eins von Sven und sprang aus dem Auto. Nebel ist und bleibt für mich eines der schönsten Naturschauspiele. 

Wenn ihr nichts verpassen wollt, folgt gerne meinem Blog (Startseite). Keine Sorge, ich bombardiere niemanden mit Mails zu. Für dieses Jahr steht noch einiges auf dem Plan und ich freue mich, wenn ihr mich begleitet :o)

4 Kommentare zu „#33: Dschungelfeeling im Harz“

  1. Tolle Bilder! Wir sind oft im Harz – auch bei Regen – aber so schöne Bilder habe ich bewusst noch nie gesehen. Ich werde jetzt meinen Blick schärfen. Danke für die Inspiration!

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